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Grundstücksverkäufer reagiert mit Anwalt wegen Verzug der Restzahlung

20.09.2008 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Guten Tag,

meine Frau und ich haben ein Grundstück in Höhe von 55.000 € gekauft, das bis zum 28.08.08 bezahlt werden sollte. Im Kaufvertrag sind Verzugszinsen für Zahlungen ab diesem Datum vereinbart. 37.000 € Eigenkapital haben wir am 27.08.08 auf das vereinbarte Notaranderkonto überwiesen. Der Restbetrag von 18.000 € sollte von der zu finanzierenden Bank kommen. Die Bank hat aber noch Unterlagen benötigt, die wir mit Hilfe des Notars dann eingereicht haben. Am 11.09.08 haben wir den Verkäufer über diese Verzögerung telefonisch informiert. Die Bank hat den Betrag von 18.000 € erst am 18.09.08 auf das Notaranderkonto überwiesen.

Der Verkäufer hat sich am 16.09.08 nach dem Kontostand beim Notar erkundigt. Dabei ist ihm fälschlicherweise mitgeteilt worden, dass lediglich 30.000 € auf dem Notaranderkonto waren. Dass wir einige Tage vorher wegen der fehlenden Unterlagen für die Bank beim Notar waren und dort erklärt haben, dass die Bank dann in Kürze das Geld überweisen würde, hat man ihm nicht mitgeteilt.

Am 17.09.08 habe ich den Verkäufer angerufen und ihm mitgeteilt, dass die Bank die fehlenden 18.000 € endlich freigegeben hätte und sie diese sofort überweisen würde. Nebenbei erzählte er mir, er hätte einen Anwalt aufgesucht, das Notariat hätte ihn auf diese Möglichkeit hingewiesen.

Nun bekamen wir am 18.08.08 ein Schreiben inkl. Rechnung von seinem Anwalt, bei dem uns Vertragsbruch vorgeworfen wird. Inklusive Verzugszinsen (113,66 €) sollen wir eine Geschäftsgebühr von 985,40 € und eine Pauschale für Kommunikation von 20,00 € zahlen. Inkl. MwSt beträgt die Rechnung 1.196,43 €.

- Wir haben dem Verkäufer nie zum Verstehen gegeben, dass wir die Verzugszinsen nicht übernehmen würden. Handelt es sich um Vertragsbruch? Darf er ohne Vorwarnung einfach einen Anwalt einschalten und uns die hohen Kosten in Rechnung stellen?

- Wenn der Verkäufer im Recht sein sollte, sind die Forderungen des Anwalts berechtigt? Wie müssen wir uns verhalten?

- Da das Notariat mit seinen Aussagen oder Nichtaussagen das Verhalten des Verkäufers beeinflusst hat, ist hier eine Mitschuld gegeben? Folgen?

- Der Verkäufer hat die vertraglich vereinbarte Müllentsorgung noch nicht vorgenommen. Hat dies Einfluss auf den beschriebenen Sachverhalt? Könnten wir als "Ausgleich" gegen ihn rechtlich vorgehen?

Vielen Dank


-- Einsatz geändert am 21.09.2008 00:49:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Die im Vertrag vereinbarte Leistungszeit ist von Ihnen nicht eingehalten worden, so dass hierin eine Vertragsverletzung zu sehen ist.
Dem Verkäufer ist es unbenommen in einer solchen Situation einen Kollegen mit der Interessenwahrnehmung zu beauftragen.
Eine andere Frage ist, ob Sie die Kosten für die Inanspruchnahme des Kollegen zu tragen haben.

Das wäre nur dann der Fall, wenn die Inanspruchnahme des Rechtsanwalts erforderlich war.
Hier ist aber von einem derart einfach gelagerten Fall auszugehen, der gegen die Erforderlichkeit der Beauftragung eines Kollegen spricht.
Fälligkeit und Verzugsregelungen sind in dem notariellen Vertrag geregelt. Der Verkäufer bedurfte vor diesem Hintergrund keiner anwaltlichen Hilfe, sondern hätte selbst die Verzugszinsen Ihnen gegenüber geltend machen können.

Die Gebühren des Kollegen sollten Sie daher auf keinen Fall zahlen.

Einen Ausgleich für die vom Verkäufer nicht vorgenommene Müllentsorgung könnten Sie nur dann verlangen, wenn dies vertraglich geregelt worden ist oder Ihnen hierdurch ein Schaden entstanden ist.

Sie brauchen also lediglich die Verzugszinsen an den Verkäufer auskehren.
Wenn Sie in der Sache dennoch nicht weiterkommen sollten, empfehle ich Ihnen, einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2008
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2008 | 14:41

Sehr geehrter Herr Roth,

vielen Dank für die schnelle und wertvolle Beratung. Wir werden dem Verkäufer die angefallenen Verzugszinsen überweisen. Die Anwaltsrechnung werden wir nicht bezahlen.

Die Nachfrage, die wir haben, ist, wie wir uns dem Anwalt gegenüber verhalten sollen. Sein Schreiben ignorieren oder schriftlich Stellung nehmen, und wenn ja, wie, mit welchem Inhalt?

Vielen Dank im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.09.2008 | 15:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Teilen Sie dem Kollegen schriftlich kurz mit, dass Sie die Kostennote nicht begleichen werden, weil dei Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe nicht erforderlich gewesen ist und verweisen insoweit auf die Fälligkeits- und Verzugszinsenvereinbarung des notariellen Vertrags.



Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

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