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Grundbucheintrag ändern lassen, um Kind als Alleinerbe einzusetzen?

| 29.05.2019 16:00 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


17:42

Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren in 2. Ehe ohne Ehevertrag verheiratet. Gemeinsame Kinder haben wir keine. Aus erster Ehe hat mein Mann vier Kinder, ich einen 20 jährigen Sohn.
Da wir in 3 Jahren nun aus unserem Haus wegen Eigenbedarf ausziehen müssen, haben wir im Rahmen einer Zwangsversteigerung nun vor drei Wochen sehr günstig für 50.000 Euro ein kleines Haus erworben.
Hierfür habe ich meine kompletten Ersparnisse eingesetzt, die ich für meine Altersvorsorge und das Studium meines Sohnes in den letzten Jahren angespart hatte, so dass ich alleine das Haus bezahlen konnte und wir keinen Kredit aufnehmen mussten. Mein Mann hat für seine Altersvorsorge ausreichend Sicherheiten durch Lebensversicherungen.
Da wir als Ehepaar an der Versteigerung mitgewirkt haben, gehört das Haus nun wohl uns Beiden zur Hälfte. Sowohl meinem Mann als auch ich möchten, dass mein Sohn im Falle meines/unseres Ablebens das Haus bekommt, da alle anderen Kinder absehbar bereits jetzt gut versorgt sind.

Meine Frage ist nun: Wie kann ich rechtlich verankern, dass mein Sohn das Haus alleine bekäme? Muss ich hierzu unbedingt den Grundbucheintrag ändern lassen? Ich unterstelle weder meinem Mann, der sicher versuchen würde in meinem Sinne zu handeln, noch meinen Stiefkindern eine unlautere Absicht, aber kann er das im Falle meines Ablebens überhaupt oder wird das Haus dann automatisch auf ihn übertragen und nach seinem Ableben dann auf seine Kinder verteilt?

Wir werden das Haus erst in 3 Jahren bewohnen und in dieser Zeit einen Mieter haben. Der Mietvertrag wird in 2 Wochen unterschrieben. Mein Mann kümmert sich derzeit um diese Angelegenheiten. Muss ich evtl. mit- oder sogar alleine als Vermieter unterschreiben oder ist das ggf. unabhängig vom Grundbucheintrag?
Ähnlich verhält es sich mit der Gebäudeversicherung? Muss ich diese in dem o.g. Fall dann allein abschließen?

Gibt es hierzu eine praktikable und kostengünstige Lösung?
Vielen Dank!

29.05.2019 | 17:03

Antwort

von


(281)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

In dem Fall würde ich – ganz unabhängig von der Frage des Erbes – dazu raten, dass Sie allein Eigentümerin werden wenn Sie das Haus auch allein finanziert haben. Außerdem brauchen Sie in der Konstellation sicherlich ein vernünftiges Testament.

In der Zwangsversteigerung wird derjenige Eigentümer welcher den Zuschlag bekommt. Wer das in Ihrem Fall war kann ich natürlich nicht sagen. Unabhängig davon würde ich immer dazu raten, dass derjenige der das Haus allein finanziert hat, auch Eigentümer wird. Dies unabhängig vom Erbe schon deswegen, weil Sie sonst auch im Fall einer Scheidung Nachteile erleiden würden.

Abgesehen davon sollten Sie in jedem Fall über ein Ehegattentestament oder einen Erbvertrag nachdenken, weil die gesetzliche Erbfolge ansonsten vollkommen unerwünschte Ergebnisse bringen könnte: In Ihrem Fall wären Ihr Mann und Ihr Sohn gesetzliche Erben jeweils zur Hälfte sofern Sie zuerst versterben würden. Gesetzliche Erben Ihres Mannes wären dann nur dessen vier Kinder, jedenfalls soweit der Sohn von Ihrem Mann nicht adoptiert wurde. Sofern Ihrem Mann zuerst versterben würde wären Sie Erbin zur Hälfte, die andere Hälfte würde sich auf die vier Kinder verteilen. Ihr gesetzlicher Alleinerbe in diesem Fall wäre Ihr Sohn.

Von dieser Erbfolge wären dann auch die Miteigentumsanteile beider Ehegatten am Haus betroffen. Es wäre also gegebenenfalls nicht zu verhindern, dass diese mindestens zum Teil auch an die vier Kinder des Ehemannes fallen.

Deswegen würde ich Ihnen dazu raten, hier ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag zu errichten. Darin kann und sollte festgelegt werden, dass der Sohn nach Ihrem Tod Eigentümer wird. Ergänzend könnte man für den Fall, dass Ihr Ehemann Sie überlebt, für diesen ein Wohnrecht eintragen lassen. Außerdem sollte Ihr Mann für den Fall seines Längerlebens auf den Pflichtteil gegenüber dem Sohn verzichten, damit dieser nicht mit Geldforderungen belastet wird. Für eventuelle Vermögenswerte des Ehemannes sollte/könnte man analoge Regelungen finden. Sofern Sie sich für einen Erbvertrag entscheiden wäre auch gewährleistet, dass keine der Parteien von dieser Regelung abweichen kann.

Die Kosten richten sich nach dem Vermögen beider Ehegatten. Bei den genannten Werten würden für das Testament Kosten im unteren dreistelligen Bereich anfallen. Angesichts der Bedeutung der Sache würde ich an Ihrer Stelle aber hier nicht vorrangig nach den Notar-und Grundbuchkosten entscheiden sondern eine saubere Lösung bevorzugen.

Formaljuristisch kann man auch allein einen Mietvertrag abschließen wenn man nicht selbst Hauseigentümer ist. Trotzdem würde ich im Sinne der rechtlichen Klarheit immer dazu raten, dass der oder die Eigentümer auch als Vermieter auftreten. Genauso würde ich es in jedem Fall mit der Gebäudeversicherung halten, schon damit diese – was möglich ist – problemlos auf den Mieter umgelegt werden kann. Sie sollten, sofern Sie Eigentümer sind, hier auch den geringen Aufwand nicht scheuen und die Verträge zumindest selbst abschließen bzw. unterzeichnen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Rückfrage vom Fragesteller 29.05.2019 | 17:31

Sehr geehrter Herr Winkler,

vielen Dank für Ihre hilfreiche Auskunft.
Eine Rückfrage, um sicher zu gehen, dass ich Ihre Auskunft richtig verstanden habe:
Wenn wir einen Erbvertrag oder ein notarielles Testament erstellen lassen würden, dass die o.a. gewünschten Besonderheiten in unserem Sinne berücksichtigt, muss ich also nicht unbedingt vorher den Grundbucheintrag ändern lassen?
Auch wenn Sie mir grundsätzlich hierzu raten, möchte ich meinen Mann nicht vor den Kopf stoßen; evtl. kleine Investionen im Haus wird er in den kommenden Jahren sicher übernehmen-da fände ich es unfair auf einer Alleinübertragung zu bestehen.

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.05.2019 | 17:42

Sehr geehrte Fragestellerin,


Zu Ihrer Nachfrage Folgendes:


Bei einem entsprechenden Testament oder Erbvertrag müssten Sie den Grundbucheintrag nicht vorab ändern lassen.

Allerdings sähe das Testament oder der Erbvertrag dann entscheidend anders aus. In dem Falle müsste nämlich Ihr Sohn auch Erbe Ihres Ehemannes werden, damit er dessen Anteil am Haus bekommt. Außerdem müsste man sich dann überlegen, wie man mit eventuellen Pflichtteilsansprüchen der Kinder des Ehemannes umgeht. Der Anteil am Haus wäre dann nämlich Vermögen des Ehemannes und würde auch in seinen Nachlass fallen. Prinzipiell wäre es möglich, dass Ihr Sohn dann mit Pflichtteilsansprüchen der Kinder des Ehemannes konfrontiert wird. Am einfachsten wäre es in dem Falle, wenn die Kinder notariell auf diese Pflichtteilsansprüche verzichten würden. Wichtig ist, dass die Situation im Grundbuch und das Testament hundertprozentig zueinander passen.

Wie Sie sehen führt die Tatsache, dass der Ehemann Miteigentümer ist, dann wieder zu anderen Folgen, die auch Kosten auslösen können. So würden für einen Pflichtteilsverzicht der Kinder auch Notargebühren anfallen. Trotzdem sind Ihre Motive natürlich verständlich. Generell ist die Aufteilung des Eigentums nach den Anteilen an der Finanzierung aber fair und einfach. Das sollte man nicht unterschätzen.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.05.2019 | 17:52

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