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Grundbuchänderung nach Eheschließung? Auswirkung auf Erbe


| 27.04.2005 21:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann hat vor der Eheschließung eine Immobilie erworben. Damaliger Wert 140.000 Euro. Wert bei Eheschließung etwa 90.000 Euro. Die Immobilie ist bei Eheschließung mit einem Kredit in Höhe von 80.000 Euro belastet gewesen.

Seit der Eheschließung zahlen wir den Kredit (der auf seinen Namen läuft) von unserem gemeinsamen Konto ab. Im Grundbuch ist er als alleiniger Eigentümer eingetragen.

Was passiert im Falle seines Todes?
Wird berücksichtigt, dass wir gemeinsam abgezahlt haben, oder wird die Immobilie trotzdem komplett ihm zugerechnet und vererbt?

Mein Mann hat ein Kind aus erster Ehe.
Wenn es keine weiteren Vermögenswerte gibt, das Haus abgezahlt ist und kein Testament vorliegt, bei einem angenommenen Immobilienwert von 120.000 Euro zum Todeszeitpunkt.
Wie hoch ist dann mein persönliches Vermögen, wieviel erbe ich und wieviel erbt das Kind?
Habe ich ein Recht in der Wohnung zu bleiben und das Kind auszuzahlen, oder kann es sein, dass ich ausziehen muss?

Sollte ich mich (z.B. zu 4/9 nach Wert der Immobilie und des Kredits bei Eheschließung) ins Grundbuch eintragen lassen, oder macht eine Eintragung erbrechtlich keinen Unterschied?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Zunächst macht es einen Unterschied, wenn Sie Miteigentümerin der Immobilie sind. Denn den Teil, den Sie dann ja schon besitzen, kann Ihr Mann nicht mehr vererben.

Ansonsten ist das Vermögen bei Eintritt des Erbfalles die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Schulden. In Ihrem Fall wird die Erbmasse also die Immobilie zum dortigen Wert sein. Wo und wie diese dann finanziert wurde, ist unerheblich. Hier gilt die Wahrheitsvermutung des Grundbuches – danach ist Ihr Mann alleiniger Eigentümer.

Wird die Ehe durch den Tod des Ehegatten beendet und bestand sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, so erhöht sich der gesetzliche Erbteil des Ehegatten um 1/4 (§§ 1931 III, 1371 I BGB). Zuerst ist also der gesetzliche Erbteil zu ermitteln, der wiederum von der Ordnung der verwandten Erben abhängt. Die Anzahl der Erben spielt hier keine Rolle. Erbt der Ehegatte: neben Verwandten 1.Ordnung (Kinder, Enkelkinder), beträgt sein Erbteil 1/4 (§ 1931 I BGB). In der Zugewinngemeinschaft erbt der Ehegatte damit 1/4 + 1/4 = 1/2 (§ 1371 I BGB).

In der Zugewinngemeinschaft behält grundsätzlich jeder Ehegatte sein Vermögen, dies wird nur bei der Scheidung auseinandergesetzt. Sie haben in der beschriebenen Ausgangssituation also kein Vermögen.

Erben Sie und das Stiefkind also je zur Hälfte, muss man sich einigen, wie mit der Immobilie in der Erbengemeinschaft verfahren wird. Kommt eine Einigung nicht zu Stande, sind der gesetzlichen Regelung folgend Nachlassschulden unter Versilberung der Nachlassgegenstände zu begleichen und der verbleibende Erlös unter den Erben nach der jeweiligen Erbquote aufzuteilen. Die fehlende Zustimmung eines Erben zu einer Einigung kann nicht gerichtlich ersetzt werden. (LG Coburg, Urteil vom 10.02.2003, AZ: 11 O 822/02). Die Immobilie wird dann also verkauft werden müssen.

Um sich hier abzusichern, sollte an die Errichtung eines Testamentes durch Ihren Mann gedacht werden oder eine Absicherung Ihrerseits durch Eintragung ins Grundbuch.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich.

Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2005 | 21:42

Sehr geehrter Herr Steininger,

vielen Dank für Ihre Antwort, sie hilft mir schon sehr viel weiter.
Was ich nur noch nicht recht glauben kann ist, dass es anscheinend keinen Unterschied macht, ob mein Mann eine abgezahlte Immobilie mit in die Ehe gebracht hat, oder ob wir den Kredit für die Immobilie gemeinsam während der Ehe abzahlen.
So oder so wird am "Ende" die Immobilie komplett vererbt und ich habe den Kredit nur "zum Spaß an der Freude" mit abbezahlt.
Ist das wirklich so?

Dann sollte ich meine Hälfte der Raten vielleicht lieber Nutzen um eigenes Vermögen aufzubauen. Das würde mir doch dann bleiben, oder?

Freudnliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2005 | 21:47

Selbstverständlich würde Ihnen eigenes Vermögen bleiben.

Andererseits ist es bei der Ehe häufig problematisch, Zahlungen etc. zuzuordnen. Dies zumal die meisten - leider irrig - davon ausgehen, dass bei der Zugewinngemeinschaft gemeinsames Eigentum vorhanden ist.

Daher sollten Sie auf Grundlage Ihres Anteiles auf jeden Fall eine Übertragung der Immoblie vornehmen.

Ich wünsche Ihnen (trotzdem) noch eine gute Nacht.

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