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Gutachten für Immobilie - Bewertung als Betrug?


03.04.2007 19:15 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Sehr geehrte Damen und Herren,

in meinem seit Jahren anhaltenden Rosenkrieg geht es nun um die vermögensrechtliche Auseinandersetzung unseres gemeinsam erbauten Hauses, meiner Ex-Frau und mir. Wir sind hälftige Eigentümer von Haus und Grund. Sie lebt mit unserem Kind in einer angemieteten Wohnung.
Der Zugewinn wurde bereits berechnet und nun steht halt an, was ich meiner Ex auszahlen muss.
Wir fertigten zwei parteiische Gutachten:

Meines von einem staatlich geprüften Gutachter mit einem Wertschätzugsergebniss von 485´000 Euro.
Das Gefälligkeitsgutachten meiner Ex kam auf 621´000 Euro.
Ihr Gutachter war nicht einmal im Haus selbst drin und schraubte alle Zahlen nach oben, um auf diesen hohen Wert zu kommen.
Ginge es nach meinem Gutachten müste ich der Ex 50´000 Euro zahlen, ginge es nach dem Gefälligkeistgutachten dann 125´000 Euro.

Ich würde nur zu gerne eine Strafanzeige wegen Betrug gegen Ex und Gutachter starten,um auch die Unterhaltsansprüche an die Ex einzustellen. Ein Gegengutachten ergab, das die Zahlen nach oben getürkt wurden.

Nun meine Frage:
Habe ich eine Chance für eine Betrugsanzeige, macht es Sinn und was kommt im schlimmsten Fall auf mich zu. Honorarkosten Anwalt?
Was ist, wenn ich gewinne?

Vielen Dank für Ihre Auskunft.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Meines Erachtens hat sich Ihre Ex-Frau bzw. deren Gutachter keines Betrugs (strafbar gemäß § 263 StGB) schuldig gemacht.
Es scheitert bereits an der Erfüllung des objektiven Tatbestands. Denn Voraussetzung hierfür wäre unter anderem, das Vortäuschen von Tatsachen, um bei Ihnen bzw. dem entscheidenden Gericht einen Irrtum zu erwecken, und hierdurch zu einer Vermögensverfügung (durch Sie) zu veranlassen. Vorliegend war das Gutachten ausweislich Ihrer Sachverhaltschilderung nicht geeignet, bei Ihnen einen Irrtum über den Wert des gemeinsamen Hauses zu erwecken. Davon abgesehen fand wohl auch noch keine Vermögensverfügung Ihrerseits statt. Etwas anderes könnte lediglich dann gelten, wenn das entscheidende Gericht auf Grund des vorgenannten Gutachtens eine in der Sache falsche Entscheidung getroffen hätte.

Weiterhin möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es für Sie selbst möglich ist, bei jeder Polizeidienststelle sowie bei den Staatsanwaltschaften Anzeige zu erstatten.
Für die Erstattung einer Strafanzeige sieht das RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) eine so genannte Rahmengebühren vor. Danach kann der Rechtsanwalt für seine dahingehende Tätigkeit zwischen EUR 20,- und EUR 250,- in Rechnung stellen. Eine Kostentragungspflicht des Unterliegenden wie im Zivilprozess ist im Strafprozess nicht vorgesehen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Kanzlei Kämpf - Strafrecht München

Nachfrage vom Fragesteller 04.04.2007 | 13:32

Vielen dank Herr Kämpf,

heisst dass für den Fall, welchen Sie so zitierten:
Weiterhin möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es für Sie selbst möglich ist, bei jeder Polizeidienststelle sowie bei den Staatsanwaltschaften Anzeige zu erstatten.

Wenn ich nun Anzeige wegen Betrug erstatte bei der Polizei, bin ich dann nur Nebenkläger. Ich habe einfach Angst, dass der Schuß nach hinten losgeht und ich Anwaltsgebühren in hoher Rechnung tragen muss, wenn ich verliere.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.04.2007 | 10:51

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst bitte ich zu entschuldigen, dass ich Ihre Nachfrage erst zum jetzigen Zeitpunkt beantworten kann. Dies war meiner urlaubsbedingten Abwesenheit geschuldet.

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

So Sie selbst Anzeige bei einer Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft erstatten, entstehen keine Anwaltskosten. Eine Verpflichtung, als Nebenkläger an dem Strafverfahren teilzunehmen, besteht nicht.
So Sie tatsächlich ein Rechtsanwalt damit beauftragen, Sie als Nebenkläger zu vertreten, besteht in der Tat die Gefahr, dass sie dessen Kosten zu tragen hätten.

Abschließend möchte ich Sie noch auf die Vorschrift des § 164 StGB hinweisen. Danach macht sich strafbar, wer einen anderen wider besseren Gewissens an zeigt.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt

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