Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grenzbaum gefällt ohne die Zustimmung von Nachbar

15.06.2014 11:12 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Wir haben einen Baum gefällt ohne den Nachbar zu informieren. Wir waren nicht bewusst, dass es um einen Grenzbaum geht. Da der Baum nur ganz kleiner Teil von dem Stamm auf dem Grundstück des Nachbars steht, dachten wir, dass der Baum uns gehört. Nach der Fällung hat der Nachbar darauf hingewiesen, dass der Baum ein Grenzbaum ist. Kurz darauf hat er fotografiert.
Der Baum ist ein Ahorn, wir haben eine Genehmigung für Fällung wegen Gefahr und Erkrankung von Grünamt bekommen.
Jetzt die Fragen sind:
-Was könnte unser Nachbar tun?
Nach dem Recherchieren sind wir bewusst, dass er Schadensersatz davon verlangen kann. Wenn er das tun, was könnten wir machen? Und kommt noch andere Strafe oder ähnliches? Sollten wir einen Anwalt dafür engagieren.
-Wir haben eine private Haftpflichtversicherung, können wir die Versicherung auch in diesem Fall für Schadensersatz in Anspruch nehmen?
-Wir wollen eigentlich kein Ärger und wollen die finanziellen Schäden auf Minimum reduzieren oder vermeiden, was könnten wir noch tun, an diese Stelle. (durch die Erfahrungen von anderen Nachbaren ist dieser betreffende Nachbar nicht ganz nett!)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Rechte, wenn es sich tatsächlich um einen Grenzbaum handelt, regelt § 923 BGB:

"§ 923 Grenzbaum
(1) Steht auf der Grenze ein Baum, so gebühren die Früchte und, wenn der Baum gefällt wird, auch der Baum den Nachbarn zu gleichen Teilen.
(2) Jeder der Nachbarn kann die Beseitigung des Baumes verlangen. Die Kosten der Beseitigung fallen den Nachbarn zu gleichen Teilen zur Last. Der Nachbar, der die Beseitigung verlangt, hat jedoch die Kosten allein zu tragen, wenn der andere auf sein Recht an dem Baume verzichtet; er erwirbt in diesem Falle mit der Trennung das Alleineigentum. Der Anspruch auf die Beseitigung ist ausgeschlossen, wenn der Baum als Grenzzeichen dient und den Umständen nach nicht durch ein anderes zweckmäßiges Grenzzeichen ersetzt werden kann.
(3) Diese Vorschriften gelten auch für einen auf der Grenze stehenden Strauch."

Der Baum muss, da wo der Stamm aus der Erde tritt, auf der Grenze der Grundstücke stehen. Es reicht nicht aus, dass sich Äste oder Wurzeln über oder auf der Grundstücksgrenze befinden.

Ist das der Fall (was ggf. durch Vermessungen und Flurpläne nachzuweisen wäre), sind - vor Fällung des Baumes - Sie und Ihr Nachbar Eigentümer des Baumes. Ihnen gehörte der Teil, der tatsächlich auf Ihrem Grundstück stand.

"-Was könnte unser Nachbar tun?"

Da Sie den Baum gefällt haben, haben Sie auch das Eigentum Ihres Nachbarn an dem Baum verletzt. Sie sind also grundsätzlich zum Schadensersatz verpflichtet. Dieser könnte sich bspw. nach dem Holzwert richten. Dieser Schadensersatzanspruch kann aber ausgeschlossen sein, wenn Sie einen Anspruch auf Zustimmung zur Beseitigung hatten. Dieser ergibt sich grds. aus Abs. 2 S. 1.

Dann bleibt dem Nachbarn aber noch der Anspruch auf die Hälfte des gefällten Baumes, bzw. den Erlösen daraus nach Absatz 1. (Im Ergebnis läuft das bei Ihnen wohl auf das selbe, wie der Schadensersatzanspruch hinaus)

"Und kommt noch andere Strafe oder ähnliches? Sollten wir einen Anwalt dafür engagieren."

Nein, da sollten keine anderen Strafen auf Sie zukommen.

Einen Anwalt sollten Sie beauftragen, falls Ihr Nachbar anwaltlich gegen Sie vorgeht oder Sie zu keiner Einigung mit Ihrem Nachbarn kommen.

"-Wir haben eine private Haftpflichtversicherung, können wir die Versicherung auch in diesem Fall für Schadensersatz in Anspruch nehmen?"

Sie sollten frühzeitig Ihre Haftpflichtversicherung informieren. Ob diese dafür aufkommt, richtet sich nach den konkreten Haftpflichtbedingungen. Da wird Ihnen aber Ihre Versicherung Auskunft geben können. Der Anspruch des Nachbarn dürfte aber nicht all zu hoch sein. Überlegen Sie, wie viel Holz angefallen ist und was diese Menge an Holz auf dem Markt wert ist. Teilen Sie das durch 2. Dann haben Sie eine ungefähre Größenordnung des auf Sie zukommenden Anspruchs. Ob es sich dafür lohnt die Versicherung in Anspruch zu nehmen, sollten Sie abwägen.

"-Wir wollen eigentlich kein Ärger und wollen die finanziellen Schäden auf Minimum reduzieren oder vermeiden, was könnten wir noch tun, an diese Stelle. (durch die Erfahrungen von anderen Nachbaren ist dieser betreffende Nachbar nicht ganz nett!)"

Bieten Sie Ihrem Nachbarn ein Gespräch an und Einigen Sie sich auf die hälftige Teilung des Erlöses, oder des Holzes. Wenn Sie das Holz noch haben, sind Sie nicht verpflichtet, es zu verkaufen. Sie können es dann Ihrem Nachbarn geben.

Abziehen können Sie die Kosten der Fällung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67459 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Git begründete Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wie erwartet. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen