Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gütertrennung im Scheidungsfall

07.09.2010 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Folgende Situation:

Ein Paar, 3 Jahre verheiratet, kein Ehevertrag. Der Vater der Frau erbt ein Haus und bietet dem
Ehepaar an dieses zu Renovieren und wird dies an die Tochter schenken. Der eingetragene Eigentümer
ist nun die Frau. Die Renovierung wird vom Ehepaar vorgenommen, es werden dazu 150.000€ benötigt,
100.000€ leiht uns der Vater der Frau, 50.000€ werden von der KfW aufgenommen. Der Eherpartner macht
sich nun Gedanken was mit dem Haus geschieht falls sich das Ehepaar in Zukunft trennen sollte, da er
sein gesamtes Einkommen mit in das Haus investiert und Angst hat im Trennungsfall ohne Vermögen
dazustehen. Der Vater der Frau meint, dass der Umstand dass die Frau derzeit als Besitzerin eingetragen
ist, diese dazu verpflichtet den Ehemann im Scheidungsfalle zu entschädigen. Ich möchte fragen
ob diese Aussage richtig ist oder ob andere Maßnahmen getroffen werden müssen um dies rechtlich abzusichern.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt beantworte. Ich weise darauf hin, dass das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Sachverhaltsbestandteilen zu einem völlig anderen rechtlichen Ergebnis führen kann. Dieses Medium dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Da der Ehemann nicht Miteigentümer der Immobilie und damit nicht im Grundbuch eingetragen wird, hätte er für den Fall des Scheiterns nur einen Anspruch auf einen etwaigen Zugewinnausgleich.

Der Zugewinn, der während der Ehe erwirtschaftet worden ist, wird anhand des End- und Anfangsvermögens ermittelt. Das Endvermögen stellt das zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages vorhandene Vermögen unter Abzug der zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Schulden dar.

Das Anfangsvermögen ist der Stand des Vermögens, welches am Tag der Eheschließung vorhanden war. Zum Anfangsvermögen werden jedoch Schenkungen und Erbschaften, die ein Ehegatte während der Ehe gemacht hat, hinzugerechnet. Diese sind dem Zugewinnsausgleich nicht zugänglich.

Im aktuellen Fall würde dies bedeuten, dass der Wert der Immobilie zum Zeitpunkt der Schenkung in das Anfangsvermögen der Ehefrau eingestellt wird.

Am besten lässt sich dies anhand eines Beispiels erklären.

Am Ende der Ehe hat das Haus einen Wert von 250.000 € und noch eine Kreditbelastung in Höhe von 100.000 €, somit ein Vermögensstand von 150.000 €. Dem gegenüber steht ein Anfangsvermögen in Höhe von 100.000 €, wobei dieses noch anhand des Lebenshaltungsindexes indexiert wird, es also tatsächlich zum Zeitpunkt einer etwaigen Scheidung höher sein wird, so dass sich ein Zugewinn in Höhe von 50.000 € ergibt. Hiervon hätte der Ehemann dann einen Anspruch auf 25.000 €.

Ob allerdings die Investitionen in Höhe von 150.000 €, die im Rahmen der Kredite finanziert werden, tatsächlich auch zu einer Wertsteigerung in der gleichen Höhe führen, kann ich nicht abschätzen, erfahrungsgemäß spiegelt sich dies aber so im Wertzuwachs nicht wider.

Unter Umständen hätte der Ehemann im Falle der Scheidung unter den geschilderten Umständen keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.

Es empfiehlt sich daher, entweder ein Miteigentum zu begründen durch Übertragung der Haushälfte oder aber einen entsprechenden Ehevertrag zu fertigen, der eine angemessene Ausgleichszahlung im Falle der Trennung und Scheidung vorsieht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst eine erste rechtliche Orientierung verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70197 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, die uns (nach der Rückfrage zum Verständnis) sehr geholfen hat. Wir empfehlen Herrn Dr. Maritzen gern weiter. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell. In meinem Fall bin ich aber zu dem Schluss gekommen einen Fachanwalt vor Ort aufzusuchen. Es ist ein Grenzfall und jedes Detail ist sehr wichtig. Dies kann online nicht zufriedenstellend beantwortet ... ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen