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Grundstückskauf abhängig von Gemeinde und Nacbarschaftsrecht

29.10.2018 08:49 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Zusammenfassung: Vor dem Erwerb eines Problemgrundstückes kann man die Bebaubarkeit durch einen Bauvorbescheid klären.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei einem Bieterverfahren den Zuschlag für ein Grundstück erhalten. Jedoch noch nicht gekauft.
Nach meinem Besuch beim Bauamt habe ich ein Beratungsgespräche erhalten.

Aufgrund der Gegebenheiten würde ein Haus auf dem Grundstück ein extrem schmales Baufenster aufweisen,
weil es in der Hausbreite sehr stark limitiert ist, aufgrund der Grenze des Bebauungsplanes.
Zu allem Überfluß hat ein Nachbar seine Wasserrohre durch das Grundstück gezogen, so dass das jetzt schon zu schmale Baufenster auch noch in der Länge eingegrenzt wird.

Die Gemeinde meinte, dass so ein Haus nicht baubar wäre und seitens der Gemeinde zu 95% eine Abweicherlaubnis erteilt werden würde.
Das Problem dabei ist, es besteht auch Nachbarschaftsrecht und wenn die Nachbarn nicht einwilligen dann könnte ich trotz der Abweicherlaubnis seitens der Gemeinde nicht bauen.


Wie gehe ich am besten vor, damit ich bei dem Grundstückskauf (in Stuttgart) nicht mein Ganzes Geld versenke und einen Bauplatz kaufe der kaum bebaubar ist. (Sprich 443m² Grund aber Grundfläche Haus vielleicht von 65m²) und mich noch zu allem Überfluss in einen Rechtsstreit mit meiner Nachbarschaft verzettle.





Einsatz editiert am 29.10.2018 09:49:25

Einsatz editiert am 29.10.2018 11:39:44
29.10.2018 | 13:48

Antwort

von


(188)
Marktstätte 32
78462 Konstanz
Tel: 07531 - 808 798
Tel: : 07751 - 802 604
Web: http://www.kanzlei-plewe.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie vor dem verbindlichen (notariellen) Erwerb des Grundstückes sichergehen wollen, dass Ihnen an beiden Fronten (nachbarrechtlich und bauplanungsrechtlich) keine allzu großen Probleme begegnen, können Sie durch verbindliche Regelungen eine gewisse Sicherheit gewinnen.

Was die Wasserrohre des Nachbarn betrifft, sollten Sie im Grundbuch prüfen, ob dort ein entsprechendes Recht des Nachbarn eingetragen ist oder ob er die Rohre einfach so verlegt hat. Gegebenenfalls könnte Ihnen dann nämlich ein Beseitigungsanspruch zustehen, wenn der Nachbar keine verbindliche Abmachung mit dem Voreigentümer vorzuweisen hat.
Möglicherweise könnte man – auch bei einem vorhandenen Grundbucheintrag – mit dem Nachbarn verhandeln, ob eine Verlegung der Rohre an eine weniger störende Stelle des Grundstückes möglich wäre.

Auch bezüglich der Einhaltung von Abstandsflächen bei der Bebauung des Grundstückes empfehle ich Ihnen dringend, rechtzeitig den Kontakt zum Nachbarn zu suchen, ihm Ihr Vorhaben zu erläutern und ihn um Zustimmung zu bitten. Wenn es Ihnen gelingt, den Nachbarn davon zu überzeugen, dass er dem Vorhaben zustimmt und auf Einwendungen gegenüber der Baurechtsbehörde verzichtet, hätten Sie zumindest dieses Problem nicht mehr.
Sollte der Nachbar nicht einverstanden sein und Einwendungen gegen die von Ihnen geplante Bebauung erheben, bedeutet das zwar nicht, dass Ihr Projekt unmöglich wird (schließlich weiß man nie, wer am Ende eines entsprechenden Gerichtsverfahrens gewinnt), aber Sie würden vermutlich viel Zeit und Geld investieren müssen und hätten von Anfang an ein Problem mit den Nachbarn. Da wäre Kosten und Nutzen abzuwägen.

Wenn Ihnen die Baurechtsbehörde in Aussicht stellt, dass man eine vom Bebauungsplan abweichende Genehmigung erteilen würde, ist das zwar grundsätzlich erfreulich, aber leider nicht verbindlich. Deshalb sollten Sie sich auf eine solche Zusage nicht verlassen.
Es gibt jedoch die Möglichkeit, eine Verbindlichkeit herzustellen, indem der jetzige Eigentümer einen Bauvorbescheid (nach Ihren Wünschen) beantragt. Ein solcher Bauvorbescheid hat Bindungswirkung für die Baurechtsbehörde. Wenn also der jetzige Eigentümer dazu bereit wäre, könnten Sie auf diese Weise eine Bindungswirkung herstellen.
Allerdings müssen Sie natürlich auch abwägen, ob dem jetzigen Eigentümer ein solches Prozedere zu umständlich und langwierig wäre und er das Grundstück dann möglicherweise lieber an jemand anderen verkauft. Letztlich ist das Verhandlungssache.

Da Sie für das beabsichtigte Projekt ohnehin einen Architekten benötigen, empfehle ich Ihnen, die weiteren Fragen direkt über den Architekten zu klären, da erfahrungsgemäß ein örtlich gut vernetzter Architekt Ihnen ziemlich genau sagen kann, was genehmigungsfähig ist und was nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Karin Plewe
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht

ANTWORT VON

(188)

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