Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.422
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grundstückskauf vom Eigentümer nach Info über Makler

14.06.2015 23:05 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Kein Anspruch des Maklers auf Zahlung einer Provsion bei Fehlen eines Zustandekommens eines Maklervertrages mit einem ausdrücklichen Provsionsbegehren.

Guten Abend,
wir, zwei befreundete Paare, suchten ein Grundstück, um zwei Doppelhäuser zu errichten. Durchs Internet fanden wir eine Immobilien-LBS-Hausbau-Firma, die ein Grundstück anbot und die zu errichtenden Doppelhäuser gleich mit. Es wurde kein Vertrag unterzeichnet. Wir wurden von Anfang an ziemlich gedrängt, uns zu entscheiden, da es etliche Interessenten gäbe. Auf unseren Wunsch hin konnten wir endlich das Grundstück besichtigen und stellten dabei fest, dass dieses Grundstück auch in einem Immo-Portal angeboten wurde und außerdem der Makler keinen schriftlichen Auftrag für den Verkauf hatte. Im Internet waren Name und Adresse der Verkäuferin genannt, wir kontaktierten sie und haben schließlich den KaufVertrag für das Grundstück - ohne Hausbau - mit ihr direkt abgeschlossen, auch aus grunderwerbsteuerlichen Gründen (Grundstück mit zu errichtendem Haus in einem Vertrag). Der Makler hatte also weder mit uns noch mit der Verkäuferin einen schriftlichen Vertrag, gleichwohl wir durch ihn von diesem Grundstück erfahren haben. Blöderweise haben wir den Kaufvertrag bei dem Notar abgeschlossen, der uns gleich am Anfang schon einen Kaufvertrag aufgesetzt hatte, in dem das Grundstück mit den noch zu errichtenden Häusern verkauft werden sollte. Der neue Vertrag beinhaltete jetzt einzig den Verkauf des noch zu teilenden Grundstücks an zwei Parteien. Als uns dieser per email zugeschickt wurde, bemerkten wir, dass auch der Makler davon eine Kopie bekam.
Jetzt unsere Fragen:
1. War das rechtens? Ist das nicht eine grobe Verletzung der Notar-Schweigepflicht? Er war ausdrücklich von uns beim Notartermin darauf angesprochen worden und nicht dazu authorisiert.
2. Wie verhält es sich jetzt mit der Maklerprovision? Der Makler war eigentlich ja garnicht handlungsfähig, weil ihm das Grundstück nicht gehörte. Und in dem Vertrag auch nicht mehr erwähnt. Er weiss aber nun, daß wir das Grundstück ohne ihn gekauft haben.

Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt verständlich geschildert und bedanke mich für eine Stellungnahme.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. In der Tat hat der Notar seine gegenüber den Parteien bestehende Verschwiegenheitsverpflichtung verletzt. Er hat hier vertrauliche Daten aus einem Kaufvertrag weitergeben, zu denen er nicht berechtigt war. Wenn die Weitergabe zudem an einen Maklerausdrücklich untersagt wurde, hat der Notar vorsätzlich gegen die Vorgaben der Parteien verstoßen. Dies rechtfertigt eine Beschwerde gegenüber der Notarkammer.

2. Ein Provisionsanspruch des Maklers besteht hier nicht. Dies aus zwei Gründen.

Voraussetzung für ein Provisionsanspruch des Maklers ist zunächst der Abschluss eines Maklervertrages, der Nachweis einer Kaufgelegenheit und der Hinweise, dass für die Dienste des Maklers eine Provision anfällt. BGH, Urteil vom 03.05.2012, III ZR 62/11.

Denn Sie können den Abschluss eines Maklervertrages auch noch verweigern, wenn der Makler seine Maklerleistungen bereits erbracht hat.

Da der Makler offensichtlich weder von der Verkäuferin noch von Ihnen einen ausdrücklichen Auftrag hatte, ist ein Maklervertrag nicht zustande gekommen.

Gemäß § 625 Abs. 1 BGB muss der Makler auch eine Maklerleistung erbracht haben.

Im Falle eines Nachweismaklers erfordert die den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Kaufvertrags.

Hierfür ist Voraussetzung, dass neben der Besichtigung der Immoibilie auch die Kontaktdaten der Verkäufer benannt werden, damit mit diesen in konkrete Verhandlungen eingetreten werden kann. BGH, Urteil vom 16.12.2004, III ZR 119/04 und vom 06.07.2006, III ZR 379/04.

Da Sie die Kontaktdaten der Verkäufer durch eine andere Quelle erfahren haben, fehlt es hier an der Erbringung einer vollständigen Maklerleistung. Es fehlt auch aus diesem Gesichtspunkt an dem Zustandekommen eines Maklervertrages mangels Erbringung der sich aus einem Maklervertrag ergebenden geschuldeten Leistung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind als Bauherr oder Immobilienverkäufer den ganzen Tag mit den Umbau- und Umzugsplänen beschäftigt?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER