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Grundbuch einer Eigentümergemeinschaft

6. März 2008 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Ich bin Mitglied einer Erbengemeinschaft (1/88) an einem Mehrfamilienhaus. Nach und nach werden Mitglieder der langjährigen Erbengemeinschaft auf Betreiben ihrer Anwälte aus dem Grundbuch gelöscht.

1.) Ist das zulässig und unter welchen Bedingungen?

2.) Wie kann ich mich dagegen wehren?

3.) Wie werden die frei werdenden Anteile unter den übrigen Mitgliedern der Erbengemeinschaft aufgeteilt?

Sehr geehrter Fragesteller,

die Löschung aus dem Grundbuch kann einmal erfolgen, wenn das Grundbuch falsch ist.
Sie kann aber auch nach § 875 BGB erfolgen indem die Miterben entweder gegenüber dem Grundbuchamt oder beim Notar erklären, dass sie das Recht an dem Grundstück aufgeben und dieses dann gelöscht wird.

Eine eher theoretische Möglichkeit sich zu wehren, ist zu behaupten, dass das Grundbuch dadurch falsch wird und von denjenigen, die gelöscht wurden eine Berichtigung des Grundbuchs zu verlangen. Dieses Verfahren würde zwar bewirken, dass ein Widerspruch nach § 899 BGB ins Grundbuch eingetragen wird, hätte aber in der Sache keinen Erfolg, da durch die Löschung das Grundbuch nicht falsch wird, sondern sich nur die Rechte an dem Grundstück ändern.
Ich vermute einmal, dass das Grundstück belastet ist und Sie verhindern wollen, dass Sie am Ende, wenn alle anderen gelöscht sind, allein auf den Schulden sitzen bleiben.
Dann wäre die wirksamste Form sich dagegen zu wehren, die Auseinandersetzung des Erbes. Dabei wird das Grundstück dann versteigert und der Versteigerungserlös auf die einzelnen Eigentümer verteilt.
Sie können, wenn das Grundstück so stark belastet ist, dass dadurch das ganze Erbe überschuldet ist, auch die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens beim Amtsgericht beantragen. Dies würde die Haftung für Nachlaßverbindlichkeiten auf den Nachlaß beschränken. Allerdings hätte dies unverzüglich erfolgen müssen. Dies ist, wenn die Erbengemeinschaft schon viele Jahre besteht, eher nicht der Fall. Bei diesem Weg müßten Schäden, die den Nachlaßgläubigern durch die Verzögerung entstanden sind ersetzt werden.
Wenn ein Miteigentümer aus dem Grundbuch gelöscht wird, kann er bestimmen zu wessen Gunsten dies erfolgt. Dann wird, wenn der andere damit einverstanden ist, dieser mit dem Anteil eingetragen, den vorher der Ausscheidende hat.
Erfolgt die Löschung, ohne dass dafür ein anderer Eingetragen wird, dann findet eine Anwachsung statt. Dass bedeutet dessen Teil den übrigen nach dem Verhältnis ihrer Anteile anwächst.

Gerne können Sie auch über die kostenlose Nachfragefunktion mitteilen, warum Sie verhindern wollen, dass die anderen Erben aus dem Grundbuch gelöscht werden. Denn die Löschung selber wird man wohl eher nicht verhindern können. Man kann jedoch unter Umständen die befürchteten Wirkungen der Löschung VON Ihnen Abwenden. Dazu wäre jedoch erforderlich, dass Sie kurz mitteilen, warum Sie die Löschung verhindern wollen, wenn es keiner der von mir vermuteten Gründe sein sollte.

Rückfrage vom Fragesteller 7. März 2008 | 08:16

Vielen Dank für die umfassende Antwort. Richtig ist, das seit Jahren leer stehende und unveräußerliche Haus ist mit nicht unerheblichen Forderungen belastwet. Alle Versuche einer Erbauseinandersetzung, Zwangsversteigerung oder Kostenaufteilung innerhalb der Erbengemeinschaft sind gescheitert. Einige wenige tragen derzeit die Kosten für die laufenden Verpflichtungen(Grundsteuer, Versicherung) und werden gesamtschuldnerisch von einzelnen Gläubigern zum Teil auch gerichtlich zur Zahlung aufgefordert. Da ich lediglich nur das genannte 1/88 Grundstücksanteil habe, möchte ich natürlich verhindern, letztlich für die Schulden aller aufzukommen. Was sollte ich tun?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 7. März 2008 | 11:30

Wenn die Prozesse Forderungen betreffen, die vor Eintritt des Erbfalls entstanden sind, machen Sie den Vorbehalt der beschränkten Erbenhaftung geltend § 780 ZPO .

Wenn die Forderungen schon tituliert sind, muß Nachlassinsolvenz beantragt werden.

Bei den Versicherungen sollte geprüft werden, ob diese für ein leerstehendes Haus überhaupt noch gebraucht werden oder ob es besser ist, diese zu kündigen, dass Haus abzureißen und anschließend das unbebaute Grundstück zu versteigern.
Wenn das alles keinen Erfolg verspricht, erklären Sie gegenüber dem Grundbuchamt, dass Sie das Eigentum an dem Grundstück aufgeben.
Sobald dies alle Erben gemacht haben, ist das Grundstück Herrenlos und das Bundesland in dem das Grundstück liegt, kann sich das Grundstück aneignen.
Für die Kosten, die zwischen Eintritt des Erbfalls und Eintragung der Eigentumsaufgabe im Grundbuch entstanden sind, müssen Sie anteilig bezahlen.

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