Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grundstück in Florida


16.01.2006 15:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau hat im August 2005 ihr Grundstück in Florida an eine dortige Wohnbaugesellschaft verkauft. Vom Verkaufspreis wurden 10 % einbehalten vom International Revenue Service / FIRPTA.
Vor dem Kauf wurde uns die nachträgliche Zahlung dieser 10 %
zugesagt, diese ist aber bis heute nicht erfolgt.
Meine Frau hat in USA kein eigenes Einkommen, hier in Deutschland
arbeitet sie auf 400,-- EUR Basis.
Das Grundstück war bereits vor unserer Hochzeit im Besitz meiner Frau, sie ist und war auch als alleinige Besitzerin eingetragen.
Erhalten wir die einbehaltenen 10 % noch ?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Grundsätzlich handelt es sich bei der geleisteten Zahlung (10 %) nur um eine Vorauszahlung auf die tatsächlich anfallende US-Einkommensteuer. Denn (grundsätzlich) muss der ausländische Verkäufer für das Jahr, in dem die Transaktion stattfand, fristgerecht eine US-Einkommensteuererklärung abgeben. Erst dann kann überhaupt die Höhe der endgültigen steuerlichen Verpflichtung bestimmt werden.

Insofern ist die Aussage der Wohnungsbaugesellschaft, dass Ihre Frau die einbehaltenen 10 % noch erhalten werde, so ohne Weiteres nicht „ganz klar“. Etwas anderes zu dem oben genannten Grundsatz gilt dann, wenn ein Ausnahmetatbestand vorliegt. Eine hier mögliche Ausnahme kann insoweit vorliegen, als dass das Erfordernis, 10 % einzubehalten, dann nicht gilt, wenn der Verkaufsbetrag unter einem gewissen Höchstbetrag liegt und der Käufer die Immobilie als primären Wohnsitz nutzen will.

Sie sollten daher noch weitere Angaben zu den Verkaufsmodalitäten mitteilen, damit vorliegend geprüft werden kann, ob insoweit ein Ausnahmefall vorliegt.

Ich hoffe, Ihnen (vorerst) mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2006 | 16:28

vielen Dank für Ihre vorläufige antwort, der Käufer (Wohnungs-baugesellschaft) wird sicherlich nicht privat nutzen,auf welcher
Grundlage wird denn die Steuerlast in amerika erstellt, wie gesagt hat meine Frau in USA kein Einkommen.
Auf Nachfrage bei International Revenue Service wurde uns ein
Steuerformular zugesandt, das wir ausgefüllt haben, mit dem Hinweis "kein Einkommen in USA" nur haben wir
seit September 2005 auch auf Rückfrage nichts mehr gehört.
Auf was basiert denn eine Steuerschuld in USA ?
Verkaufspreis des Grundstückes war 18.000 US$ - gekauft hat es
der Vater meiner Frau zu ca. 3.000 US$ undes dann notriell seiner Tochter vermacht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.01.2006 | 09:35

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie in Ihrem Fall in den USA den Gewinn aus dem Immobilienverkauf zu versteuern. Zur Sicherung dieser Steuerschuld sind deshalb die 10 % einbehalten worden. Die Grundlage dafür ist die sog. „FIRPTA“, die Sie bereits benannt haben. Das Doppelbesteuerungsabkommen D – USA besagt, dass Sie insoweit in den USA steuerpflichtig sein können, was vorliegend der Fall ist. (Es ist also unerheblich, ob Ihre Frau ansonsten in D einkommensteuerpflichtig ist oder nicht.)

Die 10 % können Sie zurückerstattet verlangen, wenn Sie beispielsweise aus dem Immobilienverkauf keinen Gewinn erzielt haben. (Ob Sie in Ihrem Fall Gewinn erwirtschaftet haben, wissen Sie am besten; Ihren Ausführungen konnte ich nicht mit Sicherheit entnehmen, ob dies bei Ihnen der Fall war oder nicht.) Dann müssen Sie zur Feststellung, dass kein Gewinn vorgelegen hat, zumindest eine Steuererklärung für Ausländer abgeben (Formular 1040NR).

Sollten die genannten Voraussetzungen also bei Ihnen vorliegen, so können Sie mit einer Erstattung der gezahlten „Steuer“ rechnen. Erforderlichenfalls sollten Sie nochmals bei den US-Steuerbehörden nachhaken.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER