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Gutachterkosten - Wohnraumvermessung


11.04.2007 14:31 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Hallo, folgende Frage hätte ich:

Nach eigenständiger Messung durch "normale" Messmethoden betrug mein gemieteter Wohnraum insgesamt 33qm. Im Mietvertrag waren 43qm angegeben. Daraufhin informierte ich die Vermietung telefonisch um eine Rückzahlung der zuviel entrichteten Miete zu fordern. Die Vermietungsgesellschaft schilderte mir, dass meine Messung nicht ausreichend ist und ich einen Gutachter beauftragen muss. Dies tat ich. Ein verbindliches Gutachten wurde erstellt (Kosten 298 EUR). Resultat des Gutachtens: 33,6qm. Dies schickte ich nebst Rückzahlungsforderung an meine Vermietung. Die Rückzahlung der zuviel entrichteten Miete wurde nun vollzogen - ich erhielt das Geld. Allerdings ist mein Vermieter nicht mit der Rückzahlung der Gutachterkosten von 298 EUR einverstanden. Angegebener Grund: Gutachten ist für Vermietung nicht verbindlich, da die Vermietung beim Ausmessen des Gutachters nicht mit vor Ort war bzw. nicht eingeladen wurde. Laut Schreiben der Vermietung wurde deshalb ein zweites Gutachten auf Anforderung der Vermietung erstellt, welches auf exakt das gleiche Ergebnis kommt wie das von mir gesandte. Dieses Gutachten, welches von der Vermietung extra beauftragt wurde, kenne ich nicht (keine Kopie o.ä. wurde angehängt). Meine Vermutung ist natürlich, dass nie ein zweites Gutachten erstellt wurde. Der Vermieter schreibt weiterhin: "Jede Partei zahlt die Kosten für den jeweiligen Gutachter selbst".

Habe ich ein Recht auf die Rückzahlung der Gutachterkosten? Meine eigene Messung wurde ja nicht anerkannt. Wenn ja, wie begründet sich mein Recht auf Erstattung und lohnt es sich einen Anwalt zu konsultieren? Falls ja, wer trägt (wenn es nicht gerichtlich erstritten wird) die Anwaltskosten? Können die dem Vermieter in Rechnung gestellt werden? Habe ich Anspruch darauf?

Vielen Dank und freundliche Grüße
Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Eine Abweichung der tatsächlichen von der mietvertraglich vereinbarten Wohnfläche von über 10% wird grundsätzlich als Mangel angesehen, der zur Mietminderung berechtigt.

Die Falschangabe der Wohnfläche hat der Vermieter zu vertreten, so dass er auch die dafür erforderlichen Kosten zu übernehmen hat. Denn durch die Falschangabe ist Ihnen ein Schaden in Höhe der Gutachterkosten entstanden. Insbesondere hätte der Vermieter selbst einen Gutachter zu beauftragen gehabt. Da er dies zunächst verweigerte, befand er sich in Verzug, so dass Sie den Gutachter auch selbst beauftragen konnten. Stützen Sie Ihr Kostenerstattungsverlangen auf § 536 a I, II BGB bzw. auf die Regeln über die Geschäftsführung ohne Auftrag.

Setzen Sie ihm diesbezüglich eine letzte und nachweisbare Zahlungsaufforderung (z.B. Einschreiben). Soweit er diese Frist verstreichen lässt, befindet sich der Vermieter in Verzug, so dass er insbesondere die danach entstehenden Kosten der Rechtsverfolgung (Rechtsanwaltskosten) zu erstatten hat. Soweit er diese aber nicht freiwillig bezahlt, hätten Sie auch diese Kosten einzuklagen, ggf. sollten Sie vorab einen Mahnbescheid beantragen. Denn zunächst wären Sie Ihrem Rechtsanwalt verpflichtet, die Kosten auszugleichen. Je nach Ausgang des gerichtlichen Verfahrens hat sodann die Partei die Kosten in der Höhe zu tragen, in der Sie unterlegen sind. Da die Klage vor dem Amtsgericht könnten Sie die Klage auch ohne eigenen Anwalt einlegen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.


Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



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