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Gründung einer Limited in Zypern


30.11.2015 21:05 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Florian Bretzel





Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin aktuell am überlegen ob es sich lohnt eine Firma auf Zypern zu gründen. Hauptsächlich deswegen weil dort effektiv 2,5 % auf Patente/Lizenzen anfallen. Hier würde ich gerne wissen in wie weit der unten genannte Weg legal und Rechtssicherheit bietet, so das ich keine Probleme mit dem Finanzamt erwarten kann.

Szenario:
A ist verwandt mit B (Sind Brüder)

A gründet eine Limited auf Zypern die eine App entwickelt hat. A möchte diese App auch weltweit vermarkten.
B hat eine GmbH. A ist in der GmbH von B angestellt als Software Entwickler und ist in ganz Deutschland unterwegs. Somit generiert die GmbH von B erstmal hauptsächlich Umsatz (100.000€) durch Software Entwicklung direkt beim Kunden. Nun möchte aber A mit der Zypern Limited eine Lizenz zur exklusiven Vermarktung der App an die GmbH verkaufen (Lizenz mit einer jährlichen Laufzeit). Die Lizenzkosten würden in etwa so hoch ausfallen das B mit der GmbH nur einen knappen Gewinn vor Steuern erwirtschaftet(1000€)(Am besten wäre es wenn die Lizenzkosten jedes Jahr so hoch wären das hier der Gewinn geschmälert wird).

die Zypern Limited weist zudem folgende Eigenschaften auf:
- Treuhänder-Geschäftsführer
- Virtual Office
- Registered Office

Wäre dieses Szenario so umsetzbar?. Die GmbH würde auch einen bestimmten Gegenwert bekommen. Jedoch bin ich da nicht so sicher ob dieser Gegenwert in der Höhe so gerechtfertigt ist. (Andererseits sieht man ja auch an diversen Messenger, dass diese für Milliarden aufgekauft werden) Mein Ziel ist es hier so viel wie möglich an Steuern zu optimieren um dieses gewonnene Geld wiederum Geschäftlich zu investieren.



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die von Ihnen angefachte Konstruktion ist dem Grunde nach zulässig und wird ja auch von zahlreichen multinationalen Konzernen so umgesetzt. In allen Fällen geht es regelmäßig darum, die Steuerlast im Hochsteuerland so gering wie möglich zu halten und die Erträge in einem Land mit niedriger Besteuerung anfallen zu lassen. Dazu werden oftmals Lizenzabgaben oder ähnliche Finanztransfers verwendet. Insoweit entspricht Ihre geplante Vorgehensweise einem vielfach erprobten Modell, das auch (steuer-)rechtlich *grundsätzlich* möglich ist.

Entscheidend für die von Ihnen angestrebten wirtschaftlichen und steuerlichen Effekte wird allerdings sein, inwieweit das deutsche Finanzamt die an die zyprische Gesellschaft gezahlten Lizenzabgaben als Betriebsausgaben anerkannt. Das ist regelmäßig nur dann der Fall, wenn die Abgabe der Höhe nach "fremdüblich" ist, also dem Betrag entspricht, den auch ein unbeteiligter Dritter zu zahlen hätte. Wird die Höhe der Abgabe alleine nach wirtschaftlichen/steuerlichen Erwägungen bestimmt und hat keinen realen Bezug zum Wert des zur Nutzung überlassenen geistigen Eigentums, ist das problematisch. Sie werden sich daher darauf einstellen müssen, dass Sie spätestens im Rahmen einer Betriebsprüfung nachweisen werden müssen, wie die Lizenzabgabe kalkuliert worden ist.

Die OECD hat für die finanziellen Transfers zwischen verbundenen Gesellschaften sogenannte "Verrechnungspreisrichtlinien" erlassen, an deren Vorgaben sich alle OECD-Mitgliedstaaten ausrichten. Diese Richtlinien regeln detailliert, wie Lizenzabgaben o. ä. zu kalkulieren sind, um dem Fremdvergleich standhalten zu können. Das kann im Einzelfall durchaus aufwendig sein und beschäftigt auch große Unternehmen lange Zeit; die großen WP-Gesellschaften (PwC, EY, KPMG, Deloitte) haben hierfür jeweils mehrere hundert Personen große Teams.

Ich kann Ihnen daher nur dringend raten, Ihre geplante Konstruktion von einem erfahrenen Steuerberater begleiten zu lassen und insbesondere zum Wert der lizenzierten App und der Höhe des Lizenzentgeltes wirtschaftliche Gutachten einzuholen. Keinesfalls sollten Sie die Lizenzabgabe "freihändig" einfach so bestimmen, dass sie bei der deutschen GmbH zur Gewinnreduzierung auf Null führt; das würde Sie zumindest in die Nähe einer Steuerstraftat bringen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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