Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grunderwerbssteuer vs. Schenkungssteuer

20.10.2011 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Sehr geehrte Damen und Herren,

aus dem entfernteren Verwandtenkreis haben meine Frau und ich ein bebautes Grundstück mittels notariell beglaubigtem Übergabevertrag geschenkt bekommen.

Die bestehende finanzielle Belastung wurde von uns ebenfalls übernommen, ein Wertgutachten sieht einen höheren Verkehrswert vor (vom Amt für Bodenmanagement ermittelt), der aber, unter Berücksichtigung unserer beiden Freibeträge und Anrechnung der Schulden zu keiner Schenkungssteuer führt

Vereinfachte Formel:
Schulden + 2x Freibeträge < Verkehrswert = Keine zu leistende Schenkungssteuer.

Nun hat das örtliche Finanzamt der Verwandten uns angeschrieben, die Daten für die evtl. zu leistende Schenkungssteuer zu übermitteln.
Dies haben wir auch entsprechend gemacht (vor ca. 4 Wochen, noch keine Rückmeldung erhalten).

Nun kommt heute von unserem lokalen Finanzamt (anderes Bundesland als das der schenkenden Verwandschaft), ein Bescheid über die zu zahlende Grunderwerbssteuer i.H.v. 3,5% der Schulden (die aus dem Übergabevertrag hervorgehen).

Nun die Frage:

Nach meinem Rechtsverständnis kann in diesem Fall (Schenkung unter Lebenden) nur die Schenkungssteuer zum Ansatz gebracht werden.

Vgl. Eintrag unter Wikipedia:

"(bei)....Grundstücksschenkungen unter Lebenden (§ 3 Nr. 2 GrEStG i.V.m. § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) tritt hinsichtlich der Grunderwerbsteuer Steuerfreiheit ein. Eine mögliche Besteuerung wird sodann ggf. über das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz herbeigeführt."

Beurteile ich den Sachverhalt richtig, bzw. fällt der oben geschilderte Sachverhalt unter den Bereich der Schenkung unter Lebenden?

Kann ich unter Verweis auf diese Paragraphen der Grunderwerbsteuer-Erhebung widersprechen? Kann ein solcher Widerspruch Erfolg haben?

Kann / Soll ich auf die noch laufende Prüfung der Unterlagen durch das andere Finanzamt verweisen?

Wie raten Sie mir weiter vorzugehen, wie kann ein solcher Widerspruch (sofern er juristisch haltbar ist) aussehen?

Vielen Dank bereits vorab!

elessar17


Sehr geehrter Ratsuchender,

bei einer reinen Schenkung, d.h. ohne Auflagen, entsteht keine Grunderwerbsteuer( § 3 Nr. 2 GrEStG). Ist jedoch die Schenkung mit einer Auflage, wie in Ihrem Fall Übernahme der finanziellen Belastungen des Grundstückes, verbunden, so unterliegt diese Auflage der Grunderwerbsteuer gem. § 3 Nr. 2 Satz 2 GrEStG hinsichtlich des Wertes der Auflage, die bei der Schenkungssteuer abziehbar ist. Die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer ist demnach der Wert der übernommenen Schulden.
Demzufolge sehe ich leider keine Möglichkeit, gegen den Bescheid erfolgreich vorzugehen.

Ich bedaure, Ihnen keine positive Nachricht geben zu können und verbleibe,

mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68596 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Hat uns weitergeholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Antwort, weitere Hilfestellung angeboten, Top! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und ausführliche Antwort auf meine Frage. Auch bei der Nachfrage fühle ich mich gut aufgehoben. Sehr zu empfehlen, wenn man Hilfe braucht! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen