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Großer Wasserschaden nach Hauskauf

25.06.2012 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo ,
ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen .
Also ich schildere mal unseren Fall .
Anfang April haben wir ein Haus besichtigt , welches uns auch sehr gut gefallen hat ( Makleranzeige : stark renovierungsbedürftiges Haus , bzw . Abrissobjekt ) .
Wir haben das Haus nur mit den Makler besichtigt , der Keller war in Ordnung und das Haus auch , im Keller roch es nur etwas feucht , der Makler sagte das sei nur normale Kellerfeuchtigkeit , aber es ist kein wasserschaden , es war auch nichts zu sehen .Das Haus war nicht bewohnt , die verkäufer haben es geerbt .
Etwa 3 Wochen später war der Notartermin und wir unterschrieben den Kaufvertrag , die Verkäufer und deren Steuerberater ( welcher auch Rechtsanwalt ist ) war auch dabei und der Makler .Die verkäufer gaben an es sei ihnen keine Mängel bekannt .
Wir unterschrieben den Kaufvertrag ( 330000€ ) .
Seitdem einen Besichtigungstermin mit dem Makler waren wir nicht mehr im Haus .
Nach dem Notarvertrag vergingen nochmals ca. 4 Wochen bis wir die Kaufpreisaufforderung bekommen haben .Davor fragten wir mehrmals ob wir die schlüssel nicht schon eher bekommen könnten , da wir gerne zum renovieren anfangen möchten . Der Steuerberater , welcher von den Verkäufern bevollmächtigt war , aber sagte wir bekommen die Schlüssel erst noch Zahlung . Wir haben also bezahlt und uns dann den Schlüssel bei Seiner Steuerkanzlei abgeholt .
Als wir das Haus betraten , waren wir sehr geschockt , in einem Raum war der Schimmel einen Meter hoch ( es wuchsen schon Pilze heraus ) , außerdem zog sich von diesem Zimmer der Schimmel an den Fusbodenleisten durch die Ganze Wohnung ( Das Haus ist ein Bungalow ) . Wir gingen inn den Keller , und die Kellerdecke tropfte an sämtlichen Stellen und war patschnass . Außerdem brach die Deckenverkleidung ( Panellen) herunter und schimmelte . Das Haus ist jetzt sozusagen unbewohnbar !
Keiner dieser Schäden war vorher , kein Schimmel , es war gar nichts !
Wir riefen sofort einen Handwerker , welcher vermutet das es ein Rohrbruch ist und er stellte sofort das Wasser ab ( die Eigentümer haben das Wasser nicht abgedreht obwohl das Haus nicht bewohnt war ) .
Das Wasser tropft jetzt nicht mehr , doch alles ist patschnass und verschimmelt !
Ich rief den Steuerberater der Verkäufer an , dieser sagte es ist kein arglistig verschwiegener Mangel ( die Verkäufer wohnen dort nicht sondern eine Stunde entfernt und wussten von diesen Schaden nichts ) und ich habe kein Recht auf Schadenersatz oder sonst was .
Der Steuerberater legte mir unterdem ich redete den Hörer auf , daraufhin rief ich bei den Verkäufern an und diese sagten ich sollte mit ihern Anwalt reden ,sie reden nicht mit mir !
Der Schaden muss genau zwischen der Besichtigung und Notartermin und Schlüsselübergabe/ Zahlung passiert sein .
Nun ist es doch so das die Verkäufer das Haus nicht sachgemäß gewartet haben , wenn man ein Haus mehr als 3 Tage nicht bewohnt muss man doch das Wasser abdrehen , ansonsten bezahlt bei Rohrbruch nicht einmal die Versicherung !
Meine Frage ist , habe ich ein Recht darauf das mir der Schaden bezahlt wird bzw. Kaufpreisminderung , außerdem wurde im Notarvertrag festgehalten das ich ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag habe sollte der Zustand des Hauses innerhalb von 6 Monaten stark verschlechtern . Kann ich in diesem Fall vom Kaufvertrag zurücktreten , wenn ja wer bezahlt dann sämtliche Notar-Makler-Grunderwerbssteuer - Kosten , bekomme ich diese Kosten dann zurückerstattet ??
Der Wasserschaden wäre nie so groß gewesen , wenn sich die Verkäufer ordnugsgemäß um das Haus gekümmert hätten , das Wasser ist buchstäblich schätzungsweiße ( Sagt der Handwerker ) 6 Wochen ins Mauerwerk gelaufen !
Ich hoffe jemand kennt sich in dieser Sachlage aus und kann uns so bald wie möglich eine Antwort geben .
Genau noch eine Frage , ist es sinnvoll in dieser Sache vor Gericht zu gehen ( Schaden ca. 20000€ ) oder haben wir keine Chance .
Außerdem wurde der Keller ( ehemalige Bar / Tanzlokal ) nicht geräumt , obwohl im Notarvertrag drin steht , das Haus ist komplett geräumt zu übergeben .
ich hoffe auf eine baldige antwort :-)
Danke



-- Einsatz geändert am 25.06.2012 19:53:07

-- Einsatz geändert am 25.06.2012 20:51:53

-- Einsatz geändert am 26.06.2012 12:26:35
Eingrenzung vom Fragesteller
25.06.2012 | 20:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung sieht es nicht gut aus, erfolgreich Ersatzansprüche durchzusetzen. Das möchte ich gerne näher erläutern:


Verkauft wurde ein Objekt, welches als „stark renovierungsbedürftiges Haus , bzw . Abrissobjekt" bezeichnet worden ist.

Mit dieser Beschreibung wurde also darauf hingewiesen, dass das Haus mit Mängeln behaftet sein wird. Nun greift zu Ihren Lasten § 442 BGB ein, der da lautet:

§ 442 Kenntnis des Käufers

(1) Die Rechte des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel kennt. Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.
(2) Ein im Grundbuch eingetragenes Recht hat der Verkäufer zu beseitigen, auch wenn es der Käufer kennt.



Wenn es nun aber nach Ihrer Schilderung im Keller etwas feucht gerochen hat, das Haus als stark renovierungsbedürftig bzw. Abrissobjekt auch noch bezeichnet worden ist, wird Ihnen nahezu jeder Richter in einem Verfahren grobe Fahrlässigkeit vorhalten. Sie hätten hier den Mangel (Geruch im Keller = Wasserschaden) erkennen können, notfalls unter Zuhilfenahme eines Sachverständigen. Keinesfalls hätten Sie sich auf bloße Andeutungen des Maklers verlassen dürfen.

Eine Garantie hat der Verkäufer nicht übernommen.

Eine arglistige Täuschung werden Sie dem Verkäufer nicht nachweisen können.

Insoweit werden Sie also keine Ersatzansprüche erfolgreich durchsetzen können.

Als letzte und einzige Möglichkeit bleibt daher allein das von Ihnen angeblich im Vertrag festgehaltene Rücktrittsrecht.

Nach Ihrer Schilderung liegt starke Verschlechterung vor, so dass Sie den Rücktritt schriftlich erklären sollten. Die Kosten der Rückabwicklung wird der Verkäufer zu tragen haben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

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