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Gründung Vermögensverwaltender GmbH

| 07.05.2020 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte eine Vermögens-verwaltende GmbH gründen um im Devisenhandel, das Vermögen der Gesellschaft zu verwalten. Zudem soll ein oder mehr Stille Gesellschafter Kapital in die Gesellschaft einbringen. Das Gesamtvermögen der Gesellschaft würde über 2 Millionen Euro betragen.

Ist dies bei dieser Rechtsform so möglich? Welche steuerlichen Aspekte spiele eine Rolle?

Da es um eine rein verwaltende Tätigkeit des Gesellschaftsvermögens handelt, ist eine Erlaubnis der Bafin nötig?

Ich danke für Ihre Antwort.

MfG

07.05.2020 | 14:02

Antwort

von


(534)
Charlottenstr. 14
52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Eine vermögensverwaltende GmbH ist in jedem Falle möglich.
Die vollständige oder teilweise Einbringung von Privatvermögen in eine vermögensverwaltende GmbH kann eine Reihe von steuerlichen Vorteilen mit sich bringen. Diese kommen zustande, wenn Vermögensgegenstände wie Immobilien, Aktien oder etwaige andere Wertpapiere an die vermögensverwaltende GmbH übertragen werden. Aus diesem Grund wird die vermögensverwaltende GmbH auch salopp als Spardosen-GmbH bezeichnet.
Dennoch amortisiert sich die Nutzung einer vermögensverwaltenden GmbH nicht in jedem Fall, da hier die anfallenden Verwaltungskosten nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Steuerliche Aspekte hänge im Wesentlichen von den gewählten Anlagen ab.

Ein heikler Punkt bei der vermögensverwaltenden GmbH ist die Gewerbesteuer. Jede Kapitalgesellschaft ist zunächst gewerbesteuerpflichtig. Die Gewerbesteuerlast kann jedoch gemindert werden. Eine solche Minderung der Gewerbesteuer erfolgt für Gesellschaften, die nicht gewerblich agieren. Eine vermögensverwaltende GmbH darf also keine Dienstleistungen für gesellschaftsfremde Personen anbieten. Werden hier Fehler gemacht, muss die Gewerbesteuer entrichtet werden und die erhofften Steuerersparnisse werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zunichte gemacht.
Soweit nur eigenes Kapital verwaltet wird, ist auch keine Erlaubnis der BaFin notwendig.

Bei der Gründung einer GmbH entstehen Kosten, denn es wird ein Notar benötigt. Zudem sind eine Satzung bzw. ein Gesellschaftsvertrag nötig. Zusätzlich muss eine Stammeinlage mit einer Mindesthöhe von 25.000 € geleistet werden. Außerdem fallen mit der Übertragung von Immobilien aus Privatvermögen an die GmbH erneut Grunderwerbssteuer und weitere Notarkosten an.
Auch die laufenden Kosten der GmbH sollten nicht unterschätzt werden. So sind jährlich Bilanzen zu erstellen und zu veröffentlichen, aber auch das Tagesgeschäft sollte sich in einer taggenauen Buchhaltung wiederfinden. Die verschiedenen Steuererklärungen sind anzufertigen.

Ein weiterer Nachteil der vermögensverwaltenden GmbH kommt beim Verkauf von Immobilien zum Tragen, denn die in § 23 EStG genannte Spekulationsfrist gilt nicht für Unternehmen. Die Veräußerung einer Immobilie durch eine Kapitalgesellschaft wird somit stets besteuert, während Privatpersonen spätestens nach dem Ablauf der Frist von zehn Jahren keine Spekulationssteuer auf den Immobilienerlös entrichten müssen.

Die Übertragung von Immobilien in eine vermögensverwaltende GmbH rentiert sich also nur, wenn es sich dabei um ein Objekt handelt, das eine hohe Mietrendite abwirft und dessen Verkauf nicht sobald geplant ist.

Letztlich lässt sich festhalten, dass eine vermögensverwaltende GmbH nicht für jeden und in jedem Szenario sinnvoll ist. Die Gründung der GmbH lohnt sich erst, wenn der zu erzielende Steuervorteil die Kosten für die Gesellschaft ausgleicht. Dies ist in der Regel erst der Fall, wenn das persönliche Einkommen der Gesellschafter deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Doch der persönliche Steuersatz ist nicht das einzige Kriterium, dass über die Sinnhaftigkeit einer vermögensverwaltenden GmbH entscheidet. Auch die Zusammensetzung des Vermögens und die Frequenz, in der das Vermögen umgeschichtet werden soll, spielen eine Rolle. Zudem lohnt sich die Gründung einer Gesellschaft nur, wenn die dauerhafte Thesaurierung der Erträge geplant ist. Sind Sie auf regelmäßige Gewinnausschüttungen aus Ihrem Vermögen angewiesen, rentiert sich eine vermögensverwaltende GmbH meist nicht.

Sinn und Unsinn einer vermögensverwaltenden GmbH hängen von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher individueller Kriterien ab und sollten deshalb immer von einem Steuerberater beurteilt werden.

Auf die Unterschiede zwischen stiller und atypisch stiller Beteiligungen möchte ich besonders hinweisen, da sich auch hiermit steuerlich durchaus positive Ergebnisse erreichen lassen. Hierzu verweise ich auf den folgenden Artikel des Kollegen. https://www.dr-stoll-kollegen.de/glossar/atypisch-stille-beteiligung-atypisch-stille-gesellschaft-stille-beteiligung-stille


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Bewertung des Fragestellers 10.05.2020 | 09:54

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