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Gründung einer GmbH als Kanadier in Deutschland


16.08.2007 22:38 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht



Mein Freund ist Kanadier und möchte sich hier in Deutschland (München) in der Gastronomie selbständig machen. Normalerweise muss man hier für die Unternehmensgründung als Nicht-EU-Bürger und Nicht-Amerikaner 500.000 Euro auf einem Konto haben und 5-10 Arbeitsplätze schaffen.
Ich habe gehört, dass man auch eine GmbH gründen kann und ihn dann quasi als "Manager" einstellen kann. Wie funktioniert das? Muss ich oder ein Partner die GmbH gründen oder kann er das selbst? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Wo wende ich mich hin und wie lange kann das in etwa dauern?

Vielen Dank für eine hilfreiche Antwort..
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Es ist so nicht zutreffend, dass man, um eine Aufenthaltserlaubnis als Selbstständiger zu erlangen, unbedingt 500.000,00 EUR investieren und mindestens fünf Arbeitsplätze schaffen muss. Nach § 21 Abs. 1 Satz 1 AufenthG kann eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit erteilt werden, wenn

1. ein übergeordnetes wirtschaftliches Interesse oder ein besonderes regionales Bedürfnis besteht,
2. die Tätigkeit positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten lässt und
3. die Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine Kreditzusage gesichert ist.

Diese Voraussetzungen sind grundsätzlich als erfüllt anzusehen, wenn mindestens 500.000 EUR investiert und mindestens fünf Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie können aber auch als erfüllt gelten, wenn weit weniger Kapital investiert und weit weniger Arbeitsplätze geschaffen werden. Gerade in einer weltoffenen Großstadt wie München, die auf eine vielfältige Gastronomie sehr viel Wert legt, ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass die Idee Ihres Freundes unabhängig von der Höhe des investierten Kapitals und der Zahl der zu schaffenden Arbeitsplätze bei den zuständigen Behörden auf offene Ohren stößt.

Ich möchte Ihnen und Ihrem Freund daher dazu raten, einen Versuch zu wagen, ob eine Aufenthaltserlaubnis für eine selbstständige Tätigkeit nicht doch erteilt werden kann. Voraussetzung hierfür ist ein tragfähiges Konzept für die Existenzgründung, welches auch darlegen muss, warum die Geschäftsidee Ihres Freundes eine Bereicherung für München darstellen würde. Da Ihr Freund als Kanadier visumsfrei nach Deutschland einreisen darf und hier in Deutschland den Antrag auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis stellen könnte und so lange in Deutschland bleiben dürfte, bis über den Antrag entschieden ist, wäre die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis und die Kommunikation mit den Behörden recht unkompliziert möglich. Eine Begleitung des Antragsverfahrens durch einen im Ausländerrecht versierten Rechtsanwalt wäre sehr zu empfehlen.

Alternativ könnten Sie natürlich auch versuchen, den von Ihnen angedachten Weg der Anstellung Ihres Freundes in eine leitende Position in einer von Ihnen oder einer anderen Person gegründeten Gesellschaft, z.B. einer GmbH, zu gehen. Jedoch halte ich diesen Weg für sehr kompliziert; zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Freund auf diesem Weg eine Aufenthaltserlaubnis erhält, wohl kaum höher, da das Ganze den Eindruck erwecken könnte, als sollten die Voraussetzungen des § 21 AufenthG umgangen werden. Sollten Sie diesen Weg trotzdem gehen wollen, dann rate ich Ihnen, dass Sie bzw. derjenige, der die Unternehmung gründen würde, sich mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer in Verbindung setzen sollten. Dort wird man Ihnen bei der Gründung der Unternehmung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wie lange das Ganze dauern würde, ist nicht abzuschätzen. Zunächst einmal müsste das Unternehmen ja gegründet werden, wofür, je nach gewählter Rechtsform, bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen, deren Vorliegen ich aus der Ferne nicht beurteilen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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