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Gültige Kündigung der Mietwohnung wegen Schwerbehinderung zurücknehmbar?


12.07.2005 19:21 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

In unserer Nachbarschaftschart verlangt man für gleiche Wohnungen verschiedene Kaltmieten.

Da die Mieten sehr hoch sind, besteht eine hohe Fluktuation und die Wohnungen stehen oft sehr lange leer.

Eine Wohnung wurde jetzt für 150 Euro Kaltmiete weniger vermietet und eine andere Nachbarin erwirkte am Telefon eine Kürzung von 100 Euro.

Ich habe meine Hausverwaltung um eine Mietkürzung gebeten, mit der Ankündigung einer sonstigen Kündigung.

Daraufhin bot man mir eine Mietkürzung von 35 Euro an. Was ich als Scherz deutete.

Jetzt möchte ich meine Forderung genauer formulieren und dies mit einer Kündigung unterstreichen.

Meine Frage ist, ob das ratsam ist. Oder was ich besser machen könnte. Hauptmieter sind mein Mann und mein zu 100% behinderter im Rollstuhl sitzender Vater.

Kann ich die Kündigung später zurückziehen und mich auf die Schwerbeschädigung meines Vaters berufen?

Ausziehen möchte ich erst in 2 Jahren.
Über einen rechtlichen Rat würde ich mich freuen.
Mit Freundlichen Grüßen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihr beabsichtigtes Vorgehen ist sehr riskant: Eine von sämtlichen Mietern, in Ihrem Falle von Ihrem Mann und Ihrem Vater erklärte Kündigung führt gemäß § 542 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ohne weiteres zur Beendigung des Mietverhältnisses - spätestens zum Ende der vereinbarten oder gesetzlich vorgesehenen Kündigungsfrist.

Die Kündigung kann später nicht ohne Zustimmung des Vermieters zurückgenommen werden. Die Schwerbeschädigung Ihres Vaters macht weder die Kündigung unwirksam noch kann sie als Begründung für einen späteren Widerruf herangezogen werden.

Sie können sich zwar gegenüber dem Vermieter die Kündigung des Mietverhältnisses für den Fall vorbehalten, dass dieser auf Ihren Wunsch zur Mietsenkung nicht eingeht. Aussprechen sollten Sie die Kündigung allerdings nicht, wenn in jedem Falle das Mietverhältnis noch zwei Jahre Bestand haben soll.

Vielleicht wäre es daher ratsamer, dem Vermieter anzubieten, dass das Mietverhältnis noch mindestens zwei Jahre Bestand haben soll, wenn gleichzeitig die Miete gesenkt wird. Dann hätten Sie Ihr Ziel erreicht und der Vermieter die Sicherheit, dass seine Wohnung mindestens noch zwei Jahre, wenn auch zu einem geringeren Mietzins, vermietet ist. Das mag dann für ihn im Vergleich zu einer leerstehenden Wohnung das geringere Übel sein.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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