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Gültigkeit eines Testamentes und Ausstellung des Erbscheines

| 18.03.2014 22:49 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen


Mein Vater ist Ende Januar verstorben. Heute habe ich vom Nachlassgericht ein Schreiben bekommen. Es wurde mir mitgeteilt, dass meine Eltern ein gemeinschaftliches Testament gemacht hatten und meine Mutter einen Erbschein beantragt hat. Ich habe jetzt die Gelegenheit mich dazu zu äußern.
Mich interessiert, ob das Testament so gültig ist, da meine Schwester und ich gar nicht erwähnt werden und ob ich es, falls ich mich nicht oder zustimmend zur Ausstellung des Erbscheines für meine Mutter äußere, anerkenne.
Das Testament hat folgenden Wortlaut:

Testament

Wir, die Eheleute Anna und Alfred Mustermann setzen uns gegenseitig als Alleinerben ein.

Musterstadt, den 25.12.2000

Anna Mustermann
Alfred Mustermann

Alles wurde handschriftlich geschrieben.
Ist das so gültig und wenn nicht was kann ich dagegen unternehmen?
Ich habe vor allem die Befürchtung, dass meine Schwester meine Mutter so beeinflusst, dass später von dem Erbe nichts mehr übrigbleibt.

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid zum Tod Ihres Vaters aussprechen.

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit das Testament handschriftlich ge- und unterschrieben wurde, ist dieses formell wirksam, § 2247 BGB.
Die Unterschrift soll die Person des Ausstellers erkennen lassen. Die Unterschrift ist ein kennzeichnender Schriftzug, dessen Schriftbild individuell ist und erkennen lässt, dass es sich um eine Unterschrift handelt.

Die formelle Wirksamkeit des Testaments wird von Amts wegen durch das Gericht geprüft.

Da Sie und Ihre Schwester durch das Testament enterbt wurden, können Sie Ihren Pflichtteil beanspruchen. Dass Sie nicht im Testament erwähnt wurden, stellt keinen Anfechtungsgrund dar. Vielmehr wollten Ihre Eltern sich allein zu gegenseitigen Erben einsetzen. Allenfalls dann, wenn das Testament vor Ihrer Geburt errichtet wurde, käme eine Anfechtung nach § 2079 BGB in Betracht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Andere Anfechtungsgründe liegen nach Ihren Angaben nicht vor.

Damit der überlebende Ehegatte das Erbe nicht komplett ausgibt, ist es sinnvoll eine sog. unbefreite Vorerbschaft anzuordnen. Dies gilt automatisch, wenn im Testament – wie in Ihrem Fall - nicht ausdrücklich etwas anderes angeordnet wurde. Der überlebende Ehegatte ist stark in seiner Verfügungsvollmacht eingeschränkt. Ihre Mutter darf den Nachlass nur entsprechend ihrer zugewiesenen Berechtigungen nutzen. Ihre Mutter darf daher insbesondere keine Schenkungen aus dem Nachlass vornehmen, Grundstücke mit einer Hypothek belasten oder Rechte an einem Grundstück eintragen lassen. Der unbefreite Vorerbe muss den Nachlass ordnungsgemäß verwalten und erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2014 | 23:41

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Eine Sache habe ich nicht verstanden.
Wie kann ich eine sogenannte unbefreite Vorerbschaft anordnen lassen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.03.2014 | 09:42

Sie selbst können diese nicht anordnen lassen. Dies können nur die Eheleute im Testament.

In einem Berliner Testament können die Eheleute bestimmen, ob eine befreite oder unbefreite Vorerbschaft vorliegen soll. Bei einer befreiten Vorerbschaft kann der überlebenden Ehegatte frei über den Nachlass verfügen. Ist im Testament nichts angeordnet, gilt automatisch eine unbefreite Vorerbschaft. So liegt es in Ihrem Fall. Da im Testament nichts weiter verfügt wurde, ist eine unbefreite Vorerbschaft Ihrer Mutter anzunehmen, sodass diese den Nachlass erhalten muss.

Bewertung des Fragestellers 19.03.2014 | 11:17

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Stellungnahme vom Anwalt:
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