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Gutachten für private Unfallversicherung


01.09.2006 09:06 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Guten Morgen,

ich hatte am 10.01.2006 eine Achillessehenruptur (FreizeitSportunfall) links, die operiert wurde. Dieser Unfall wurde von meiner privaten Unfallversicherung (UV) auch anerkannt.

Im August hat mein behandelnder Orthopäde eine dauernde Funktionseinschränkung attestiert.

Meine UV hat dann ein Gutachten bei dem Chirugen beauftragt, der mich operiert hat. Diese hat die Versicherung storniert, da ich eine fehlende Objektivität glaubhaft nachweisen konnte.

Ich habe meinen Orthopäden vorgeschlagen, den die Versicherung natürlich nicht nehmen wollte, weil sie d i e s e n nicht für objektiv halten(!).
Auswahlrecht siehe: § 200 SGB VI I und "Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung" vom 07.01.2002 nach dem der vom Versicherten vorgeschlagene Artz genommen werden soll.
§ 200 SGB VI I: "Das Auswahlrecht setzt voraus, dass der Unfallversicherungsträger dem Versicherten mehrere geeignete Gutachter vorschlägt; auch der Versicherte hat das Recht, einen oder mehrere Gutachter vorzuschlagen." = Hierbei handelt es sich aber um Vorgaben für die g e s e t z l i c h e Unfallversicherung.

1.Frage:
Dürfen Sie diesen ablehnen, obwohl er absolut befähigt ist (Vorsitzender des Orthopädenverbandes und H-Arzt der BG)?

Jetzt haben sie mir einen 2. Gutachter (IMB-Gutachter, ansässig bei einem Institut für Arbeitsmedizin-GmbH!!!) benannt. Dieser hat als Versicherungsgutachter einen "tollen" Ruf und ist wegen seiner wirtschaftlichen Abhängigkeit ja erst recht nicht unparteilich und unabhängig, also muss ich diesen auch ablehnen.

2. Frage:
Wie oft und aus welchen Gründen kann ich einen von meiner privaten Unfallversicherung benannten Gutachter ablehnen?




Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Grundsätzlich gelten die Regeln über die gesetzliche nicht für die private Krankenversicherung, da hier im Rahmen der Vertragsfreiheit andere Klauseln geschaffen werden können. Deshalb ist es denkbar, dass Ihnen überhaupt kein Ablehnungsrecht zusteht und Sie eine Einigung nur über Verhandlungen erzielen können. Dass ein Arzt dem Versicherer nahe stehen soll, ist für sich genommen noch kein Ablehnungsgrund, hierfür wäre eine gewisse persönliche Befangenheit notwendig.

Zur Vermeidung eines Rechtsstreits sollten Sie mit dem Versicherer darüber sprechen, dass ein unabhängiger dritter Arzt (also weder der Sie behandelnde Arzt noch der IMB-Gutachter) die gutachterliche Untersuchung bei Ihnen vornehmen soll. Ansonsten müssten Sie nach einer Untersuchung beim vom Versicherer vorgeschlagenen Arzt ein Gegengutachten anfertigen lassen, das Sie zu bezahlen hätten. Alternativ könnte ein Gerichtsverfahren, in dem Sie gegen die aus Ihrer Sicht zu niedrige Unfallrente vorgehen, Klärung bringen. Doch sind dies kostenintensivere Wege. Konfrontieren Sie den Versicherer auch mit dem von Ihnen genannten § 200 Abs. 2 SGB VII. In der Regel will sich auch der Versicherer nicht streiten und geht auf konstruktive Vorschläge ein.

Für eine abschließende Beurteilung müsste Einsicht in den Versicherungsvertrag genommen werden. Bezüglich einer weiteren Beratung und Vertretung wenden Sie sich gerne an meine Kanzlei.

Ich hoffe, ich konnte eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2006 | 12:03

Danke für die schnelle Antwort.
In den Tarifbestimmungen meiner Unfallversicherung (Debeka) vom 1.1.2002 steht unter "Der Leistungsfall: 7.2. Werden Ärzte von uns beauftragt, muss sich die versicherte Person auch von diesen untersuchen lassen." Die Debeka hat aber bereits einen Gutachteraufrag storniert.
Habe ich auf jeden Fall ein Recht auf ein Gegengutachten ? Müssen die Kosten für dieses Gutachten und/oder eine Beratung/Vertetung durch Sie von meiner Rechtsschutzversicherung gezahlt werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2006 | 12:13

Sehr geehrte Ratsuchende,

mit einer derartigen Klausel habe ich gerechnet. Die Stornierung des Gutachtensauftrages erfolgte auf freiwilliger Basis.

Ein Gegengutachten können Sie selbstverständlich in Auftrag geben. Ob Ihre Rechtsschutzversicherung für die Kosten aufkommt, kann ich mangels Kenntnis der Police nicht beurteilen, dies ist aber in der Regel der Fall. Ob die Kosten des Anwalts übernommen werden, richtet sich ebenfalls nach dem Versicherungsvertrag.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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