Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grunderwerbssteuer bei Erbengemeinschaft

12.01.2011 09:20 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Fall:
I, J, K und W erben gemeinschaftlich die Immobilien
a mit Wert 480.000€
b. mit 125.000€ und
c. mit 75.000€

Wert des Erbes 680.000€, laut Testament sollen alle 4 Geschwister zu gleichen Telen erben und

I soll c mit 75.000 übernehmen
k soll b mit 125.000 übernehmen und
w soll a mit 480.000 übernehmen.

Die Erbschaschaft pro Kind ist 170.000€ also

übernimmt i objekt c für 75.000 und bekommt 95.000ausbezahlt.
j bekommt 170.000 ausbezahlt,
k übernimmt b mit 125.000 und bekommt 45.000 ausbezahlt.
w übernimmt a mit 480.000€ und zahlt an die 3 Geschwister zusammen 310.000€,
Fragen:
1.
Zahlen i und k Grunderwerbssteuer? wahrscheinlich nein.
2.
zahlt w Grunderwerbssteuer?
und wenn ja in welcher höhe?

mfg W.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

In Ihrem Fall gibt es zwei grunderwerbsteuerrechtlich relevante Vorgänge. Der erste ist der Erbanfall an die Erbengemeinschaft, der zweite ist die Übertragung des Eigentums an den einzelnen Grundstücken auf die Erben I, K und W.

Der erste steuerbare Vorgang, der Erbanfall an die Erbengemeinschaft, ist gem. § 3 Nr. 2 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) von der Grunderwerbsteuer befreit. Diese Regelung wurde getroffen, um den bzw. die Erben steuerlich nicht doppelt zu belasten, also mit Grunderwerb- und Erbschaftssteuer. Die Steuerbefreiung im Hinblick auf die Grunderwerbsteuer tritt auch dann ein, wenn – z. B. wegen Freibeträgen – eine Erbschaftssteuer nicht festgesetzt wird oder diese nicht entrichtet wird.

Die Übertragung des Eigentums an den einzelnen Grundstücken auf I, K und W ist gem. § 3 Nr. 3 S. 1 von der Grunderwerbsteuer befreit. I, K und W sind Miterben, die zu übertragenden Grundstücke gehören zum Nachlass und deren Übertragung dient in Ihrem Fall der Auflösung der Erbengemeinschaft. Diese Regelung wurde getroffen, um Miterben gegenüber Alleinerben, die sich auf § 3 Nr. 2 GrEStG berufen können, gleichzustellen.

Folglich muss kein Erbe Grunderwerbssteuer bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 20.01.2011 | 08:31

Vielen Dank für die sehr ausführliche und klare Antwort von neulich. Dazu habe ich eine Zusatzfrage: i,k und w sind verheiratet. Werden die Ehepartner mit ins Grundbuch zu je gleichen Teilen eingetragen, also z.B. k und Frau von k
teilen sich die die Erbschaft 50:50.
Zahlt die Ehefrau dann jeweils Grunderwerbssteuer?
Vielen Dank und mfg W. Boppel

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.01.2011 | 09:46

Sehr geehrter Fragesteller,

ich habe Sie so verstanden, dass nur die Geschwister im Testament als Erben eingesetzt waren. Somit erben nur die Geschwister, nicht auch deren Ehegatten. Folglich würden auch die Ehepartner bei der Aufhebung der Erbengemeinschaft nicht automatisch ins Grundbuch eingetragen werden.

Wenn die Erben jedoch wünschen, dass Ihre Ehegatten zu 1/2 ins Grundbuch eingetragen werden, so ist dies möglich.

Auch in diesem Fall würde keine Grunderwerbssteuer anfallen.

Nach § 3 Nr.3 Satz 3 GrEStG stehen den Miterben nämlich Ihre Ehegatten geleich, sodass der Erwerb keine Steuerpflicht begründet.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81014 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Antwort. Sehr verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell und überdies wurde die Rückfrage prägnant und zügig beantwortet. Ich würde mich jederzeit wieder vertrauensvoll an ihn wenden. Jedem, der dringend juristischen Rat sucht, nur zu empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr Freundlich und kompetent sehr Ausführlich weitergeholfen nur zu Empfehlen . Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER