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Gutachterkosten nach Verkehrsunfall


| 18.12.2006 21:54 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Abend!

Folgender Sachverhalt: Meiner Frau ist an einer Ampel ein anderer Verkehrsteilnehmer aufgefahren (links hinten). Polizei kam dazu, hat den anderen verwarnt - Schuldfrage lag beim Auffahrenden.

Nachdem das Auto erst 11 Monate alt und ein Leasingfahrzeug ist, habe ich das Auto sofort zu meinem Vertragshändler gebracht. Anschließend habe ich einen RA kontaktiert (auch wenn eigentlich alles klar war/ist - bin nur leider einmal über die Machenschaften/Vorgehnsweisen der Versicherungen reingefallen). Dieser setzte sich mit meinem Autohaus in Verbindung: Schaden geschätzt ca: 1.000 EUR. Daraufhin wurde ein Gutachter bestellt, der einen Schaden in Höhe von 852 EUR (brutto) aufzeigte. Der RA teilte mir vorher mit das es mit den Gutachterkosten kein Problem gäbe, da diese ab ca: 700 EUR Schaden immer von der Versicherung getragen werden. Daher habe ich auch der Gutachterbestellung zugestimmt.

Nun das Problem: Die generische Versicherung weigert sich den Gutachter zu bezahlen (192 EUR brutto). Mein RA meint, das dies kein Problem sei, da diese den Gutachter auf jedenfall bezahlen muss; notfalls muss ich die Kosten einklagen. Nachdem ich leider nicht RS versichert bin, wollte ich Ihre Meinung dazu hören.

Gibt es diese 700 EUR Grenze (welche Urteile) oder haben Gerichte schon anders entschieden (Urteile) - egal ob zu meinem Gunsten oder Ungunsten. Was raten Sie mir? Ist das Eintreiben der Gutachterkosten noch in den Gebühren für RA´s wegen des eigentlichen Unfalls abgedeckt?

Vielen Dank für Ihre Antwort!
18.12.2006 | 23:14

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Als Geschädigter trifft Sie eine Schadensminderungspflicht, das heißt, Sie sind verpflichtet, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört u.a. auch, dass man bei sogenannten Bagatellschäden kein Gutachten erstellen lassen darf, bzw. die Kosten nicht von der Versicherung übernommen werden müssen.

Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie als Laie anhand des Schadensbildes weitere, von außen nicht sichtbare Schäden vermuten konnten. Dann muss die Versicherung die Kosten auch dann ersetzen, wenn sich herausstellen sollte, dass solche weiteren Schäden nicht vorhanden waren und die Reparaturkosten geringer als erwartet ausfallen.

Urteil des BGH vom 18.05.2004 2 C 147/04 MDR 2005, 1294

Außerdem hat der BGH entschieden, dass die Erstellung eines Sachverständigengutachtens bei einer Schadenshöhe von 715 € von der Versicherung zu übernehmen sind, weil es sich hier nicht mehr um einen Bagatellschaden handelt.

http://www.rws-verlag.de/bgh-free/volltext6/vo107368.htm

Ich stimme daher der Einschätzung Ihres Anwaltes grundsätzlich zu, sofern das aus dem geschilderten Sachverhalt zu beurteilen ist.

Anders wäre es aber z.B., wenn das Auto ohnehin repariert werden sollte und die Versicherung bereits eine Kostenübernahmeerklärung abgegeben oder angekündigt hat. Dann wäre ein Gutachten tatsächlich überflüssig und nicht von der Versicherung zu übernehmen.

Durch die gerichtliche Geltendmachung der Guachterkosten fallen weitere Gebühren an, die durch das außergerichtliche Mandat noch nicht abgedeckt sind. Am Ende trägt die Kosten der, der den Rechtsstreit verliert oder sie werden ggf. geteilt, falls es zu einem Vergleich kommt.

Ich hoffe, Ihnen damit einen Überblick gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


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"Nochmals vielen Dank für die schnelle Antwort. Ist alles gut ausgegangen. Habe nun alle Kosten erstattet bekommen, auch wenn erst versucht wurde, die Kosten des RA nicht zu bezahlen... DANKE!!! "
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Nochmals vielen Dank für die schnelle Antwort. Ist alles gut ausgegangen. Habe nun alle Kosten erstattet bekommen, auch wenn erst versucht wurde, die Kosten des RA nicht zu bezahlen... DANKE!!!


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