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Gutachten der BGN für einen Arbeitsunfall


24.07.2007 23:10 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
Mitte vergangenen Jahres hatte ich einen Arbeitsunfall bei dem ich mein linkes Knie bei einem Sturz innen schwer verletzte.
Obwohl mit diesem Sturz außerordentliche traumatische Schmerzen verbunden waren, arbeitete ich weiter und suchte erst einen Monat später einen Arzt auf.
Zu diesem Zeitpunkit hatte sich eine durch den Sturz verursachte innere Verletzung so weit entwickelt, daß eine Operation unter Vollnarkose unerläßlich war. Einen Monat später wurde diesbezüglich eine weitere Operation mit örtlicher Betäubung vorgenommen. Der mich behandelnde Arzt teilte der Berufsgenossenschaft (BGN) auf deren Anfrage mit, daß Unfall und Unfallfolgen (Operation, innere Verletzung etc.) in kausalem Zusammenhang stehen würden.
Dennoch stellte die BGN in einem Telfonat mit mir bereits nach der ersten Operation fest, daß von ihr lediglich der Unfall -also der Sturz- , jedoch nicht die Unfallfolgen -die inneren Verletzungen- als Arbeitsunfall anerkannt würden.
Seit dem Unfall registriere ich täglich bei Belastungen wie auch bei fehlenden Belastungen plötzlich auftretendes, teils lang anhaltendes Stechen, leichte Taubheits- sowie Druckgefühle in dem betreffenden Knie, die vor dem Unfall zu keiner Zeit vorkamen. Ebenso spüre ich morgens stärkere Druck-Beschwerden sowie teils eine leichte Erhärtung im Knie, die nach einiger Zeit des Laufens nachlassen, jedoch nicht immer gänzlich weg gehen.
Im Februar 2007 suchte ich auf Grund erneuter stärkerer Beschwerden am Unfall-Knie den behandelnden Arzt wiederholt auf. Bei einer durch ihn veranlassten Rönten-Röhren-Aufnahme stellte die dortige Ärztin neben der erkennbaren leicht sichtbaren Folgen des Sturzes auch Alterserscheinungen fest.
Daraus schlußfolgerte die BGN, daß die Unfallfolgen nunmehr gänzlich verheilt seien und die fortlaufenden Beschwerden allein aus diesen angeblich auf den Röntgenbildern erkennbaren Alterserscheinungen, welche bisher am anderen Knie nicht festzustellen sind, herkämen.
Dieser Darstellung der BGN widersprach ich schriftlich.
Entgegen der Annahme der BGN sehe ich wegen der weiteren Beschwerden im betreffenden Unfall-Knie die Gefahr, meinen körperlich belastenden Beruf, bei dem ich täglich schwer hebend und tragend laufen muß, in naher Zukunft nicht mehr ausüben zu können.
Dennoch habe ich keine eventuellen Ansprüche gegenüber der BGN beantragt. Vielmehr möchte ich lediglich ausschließen, daß ich zu einem eventuellen späteren Zeitpunkt auf Grund des Unfalls keine Nachteile hinnehmen muß, mir also die Unfallfolgen auf Dauer anerkannt bleiben.
Auf Grund meines Widerspruchs wurde ich nunmehr durch die BGN schriftlich unter Angabe von drei Auswahl-Ärzten aufgefordert, mich einer Untersuchung zwecks Gutachten wegen eventueller Leistungsansprüche zu unterziehen.
Da mir keiner der von der BGN benannten Ärzte bekannt ist und ich keine ausreichenden Informationen über die Ärztekammer, meine Krankenkasse usw. erhalte, habe ich die durch die BGN benannte Reihenfolge der aufgeführten Ärzte akzeptiert.
Das heißt, daß der im Schreiben erstgenannte Prof.Dr.med. durch die BGN mit der Untersuchung beauftragt wurde. Eine entsprechende Information wurde mir schriftlich zugesendet.
Wenige Tage nach dieser Information der BGN erhielt ich ein Schreiben der betreffenden medizinischen Einrichtung, in welchem dieser Prof.Dr.med. tätig ist. In diesem Schreiben wird mir mitgeteilt, daß ich mich zu einem festgelegten Termin in der betreffenden medizinischen Einrichtung einzufinden habe und dort von einem völlig anderen Arzt, welcher offenbar von dem ihm überstehenden Prof.Dr.med. beauftragt wurde, zwecks Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens, einzufinden habe.
Da ich selbstverständlich ebenso im eigenen Interesse wissen möchte, welche Ursachen die fortlaufenden Beschwerden haben, weiß ich zur Zeit nicht wie ich mich verhalten soll.
Bindend vereinbart war für die Erstellung des Gutachtens der Prof. Dr. med.
Welche Möglichkeiten und Erfolgsaussichten eines Widerspruchs habe ich, wenn der durch den Professor offensichtlich selbst beauftragte neu benannte Arzt, für dessen Einsatz ich nicht meine Zustimmung gegeben habe, nunmehr ein Gutachten ausstellen sollte, in dem der Arbeitsunfall nach meinem Dafürhalten nicht ausreichend berücksichtigt werden sollte?
Stimme ich mit der Wahrnehmung des Gutachtertermins bei dem neu benannten Arzt auch dessen Einsatz als Gutachter zu?
Bei einer teelfonischen Anfrage wurde mir durch die BGN mitgeteilt, daß es üblich sei, daß der Professor stetig einen anderen Arzt mit der Erstellung der eigentlich ihm obliegenden Gutachten beauftragt. Später würde der Professor diese Gutachten lediglich unterzeichnen und damit bestätigen, ohne die Patienten jemals gesehen zu haben.
Empfiehlt sich ein schriftlicher Widerspruch gegen diese Vorgehensweise oder sollte ich den Termin in der Hoffnung wahrnehmen, daß der neu eingesetzte Arzt eventuell die von mir festgestellten fortlaufenden Beschwerden in ursächlichem Zusammenhang mit dem Arbeitsunfall anerkennt?
Für Ihre Kenntnisnahme und Bemühung bedanke ich mich.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Es ist durchaus üblich, dass ärztliche Gutachten - soweit sie von Kliniken angefertigt werden - nicht vom leitenden Chefarzt selbst sondern von einem der Oberärzte angefertigt werden. Der Chefarzt selbst zeichnet das Gutachten ab, ist jedoch auch für den Inhalt verantwortlich. Wenngleich man vom Chefarzt daher erwarten muss, dass er das Gutachten auf inhaltliche Richtigkeit überprüft, ist dies in der Praxis leider oftmals eine verfehlte Hoffnung.

