Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gütertrennung: Muss ich für die Krankenkosten meines Mannes aufkommen?


| 21.09.2007 23:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Mein Mann und ich haben seit 1991 Gütertrennung. Demnach gehören alle Gegenstände des ehelichen Haushalts und auch deren Ersatz und Ergänzung mir. Ein Ausgleich des Zugewinns findet nicht statt.Die Gütertrennung ist in das Güterrechtsregister eingetragen.

Mein Mann bezieht eine Rente von der LVA, die ihn nicht krankenversichern wollte bzw, konnte, weil Lücken in der Zahlung im Laufe des Berufslebens bestanden. Um eine weitere Krankenversicherung hat er sich nie bemüht.

Nun musste eine Bypass-OP durchgeführt werden. Das werden hohe Kosten werden, zumal noch Komplikationen eingetreten sind und er noch auf der Intensivstation liegt und weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Ich selbst beziehe Versorgungsbezüge vom Land und kann (wenn es die Gütertrennung erlaubt???)Beihilfe für meinen Mann beantragen.

Muss ich für die Krankenkosten meines Mannes aufkommen?
22.09.2007 | 00:42

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Für eine abschließende und rechtssichere Beurteilung empfehle ich zunächst dringendst, den Notarvertrag und die gesamten Umstände von einem Anwalt vor Ort überprüfen zu lassen, denn über dieses Portal ist nur eine allgemeine Beurteilung möglich ist.

Durch eine Gütertrennung werden alle vermögensrechtliche Fragen geregelt, es wird also z.B. festgelegt, wem was gehört, dass ein Ehegatte nicht am Vermögenszuwachs des jeweils anderen beteiligt ist, dass jeder ohne Zustimmung des anderen über sein Vermögen verfügen kann und dass es im Falle einer Scheidung oder des Todes eines Ehegatten keinen Zugewinnausgleich gibt. Die Gütertrennung hat jedoch keinen Einfluss auf Unterhaltsansprüche zwischen den Ehegatten.

Gem. § 1360 BGB sind sich die Ehegatten gegenseitig zum Familienunterhalt verpflichtet, was das ist, ist in § 1360a BGB geregelt. Hierzu gehören nach der Rechtsprechung des BGH auch Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen BGH NJW 1985, 1394). Um den Familienunterhalt bestreiten zu können, muss gem. § 1360 BGB erforderlichenfalls auch das Vermögen eingesetzt werden. Diese Regelungen können durch Ehevertrag nicht ausgeschlossen werden, was jedoch nicht zwingend heißen muss, dass Sie für die gesamten Kosten in voller Höhe aufkommen müssen. Ob und in welcher Höhe eine Unterhaltsanspruch Ihres Mannes gegen Sie besteht, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere von der Höhe der Kosten, der Höhe Ihres Vermögens und Einkommens, Ihrer Lebenssituation etc.

In jedem Fall handelt es sich aber um einen Anspruch Ihres Mannes gegen Sie bzw. eines Sozialhilfeträgers gegen Sie, falls Ihr Mann Sozialleistungen beantragen sollte und der Anspruch auf das Amt übergeleitet wird. Die Ärzte und/oder das Krankenhaus haben keinen direkten Anspruch gegen Sie.

Es ist nicht ersichtlich, warum der Ehevertrag ein Hinderungsgrund sein sollte, um für Ihren Mann Beihilfe zu beantragen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verweise bei Unklarheiten auf die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 22.09.2007 | 07:28

Die Ärzte bzw. die Klinik kann also keine direkten Forderungen an mich stellen, erst ein Sozialhilfeträger kann einen Unterhaltsanspruch geltend machen, wenn mein Mann einen Antrag stellt.
Sollte er dazu selbst nicht in der Lage sein, wer stellt den Antrag?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.09.2007 | 11:04

Sehr geehrte Fragestellerin,

wer Leistungen für einen anderen erbringt, die bei rechtzeitigem Einsetzen von Sozialhilfe nicht zu erbringen gewesen wären, kann gem. § 25 SGB XII selbst die Erstattung beim zuständigen Sozialhilfeträger beantragen. Deshalb wird davon auszugehen sein, dass das Krankenhaus oder sonstige Stellen, die Leistungen erbringen, unabhängig von Ihrem Mann bzw. Ihnen einen entsprechenden Antrag stellen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Hat mir als erste Orientierung sehr geholfen. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Gabriele Koch »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Hat mir als erste Orientierung sehr geholfen.


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht