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Grenzgänger in CH mehr als 60 Tage. Selbstständige Einnahme in DE -wie versteuern?

| 07.10.2016 01:02 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Guten Tag,
ich versteuere als G-Bewilligter meinen CH-Bruttolohn monatlich voll in meinem Wohnkanton.
Ich bräuchte also meinem D-FiAmt nur den entsprechenden Nachweis erbringen, richtig mitgedacht?

Was muss ich aber tun, wenn ich noch zusätzlich in D als Nebenverdienstler freischaffend Einkommen erzielen würde?
Ich denke, ich gebe an das D-FiAmt dann nur zusätzlich zur CH-Erklärung eine USt- und Gewerbesteuererklärung ab für nur diesen Nebenverdienst.

Ist das so auch richtig gedacht?

Danke und freundliche Grüsse

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Fragestellung ist ein wenig mißverständlich. Wenn Sie Grenzgänger sind, so kann es eigentlich kein Wohnkanton geben, Ihr Wohnsitz müsste in der Grenzregion Deutschlands sein und gerade nicht in der Schweiz. Sie können also als Grenzgänger nicht zugleich einen Bruttolohn in der Schweiz beziehen und in einem Schweizer Kanton ansässig sei, nach Ihren Angaben hätten Sie Wohnsitz und Arbeit in der Schweiz. Sind Sie ein Grenzgänger, gilt Folgendes:

Grenzgänger werden im Ansässigkeitsstaat besteuert und führen im Beschäftigungsstaat 4,5 % Quellensteuer ab, die jedoch auf die Steuer im Ansässigkeitsstaat angerechnet werden.
Sofern das Wohnsitzland Deutschland ist, wird die im Tätigkeitsstaat im Abzugswege gezahlte Quellensteuer, auf die dort zu zahlende Steuer angerechnet (§ 36 EStG).
Sofern das Wohnsitzland die Schweiz ist, wird der Bruttobetrag der Einkünfte bei der Ermittlung der Berechnungsgrundlage um ein Fünftel herabgesetzt.

Die Unklarheit führt demzufolge auch zu Schwierigkeiten bei der zweiten Frage. Hätten Sie einen Wohnsitz in der Schweiz und übten Sie eine selbständige Tätigkeit in Deutschland aus, so kommt es auf die Details an, denn je nachdem, wie Sie die Einkünfte erzielen, entscheidet sich, welchem Land das Besteuerungsrecht zufällt:
Einkünfte aus selbständiger bzw. freiberuflicher Tätigkeit werden grundsätzlich nur in dem Staat besteuert, in dem die Person ansässig ist. Eine Ausnahme gilt für den Fall, dass die Person im anderen Staat ihre Tätigkeit ausübt und dabei eine ihm dort regelmäßig zur Verfügung stehende ständige Einrichtung benützt. In diesem Fall können die dieser Einrichtung zurechenbaren Einkünfte nur in dem Einrichtungsstaat versteuert werden. Es könnte also auch sein, dass Sie die Einkünfte in Deutschland auch im Rahmen der Einkommensteuer deklarieren müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.10.2016 | 23:37

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
ich danke für Ihre Antwort, Sie schrieben: "Ihre Fragestellung ist ein wenig mißverständlich."
Leider waren meine Angaben unscharf formuliert, ich schärfe nach:

Ich bin als Wochen-Grenzgänger mit Ausweis G in der Schweiz tätig.
Mein Wohnsitz ist in Deutschland, den ich auch jedes Wochenende aufsuche; alle Reisekostenbelege sind aufbewahrt. In der Woche wohne ich in der Schweiz im Arbeitskanton meines Arbeitgebers und benannte dies irrtümlich "meinen Wohnkanton". Ich übernachte dort also nur und zahle Miete, Strom, Hausratsversicherung, Rundfunk.

Jedoch versteuere ich entgegen Ihren Ausführungen mein Salair nicht mit nur 4,5% Quellensteuer, sondern mein Schweizer Arbeitgeber führt jeden Monat die volle Steuerlast als Quellensteuer ab. Das deswegen, weil ich gemäss Art. 15a Abs. 2 DBA-Schweiz dem Verlust der Grenzgänger Eigenschaft unterliege; es gilt für mich die 60-Tage-Regelung.

Meine ursprünglich als erste gestellte Frage: "Ich bräuchte also meinem D-FiAmt nur den entsprechenden Nachweis erbringen, richtig mitgedacht?"
konnte von Ihnen nicht korrekt beantwortet werden; das tut mir leid und ich danke für die Möglichkeit, Unklarheiten beseitigen zu können und nachzufragen.

Nachschärfend formuliere ich um: "Welche(n) Nachweis(e) muss ich meinem Deutschen Wohnsitz-Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuer erbringen,
um zu erreichen, dass Para 36 EStG nicht auf mich angewendet wird, ich also nicht zusätzlich vom Deutschen FiAmt besteuert werde? Welcher vulgo Vordruck ist zu verwenden?

Die Zweite Frage "Was muss ich aber tun, wenn ich noch zusätzlich in D als Nebenverdienstler freischaffend Einkommen erzielen würde?" habe Sie für mich klar beantworten können, dafür herzlichen Dank.

Für die Beantwortung meiner ersten Frage habe ich, so hoffe ich, gut nachliefern können und danke mit bestem Gruss für eine abschliessende Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüssen und bestem Dank im Voraus
gez.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2016 | 00:54

Einen Vordruck hierfür gibt es nicht. Es genügt ein normales Anschreiben, in welchem Sie den Vorgang in tatsächlicher Hinsicht erläutern. Erfahrungsgemäß empfiehlt sich hierzu die Beauftragung eines Steuerberaters, da dieser in der Praxis wesentlich mehr "ernst" genommen wird als der Steuerpflichtige selber.

Dies ist zwar bedauerlich, es wird Ihnen aber erhebliche Rückfragen und Diskussionen mit dem deutschen Finanzamt ersparen.

Bewertung des Fragestellers 10.10.2016 | 12:15

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Herzlichen Dank, gerne wieder.

MfG
gez."