Leider werden Gutachten auch oftmals von den Berufsgenossenschaften nahe stehenden Ärzten erstattet (die von den Berufsgenossenschaften beauftragt werden, weil sie eine entsprechend geringere Quote an Berufsunfällen/-krankheiten - auch „Gefälligkeitsgutachten“ genannt - bestätigen). Sie haben gleichwohl die Möglichkeit, selbst einen Gutachter zu benennen, dessen Beauftragung Sie anregen sollten. Die Berufsgenossenschaft muss Ihrem Vorschlag jedoch nicht folgen.

Um Sie vielleicht ein Stück weit zu beruhigen: es ist nicht ersichtlich, dass ein „untergeordneter“ Arzt sehr viel schlechter sein muss als sein übergeordneter Prof. Dr. med. Sie können jedoch einen Gutachter wegen der Besorgnis der Befangenheit jederzeit ablehnen. Anzeichen der Befangenheit ergeben sich, wenn Sie den Eindruck erhalten, dass der Gutachter sein Gutachten nicht unparteiisch erstatten wird. Sie sollten dann aber auch stichhaltige Punkte vortragen können, Die eine entsprechende Befangenheit nahe legen. Setzen Sie sich doch einfach mit Ihrer Berufsgenossenschaft in Verbindung und versuchen sich auf einen gemeinsamen Gutachter zu einigen (der das Gutachten im Anschluss nicht delegieren soll). Tragen Sie dazu Ihre Bedenken vor. Sie sollten eine Untersuchung durch einen letztbenannten Gutachter jedoch nicht verweigern, da Sie andernfalls mit einer ablehnenden Entscheidung rechnen dürfen.

Sie sollten sich dringend überlegen, bereits jetzt durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen, damit bereits zu Beginn des Verfahrens keine entscheidenden Fehler gemacht werden. Dies gilt umso mehr als dass die Berufsgenossenschaften naturgemäß ein hohes Interesse daran haben, Ihnen das Vorliegen einer Berufskrankheit bzw. eines Berufsunfalls abzusprechen. Weiterhin sollten Sie bedenken, dass es mit fortschreitender Zeit zunehmend schwieriger wird, einen Arbeitsunfall festzustellen (etwa, weil zusätzlich Verschleiß auftritt). Daher sollten Sie mit Ihrem Rechtsanwalt die Möglichkeit besprechen, inwieweit die Einholung eines Privatgutachtens Sinn macht, damit hinreichende medizinische Feststellungen getroffen werden können.

Das ärztliche Gutachten dient der Ermittlung, inwieweit Ihre gesundheitlichen Beschwerden im Knie unfall-/berufskrankheitsbedingt oder verschleißbedingt sind und wie hoch bei einem dauernden Gesundheitsschaden der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit ist.

Nach Erstattung des Gutachtens ergeht durch die Berufsgenossenschaft eine Entscheidung über die Anerkennung oder Ablehnung der Beschwerden als Berufsunfall-/krankheit. Im Falle eines negativen Bescheids haben Sie die Möglichkeit, Widerspruch zu erheben. Sie sollten sich in diesem Falle umgehend anwaltlich beraten lassen, da im Falle eines Bescheides Rechtsbehelfsfristen zu laufen beginnen, die Sie unbedingt einhalten müssen. Gegen die dann ergehende Entscheidung des Widerspruchsausschusses haben Sie die Möglichkeit der Klage vor den Sozialgerichten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Ihr Fall angesichts der Vielzahl der zu behandelnden Problemkreise äußerst schwierig ist und im Rahmen dieser Plattform in einem vertretbaren Umfange nicht bewältigt werden kann. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Angelegenheit sollten Sie daher einen auf Sozialrecht bzw. Versicherungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und diesem sämtliche Unterlagen betreffend Ihren Fall vorlegen. Fragen Sie den Anwalt nach den voraussichtlich entstehenden Kosten einer Erstberatung bzw. Vertretung.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

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Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

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