Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grunddienstbarkeit Wasserleitung

28.09.2015 08:34 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Eintragung einer Grunddienstbarkeit für ein Leitungsrecht.

Ich habe einen Landwirtschaftlichen Betrieb.
Die Zufahrt zu meiner Hofstelle wird nun erneuert.
Die neue Straße wird mein Eigentum und eine eigene Flurnummer erhalten.
Die Baukosten werden von mir getragen. Es gibt einen beträchtlichen staatlichen Zuschuss.
Die spätere Baulast ist bei mir.
Die Gesamtlänge wird 700 m betragen.

Auf ca. 400 m Länge möchte die Wasserversorgung Ihre Hauptleitung für unsere Ortschaft in meine neue Straße verlegen.
Ebenso möchten die Stadtwerke vorsorglich 2 Leerrohre verlegen.
Dies habe ich jedoch erst vor 2 Wochen erfahren (4 Wochen vor Baubeginn), obwohl beide Versorger in die Planungen einbezogen wurden.

Hierzu stellen sich für mich nun folgende Fragen.

1. Bei einer möglichen Reparatur der Leitungen würde meine neue Straße geöffnet werden müssen und die Asphaltdecke wäre an diesen Stellen dann schon nicht mehr "so gut zu befahren" (Senkungen, Risse).
Eine Verlegung der Rohre in der Wiese( evt. Bankett) nebenan wäre mir viel lieber, da dort evtl. Reparaturstellen nach einem Jahr verwachsen wären. Vom zuständigen Ingenieurbüro wurde mir mitgeteilt, dass dies aber Aufgrund höherer Kosten nicht möglich ist.

2. Der Wasserversorger möchte eine Grunddienstbarkeit auf die Flurnummer der Straße eingetragen haben. Ich hatte dies zunächst mündlich zugesagt um keine weitere Verzögerung zu riskieren. Inzwischen haben mich aber einige Kollegen davor gewarnt und statt dessen einen Gestattungsvertrag empfohlen.

3. Wie viel kann ich in etwa als Entschädigung für eine Gestattung/Grunddienstbarkeit fordern.

4. Nun kommt noch der Zeitfaktor. Unsere bisherige Zufahrt ist wirklich in sehr sehr schlechtem Zustand.
Die Planungsarbeiten laufen seit Dez. 2012. Baubeginn sollte April 2015 sein.
Nun soll in 2 Wochen mit dem Bau begonnen werden.
Einerseits möchte ich keine weitere Verzögerung wegen dieser Unklarheiten
andererseits ist dies zu erheblich um dies nicht zu klären.

Beste Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sicherlich fallen bei einer Verlegung der Rohre neben der Straße höhere Kosten an, da der Wssserversorger hier ein eigenes Rohrbett anlegen muss während der dies bei der Verlegung unter der Straßendecke mitnutzen könnte.

Dies muss ist aber kein Grund die Verlegung unter der Straßendecke als einizige Möglichkeit hinzunehmen. Jedenfalls schließen alleine die höheren Kosten sicherlich eine Verlegung neben der Straße nicht aus.

2. Die Eintragung einer Grunddienstbarkeit ist für den Wssserversorger die sicherste Variante sein Leitungsrecht abzusichern. Sie allerdings haben hierdurch eine Belastung in Abt. II des Grundbuches, die ohne Zustimmung des Wasserverbandes nicht mehr gelöscht werden kann. Auch wenn eine solche Grunddienstbarkeit den Wert des Grundstückes kaum beeinträchtigen wird, haben Sie gleichwohl immer den Zugang zu den Rohren zu gewähren u.U. auch durch Aufreisen der Straßendecke, wenn ein anderer Zugang nicht möglich ist.

3. Als Entschädigung oder dauernde Last sollten Sie einen Pachtzins fordern, der für eine ladwirtschaftliche Fläche üblich ist. Die Pacht sollte für den beanspruchten Grundstücksteil angesetzt werden.

D.h. bei einer Länge von 400 m und einer Breite von bis zu 1 Meter ergeben dies. 400 m ² mal dem ortsüblichen Pachtpreis. Soweit Sie eine Einmalzahlung bevorzugen, wäre der Pachtpreis entsprechend zu kapitalisieren. Je nach Bewertung dürfte dies die 10-20 fache
Jahrespacht betragen.

4. Teilen Sie dem Wasserversorger Ihre Forderungen mit. D.h. Verlegung neben der Straße mit einer vertraglichen Regelung zur Pacht und ohne Eintragung einer Grunddienstbarkeit.

Sollten einzelne Punkte nicht verhandelbar sein, sollten Sie in jedem Fall einer Frist setzen bis zu der der Wasserversorger sich verbindlich entscheiden muss. Denn auch der Wasserversorger hat ein Interesse die Verlegung vorzunehmen, bevor die Straße fertiggestellt ist, da die Kosten sich dann erheblich erhöhen, wenn eine Verlegung neben der Straße nicht möglich ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER