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Grundstückskauf (von Privat) durch Maklervermittlung

14.04.2013 21:18 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Zusammenfassung: Zur Frage der Rückforderung einer Maklerprovision bei möglicherweise unzutreffenden Angaben in einem Exposé

Wir haben ein Grundstück, mit der Absicht, es mit einem Einfamilienhaus zu bebauen, über einen Makler erworben. Im Exposé war von einem Baugrundstück die Rede, ebenso in der Notarurkunde für den Kauf. Nun wird uns die Baugenehmigung verweigert, weil das Grundstück den Mindestabstand für gesundes Wohnen zu einem landwirtschaftlichen Betrieb unterschreitet. Laut Auskunft des Bauamtes kann dieser Umstand, der meines Erachtens maklerseitig (im übrigen auch kaufvertragsseitig) das Fehlen der zugesicherten Eigenschaft "Baugrundstück" zur Folge hat, durch ein Sachverständigengutachten geheilt werden (sofern dieses positiv ausfällt). Frage: Handelt es sich in Bezug auf die Aussage "Baugrundstück" um eine zugesicherte und nun fehlende Eigenschaft und kann daher die Maklercourtage zurückgefordert werden (und dies auch dann, wenn wir durch Beauftragung eines Sachverständigen diese Eigenschaft später gewissermassen selbst herstellen können)?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Die Beschreibung des Objektes im Exposé des Maklers als Baugrundstück stellt keine Zusicherung dar.

Ob der Maklerlohn mit Erfolg zurückgefordert werden kann, richtet sich danach, ob eine Pflichtverletzung des Maklers vorliegt, die ursächlich für den Anfall der Maklerprovision (Kauf des Grundstückes) war.

Eine Pflichtverletzung läge in dem von Ihnen geschilderten Fall nur dann vor, wenn die Angabe "Baugrundstück" im Exposé fehlerhaft, und dem Makler dies bekannt war. Stammt die Angabe "Baugrundstück" vom Verkäufer, und hat der Makler dies in sein Exposé so übernommen, kann eine Pflichtverletzung nicht festgestellt werden, so dass die Maklerprovision nicht mit Erfolg zurückgefordert werden kann.

Anders sähe es aus, wenn der Makler wusste, dass es sich nicht um ein Baugrundstück handelt und dennoch diese Angabe in sein Exposé aufgenommen hätte.

Sollten Sie die Baugenehmigung später bekommen, träfe die Angabe "Baugrundstück" letztlich sogar zu. Für diesen Fall scheidet eine Rückforderung der Maklerprovision von vornherein aus.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Phileas Lemmer, Rechtsanwalt

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