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Grunderwerbsteuer nach Überschreibung


12.11.2015 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Florian Bretzel



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hab folgendes Problem:
Meine Ex-Frau und ich haben uns 2005 ein Haus mit Grundstück für 75.000.- € gekauft, beide zu gleichen Teilen im Grundbuch eingetragen. Bei der Finanzierung galt meine Ex-Frau als Bürgin bei der Sparkasse. Alle bislang gezahlten Raten und Tilgungen habe ich geleistet. Als wir uns dann 2008 scheiden lassen haben, blieb die Immobilie davon völlig unberührt. Meine Ex-Frau bekundete zwar immer mal wieder aus der Finanzierung entlassen zu werden, aber bis zum August diesem Jahres haben wir diesbezüglich nichts unternommen. Als jetzt aber im Juni,bzw August, die Zinzvereinbahrungen ausgelaufen sind, mussten wir handeln und haben bei der Sparkassen eine Schuldhaftentlassung beantragt. Dieses stellte auch kein Problem dar, weil ich ja die gesamte Zeit für die Raten aufgekommen bin. Wir sind dann zu einem Notar und haben Notariell bekunden lassen, daß sie aus der Finanzierung wie auch aus dem Grundbuch ausgetragen wird. Der eigentliche Kredit blieb bis auf die Zinzvereinbahrung unverändert.
Ich habe Post vom FA bekommen in dem sich das Finanzamt erkundigen wollte wie hoch die Finanzierung sich beläuft. Da es noch ca.53.000.-€ sind, hat das das FA wohl als Kaufsumme gesehen.
Jetzt meine Frage: ist es korrekt, das ich nochmals die Grunderwerbssteuer von 1861.-€ entrichten muss, obwohl wir damals beim Erwerb der Immobilie schon jeder von uns 1620.-€ bezahlt hat.
Es ist ja nur auf mich überschrieben worden, ich habe ja nichts neues erworben, nur die Haftung ist komplett auf mich über gegangen.
Für ihre Bemühungen bedanke ich mich bei ihnen schon im voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihrer Schilderung entnehme ich, dass bisher Sie und Ihre Frau zu gleichen Teilen als Eigentümer im Grundbuch eingetragen waren. Das heißt, Ihnen beiden gehörte jeweils ein hälftiger Miteigentumsanteil am Grundstück.

Aufgrund der von Ihnen angesprochenen notariellen Vereinbarung haben Sie den Miteigentumsanteil Ihrer Frau übernommen und sind jetzt Alleineigentümer. Sie haben also - entgegen Ihrer Einschätzung - doch etwas erworben, nämlich den bisher Ihrer Frau gehörenden Miteigentumsanteil. Damit liegt ein Erwerbsvorgang im Sinne von § 1 Abs. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) vor, der Grunderwerbsteuer auslöst.

Die Höhe der Steuer bemisst sich gemäß § 8 Abs. 1 GrEStG nach dem Wert der Gegenleistung für den Erwerb. Zwar haben Sie - wenn ich Ihre Schilderung richtig verstehe - in der notariellen Vereinbarung keine ausdrücklich Gegenleistung geregelt. Gleichwohl haben Sie Ihre Frau ja in Höhe der noch ausstehenden Darlehensvaluta von der Haftung befreit. Dieser Betrag kann als Gegenleistung in diesem Sinne herangezogen werden und bildet damit die steuerliche Bemessungsgrundlage.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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