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Gutachten Private Unfallversicherung zu gering, was kann man tun?

26.05.2017 15:56 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Geehrte Damen und Herren,

ich bin bei der HUK Coburg privat unfallversichert.
2015 hatte ich einen Flugsport-Unfall. Ich bin mit meinem Fluggerät (Drache) auf das Dach der Begstation gestürzt und brach mir den rechten Oberarm. Seither habe ich Einschränkungen bei Belastung (>5Kg) und hohe Schmerzen unter Last. Ich kann meinen Arm unter Last beispielsweise nicht ausstrecken, größtenteils nicht heben und eingeschränkt drehen.

Der Gutachter bescheinigte mir eine Invalidität von 1/20. Was nur 5% der Gliedertake entspricht, was wiederrum 3,5% der gesamten Versicherungsumme entspricht. Das Gutachten fand ohne Belastung statt.

Ich habe Widerspruch bei der Versicherung eingelegt. Die Versicherung fordert aber von mir ein zweites Gutachten, welches ich vorlegen soll. Dann würden Sie erhöhen.

Frage:
- Gibt es die Möglichkeit einen Widerruf auszusprechen (auch bei privaten Unfallversicherungen). Das Gutachten ist sogar an 1-2 Aussagen falsch. Dies habe ich der Versicherung bereits mitgeteilt. Die reagierte darauf nicht.

- Bin ich denn überhaupt verflichtet ein Gutachten zu erstellen? Muss ich das zweite Gutachten selbst bezahlen und hätte ich Anspruch auf Erstattung, falls es höher Ausfallen würde? Die Kosten für MRT/CT um Knorperschäden festzustellen sind sehr hoch.

- Was würden Sie mir im allgemeinen nun raten?

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort und schicke viele Grüße
Salko

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst sollten Sie in den Versicherungsbedingungen Ihrer Unfallversicherung nachlesen, ob und welche Regelungen betreffend die Ablehnung eines Gutachtens, einer Nachbegutachtung oder Einwendungen gegen ein Gutachten zu finden sind. Diese Regelungen müssten Sie auf jeden Fall einhalten.


- Gibt es die Möglichkeit einen Widerruf auszusprechen (auch bei privaten Unfallversicherungen). Das Gutachten ist sogar an 1-2 Aussagen falsch. Dies habe ich der Versicherung bereits mitgeteilt. Die reagierte darauf nicht.

Einen Widerspruch gegen das Gutachten der privaten Unfallversicherung können Sie aussprechen, aber dieser wird wahrscheinlich ohne große Wirkung bleiben. Die private Unfallversicherung kann grds. das eingeholte Gutachten für ihre Leistung zugrunde legen.

Für den Eintritt des Unfallereignisses, der Verletzung und dafür, dass die Invalidität Folge des Unfalls und der daraus erlittenen Verletzungen ist, ist grds. der Versicherte beweispflichtig. Dementsprechend müssten Sie dann auch nachweisen, dass die Feststellungen zu der Invalidität, die der Gutachter getroffen hat, fehlerhaft sind.

Ein Widerspruch im eigentlichen Sinne ist daher bei der privaten Unfallversicherung so nicht möglich. Das schließt aber nicht aus, dass Einwendungen gegen das Gutachten erhoben werden können.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Einwände gegen das Gutachten nicht nur mitteilen, sondern möglichst detailliert schildern und anhand der vorhandenen Unterlagen der Hausärzte nachweisen. Insbesondere sollten Widersprüche zu bisherigen Untersuchungsergebnissen usw. dargelegt werden.

Auch Fehler bei der Untersuchung sollten vorgetragen werden. Wurde die Begutachtung ohne Belastung durchgeführt, könnte darin ein Fehler liegen, der möglicherweise eine Nachbegutachtung und Neufestsetzung der Individualität notwendig macht.


- Bin ich denn überhaupt verpflichtet ein Gutachten zu erstellen? Muss ich das zweite Gutachten selbst bezahlen und hätte ich Anspruch auf Erstattung, falls es höher Ausfallen würde? Die Kosten für MRT/CT um Knorperschäden festzustellen sind sehr hoch.

Eine Verpflichtung, ein eigenes Gutachten zu erstellen, gibt es in dem Sinne nicht. Da Sie jedoch, wie oben dargelegt, die Beweislast tragen, ist ein Gegengutachten u. U. unentbehrlich, um diese Beweise zu erbringen.

Bevor Sie allerdings selbst ein Gutachten in Auftrag geben und dadurch zunächst hohe Kosten tragen müssen, sollten Sie – wenn noch nicht geschehen – die möglichen Fehler und Fehleinschätzungen in dem Gutachten aufzeigen und anhand der bereits vorhandenen Befunde der behandelnden Ärzte nachweisen.

Sofern nach einem vom Versicherten eingeholten Gegengutachten eine höhere Leistung von der Versicherung erbracht werden muss, sollten auch die Gutacherkosten erstattet verlangt werden.


- Was würden Sie mir im allgemeinen nun raten?

Bevor Sie ein eigenes Gutachten in Auftrag geben, sollten Sie das vorhandene Gutachten überprüfen lassen, auch um festzustellen, ob es überhaupt Erfolgsaussichten auf eine höhere Leistung der Unfallversicherung gibt.

Die Prüfung des Gutachtens sollten Sie bei einem Kollegen oder einer Kollegin vor Ort, die sich auf Versicherungsrecht und ggf. auch auf Medizinrecht spezialisiert hat, vornehmen lassen.

Nach dieser Prüfung kann dann auch besprochen werden, welche weiteren Schritte möglich und sinnvoll sind. Der Kollege und die Kollegin wird ggf. die Versicherung noch einmal entsprechend anschreiben und sich um eine möglichst einvernehmliche Erledigung bemühen.

Darüber hinaus kann geklärt werden, ob z. B. ein Beweisverfahren oder die Anrufung einer Schlichtungsstelle möglich ist, um eine außergerichtliche Klärung der Sache zu erreichen.

Ohne eine eingehende Prüfung des vorhandenen Gutachtens ist eine abschließende und zielführende Einschätzung der weiteren Möglichkeiten leider nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit verständlich beantwortet zu haben.

Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige, kostenfreie Nachfragefunktion über dieses Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


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