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Grundbucheintrag - Erbfall -10-jahresfrist

| 23.03.2021 12:15 |
Preis: 70,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Mein Mann und ich haben in seinem Elternhaus (2. Bauabschnitt) und Garten ( 1. Bauabschnitt) (geteilt in 2 WE: Mietwohnung und selbstgenutzter Wohnbereich) große Renovierungen vorgenommen.
In beiden Fällen habe ich dafür Kredite aufgenommen, die mit anderen Objekten abgesichert wurden.
Zwischenzeitlich haben wir ein sog. Berliner Testament erstellen lassen.
Da ich nicht im Grundbuch eingetragen bin, müsste ich im Erbfall m. W. Nun das Mehrfamilienhaus 10 Jahre selbst nutzen, um dies steuerfrei verkaufen zu können. ( Wert > aktuellem Steuerfreibetrag).
Außerdem würde ich dann auch noch meine eingebrachten Gelder
Indirekt versteuern?
Um dies zu umgehen, müsste ich wohl ins Grundbuch eingetragen werden, was aufgrund Kinder aus erster Ehe die Erbfall-Situation, wenn ich zuerst versterben würde, zudem wg. Pflichtteilansprüchen erschweren würde.
Zudem kommen auch noch große Zahlungen aufgrund Pflegeheim (sein Elternteil) auf ihn zu.
Nun meine Fragen:
1. Gibt es einen Mindestanteil bzgl. Der Grundbucheintragung für mich, damit die 10-jahresfrist hinfällig wäre?

2. Was müsste man bei der vermieteten WE. Beachten?

3. Erfolgt Erbschaftsteuer auf mein eingebrachtes Kapital oder mindert der Nachweis von Darlehensverträgen den zu versteuernden Immobilienwert?

23.03.2021 | 13:58

Antwort

von


(207)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Grundbuch werden die Eigentümer entsprechend dem Verhältnis zu ihren mitEigentumsanteilen eingetragen, aufgrund eines Erbfalls wird das Grundbuch lediglich berichtigt

Dazu ist ein Erbschein erforderlich (§ 35 GBO), es sei denn es lagen ein notarielles Testament oder Erbvertrag vor.

Das verfahren ist bis 2 Jahre nach dem Erbfall kostenlos. Eine Mindestquote ist mir nicht bekannt.

Sie müssen nicht als Miteigentümer ins Grundbuch eingetragen werden, um die von Ihnen eingebrachten Gelder nicht
Indirekt versteuern zu müssen.

Ihren Beitrag können Sie auch anders nachweisen, müssen das aber auch (Rechnungen aufheben). Allerdings nehmen Sie dann nicht mehr an der Wertsteigerung des Anwesens teil.

Was in einem Erbfall (Sie) vorteilhaft sein könnte wirkt sich in anderen Erbfall (Er) negativ aus und umgekehrt. Deshalb wäre das nur schwer planbar.

Vermietete Wohnungen sind Erbmasse, sie erhöhen der Erbteil und sind nach Ausschöpfung der Freibeträge die Steuerpflicht und -Last.

Die Erbschaftsteuer orientiert sich am Wert des Erbes. Das eingebrachte Kapital führt zu einer Wertsteigerung des Hauses, das Darlehen mindert den Wert. Der Nachweis von Darlehensverträgen wird sicherlich verlangt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 23.03.2021 | 14:34

Die Antwort auf die erste Frage konnte ich nicht rauslesen, deswegen nochmals nachgefragt..

Sobald ich zu Lebzeiten meines Mannes schon, wenn auch nur anteilig , im Grundbuch eingetragen bin, ist die Vorgabe zur 10-jahresfrist der selbstgenutzten Wohnung
hinfällig
und man kann die Wohnung steuerfrei verkaufen, d.h. es fällt beim Verkauf nach z.b 3 Jahren rückwirkend keine erbschafts- bzw. Spekulationssteuer (?) an
Ja oder nein?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.03.2021 | 16:17

Der die gem. § 16 ErbStG bestehenden Freibeträge (500.000€ für Ehegatten, 400.000€ pro eigenes Kind) übersteigende Teil der Erbschaft muß grundsätzlich versteuert werden.

Bei Eigennutzung einer Immobilie als Familienwohnsitz kann gem. § 13 Nr. 4b und 4c ErbStG der Nachlaß von der Erbschaftsteuer befreit sein, wenn sich auf dem jeweiligen Grundstück eine zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung befindet und daran von dem überlebenden Ehegatten endgültig zivilrechtlich Eigentum oder Miteigentum erworben wird. Nießbrauch reicht nicht
[Finanzverwaltung R E 13.4 ErbStR 2019;
Bundesfinanzhof, Urteil v. 29.11.2017].
Das gilt für eingetragene Lebenspartner auch [R E 13.4 Abs. I ErbStR 2019] aber nicht für Kinder oder Geschwister.

Die Eigennutzung muß 10 Jahre dauern, sonst entfällt die Steuerbefreiung wieder, und zwar rückwirkend. Ausnahme:
Der Erbe ist aus zwingenden tatsächlichen Gründen an einer Selbstnutzung gehindert (Altersheim).

Steuerfrei ist gem. § 3 Nr. 3 GrEStG der Erwerb eines zum Nachlaß gehörigen Grundstücks durch Miterben, wenn dies der Teilung des Nachlasses im Rahmen der Nachlassauseinandersetzung dient.

Veräußern Sie die geerbte Immobilie vor Ablauf von 10 Jahren ab deren Erwerb durch den Verstorbenen, wird ggf. die Spekulationssteuer fällig. Maßgeblich ist also nicht der Zeitpunkt des Erbfalls.

Es kommt also nicht darauf an, ob zu Lebzeiten eines Ehepartners der andere ganz oder nur anteilig im Grundbuch eingetragen ist. Das beeinflusst nur den Wert des Nachlasses fur den Überlebenden.

Die Vorgabe der 10-Jahresfrist zur selbstgenutzten Wohnung bleibt bestehen. d.h. beim vorzeitigen Verkauf fällt rückwirkend erbschaftssteuer an.

Bei vermieteten Grundstücken sorgt
§ 13c ErbStG ggf. für eine teilweise Steuerbefreiung.

Bewertung des Fragestellers 25.03.2021 | 09:31

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Wenn ich meine 4 Fragen mit den Antworten vergleiche, komme ich da nicht viel weiter. Die Antworten sind bestimmt juristisch korrekt, doch als Laie hat mich das nicht viel weiter gebracht.
Ich hätte mir einfach Antworten gewünscht, mit denen ich umgehen kann.
Um ein weiteres Rückfragen-pingpong zu vermeiden, was dann auch mit weiteren Kosten verbunden ist, möchte ich mich hiermit bedanken und es dabei belassen.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 25.03.2021
5/5,0

Wenn ich meine 4 Fragen mit den Antworten vergleiche, komme ich da nicht viel weiter. Die Antworten sind bestimmt juristisch korrekt, doch als Laie hat mich das nicht viel weiter gebracht.
Ich hätte mir einfach Antworten gewünscht, mit denen ich umgehen kann.
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ANTWORT VON

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