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Gültigkeit der AVB bei Altverträgen zur Hausratversicherung

14.06.2016 09:57 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


BITTE NUR ANWÄLTE, DIE SICH IM THEMA "ALLGEMEINE VERSICHERUNGSBEDINGUNGEN BEI HAUSRATVERSICHERUNGEN" GUT AUSKENNEN. HERZLICHEN DANK!!!

Bei einem Einbruchdiebstahl wurden mir u.a. eine Menge an Goldmünzen etc. entwendet. Die Versicherung will nun nur einen Bruchteil ersetzen, weil meinem Hausratversicherungs-Vertrag, den ich seit rund 35 Jahre schon habe (bereits als Stud. abgeschlossen), uralte allgemeine Versicherungsbedingungen zugrunde liegen, die nicht mehr zeitgemäß sind (Begrenzung des Schadensersatzes auf 1.500 DM, Erfordernis eingemauerte Stahlschränke bis mit Mindestgewicht 250 kg etc.).

Auf jeden Fall fühle ich mich als bisher schadensfreier, treuer Versicherungsnehmer schlecht behandelt.

Gibt es denn Möglichkeiten, die Anwendung der neuen, aktuellen AVB der Hausratsversicherung zu beanspruchen (z.B. Ersatz von Goldmünzen schon im Basistarif uneingeschränkt bis EUR 30.000) und unter welchen praktischen und ggf. kreativ-hypothetischen Rechts-Voraussetzungen wäre dies möglich.

Und: hätte seitens des Versicherers nicht eine Aufklärungspflicht bestanden (-> PVV?)?

Vielen Dank für Ihre fundamentierte Antwort vorab!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Anwendung neuerer AVB können Sie nur im Wege des Schadensersatzes beanspruchen, demzufolge Sie so gestellt werden müssten, wie Sie bei ordnungsgemäßer Beratung stünden.

Voraussetzung ist daher das Vorliegen eines Schadensersatzanspruches, welcher wiederum einer (Beratungs-) Pflichtverletzung des Versicherer (bzw. Maklers) bedarf.

Zwar besteht in dieser Hinsicht sowohl für den Makler als auch für den Versicherer auch nach Vertragsschluss die Pflicht, den Versicherungsnehmer hinsichtlich seines Versicherungsschutzes zu beraten. Allerdings bedeutet dies nicht, dass der Versicherer von sich aus recherchieren muss, ob Sie als Versicherungsnehmer noch bedarfsgerecht versichert sind. Man spricht insoweit von einer anlassbezogenen Beratungspflicht. D.h., dass ein für den Versicherer erkennbarer Anlass bestanden haben muss, Sie hinsichtlich neuerer, verbesserter Hausratversicherungsprodukte zu informieren. In der Regel besteht ein solcher Anlass lediglich dann, wenn ein Versicherungsfall früher bereits eingetreten ist oder Sie ein Interesse an einer Vertragsänderung gegenüber der Versicherung zum Ausdruck gebracht haben. Vielleicht haben auch Vertragsänderungen hinsichtlich anderer Versicherungsprodukte bei derselben Gesellschaft stattgefunden. Auch hieraus könnte sich eine Beratungspflicht ergeben. Gleiches könnte vor dem Hintergrund gelten, das Sie den Vertrag als Student abgeschlossen haben. Dies war für den Versicherer ebenso erkennbar wie die Tatsache, dass ein weitergehender Versicherungsschutz benötigt wurde. Meines Erachtens reicht dieser Umstand aus, um eine Beratungspflicht auszulösen. Denn anhand der dem Versicherer vorliegenden Informationen konnte durch aus auf einen Beratungsbedarf geschlossen werden. Allerdings ist eine gegenteilige Auffassung durchaus denkbar. Zudem müssten Sie sich ggf. ein Mitverschulden anrechnen lassen, da Sie sich schließlich selbst auch nicht um eine Anpassung des Vertrages kümmerten.

Alles in allem handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung über die letztlich ein Richter befinden würde. Wie dessen Entscheidung ausfiele, kann leider nicht seriös mit absoluter Sicherheit vorhergesagt werden. Hierfür haben Sie sicherlich Verständnis.

Sollte der Vertrag seinerzeit durch einen Makler vermittelt worden sein, gelten für diesen strengere Maßstäbe. Sie wären demnach rechtlich besser gestellt. Dies setzt natürlich voraus, dass dieser noch aktiv ist und seine Tätigkeit nicht zwischenzeitlich eingestellt hat, was wegen des verstrichenen Zeitraums zunächst erforscht werden müsste.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse. Diese finden Sie auf meinem Profil, das Sie durch einen Klick auf meinen Namen erreichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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