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Grundstückskaufvertrag; evtl. spätere Nachzahlung

14.12.2007 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Hallo, Rechtsanwälte!
Ich (A) bin mit meinem Bruder (B) Eigentümer eines Einfamilienhauses (Villa) in Bremen zu je 1/2. Das Grundstück hat nach Grobschätzung des Gutachterausschusses einen Wert von ca. 800.000 €. (B) möchte nach Auszug der Mieter den halben Anteil (ca. 400.000 €) von mir (A) kaufen. Da (B) nicht bereit ist, die "volle" Hälfte (400.000 E) zu bezahlen und (A) daran interessiert ist, dass das Grundstück in Familienbesitz bleibt, ist (A) bereit, seinen Anteil zum "ermäßigten" Kaufpreis von 250.000 € an (B) zu veräußern (dem stimmt (B) zu). Da aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass (B) danach evtl. das gesamte Grundstück zu einem Kaufpreis von 800.000 € oder auch mehr weiter veräußert, versucht (A) sich hier finanziell abzusichern: und zwar soll für diesen Fall (B) verpflichtet werden, dann 20 % des bei dem Weiterverkauf erzielten Gesamtkaufpreises an (A), oder im Falle seines Ablebens, an seine Ehefrau und seine beiden Kinder weiterzugeben.
Folgende Fragen ergeben sich hieraus:
1. Ist diese Absicherung durch Eintragung einer Dienstbarkeit in Abteilung II des Grundbuchs möglich? Falls ja, entwerfen Sie einen Text für die Grundbucheintragung.
2. Ist eine andere grundbuchliche Absicherung sinnvoller?
3. Zeigen Sie ggfls. bessere Alternativlösungen auf! (ohne Teilzwangsversteigerung)

Sehr geehrter Fragesteller,

eine solche Absicherung kann mit einer Eintragung im Grundbuch nicht erzielt werden. Sie könnten zwar eine Grundschuld zu Ihren Gunsten eintragen lassen. Dies ist allerdings nur mit einer festen Summe möglich, nicht mit einem prozenztualen Anteil an einem späteren Verkaufserlös.

Um sich abzusichern, könnten Sie im notariellen Kaufvertrag eine entsprechende Vereinbarung aufnehmen, die B verpflichtet im Falle des Verkaufs 20% des Kaufpreises an Sie oder Ihre Frau/Kinder auszuzahlen.

Sie könnten auch nur einen Teil Ihres Anteils an B verkaufen. Damit hätten Sie z. Bsp. einen Anteil von 20% am Grundstück als Eigentümer gesichert. Wenn Sie A als Ihren Vertreter einsetzen kann er innerhalb der Vertretungsmacht das Grundstück allein bewirtschaften und Sie sind im Falle eines Verkaufs am Erlös mitbeteiligt.

Ich rate Ihnen in Anbetracht der Komplexität des Immobiliarrechts einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, um mit diesem im Einzelnen Ihre Beweggründe für den Verkauf/Sicherung des Anteils zu erörtern um möglicherweise noch eine andere Lösung zu finden, die im Rahmen einer Erstberatung keinesfalls erbracht werden kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2007 | 18:00

Falls ich die entsprechende Vereinbarung nur in den notariellen Kaufvertrag aufnehmen lasse:
Wie ist dann sichergestellt, dass ich von dem Weiterverkauf erfahre, wenn kein entsprechender Vermerk im Grundbuch steht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2007 | 08:24

Sehr geehrter Fragesteller,

das kann damit nicht sichergestellt werden. Allerdings könnten Sie in dem Kaufvertrag B verpflichten den Verkauf Ihnen gegenüber anzuzeigen und mit einer Vertragsstrafe belegen, wenn dies innerhalb einer bestimmten Frist unterbleibt.

Daher auch mein Hinweis, eine ausführliche Beratung bei einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl in Anspruch zu nehmen, mit dem Ihre Beweggründe für den Verkauf/Sicherung des Anteils ausfühlich besprochen werden können, um dann Strategien zu entwickeln, die Ihren Interessen entsprechen.

Gerade weil in einer Erstberatung nicht alle Belange ausführlich erörtert werden können und angesichts Ihres wirtschaftlichen Interesses sollten Sie diesen Weg nutzen. Bei einer Erstberatung kann immer nur um eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
-Rechtsanwalt-

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