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Grafische Darstellung und Idee kopiert

| 30.01.2014 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Hallo,

vor 13 Jahren habe ich für Schulungszwecke eine Grafik entworfen, die mir als Trainer im Training für die Pharmaindustrie sehr genutzt hat und bis heute viel Lob und Anerkennung findet. Vor zwei Jahren habe ich diese Idee für einen Auftraggeber immer weiterentwickelt und hiermit für die Firma exklusive Schulungen angeboten. Heute bekam ich einen Anruf von einem Auftraggeber, mit der Mitteilung, dass diese Grafik und Idee für eine anderes Projekt der Firma und von einer anderen Trainingsagentur genutzt werden soll. (Ich finde es in erster Linie positiv dass man mich informiert und nach einer Lösung sucht!...) Die andere Trainingsagentur hat jetzt meine Grafik zwar etwas hübscher gemacht und ihr einen neuen Namen gegeben, die Elemente sind aber sogar für den Auftraggeber offensichtlich identisch und kopiert worden. Der Auftraggeber stellt mir nun die Frage wie wir das finanziell oder rechtlich regeln oder abgelten wollen.
Ich weiß nicht, ob man so etwas "verbieten kann", daher ist eine Einigung auf finanzieller Basis für mich sicher die fruchtbarste Lösung, statt leer auszugehen und die Agentur benutzt es trotzdem ...
Welche Handhabe habe ich da? was ist finanziell angemessen?
Danke für eine baldige Antwort!

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Auch eine Grafik kann durch das Urheberrecht geschützt sein, wenn es sich bei hierbei um ein „Werk" im Sinne des Urheberrechtsgesetzes handelt, also um eine persönliche geistige Schöpfung, siehe § 2 UrhG.
Entscheidend ist daher, dass die Grafik individuelle Züge aufweist; geschützt ist dagegen nicht, was „jeder so gemacht hätte".

Nach Ihrer Schilderung haben Sie für die von Ihnen erstellte Grafik viel Lob und Anerkennung erhalten. Zudem spricht das Interesse an der Weiterverwendung durch Dritte für eine über das Übliche hinausgehende Gestaltungshöhe. Ich unterstelle daher für die weitere Beantwortung, dass die Grafik ein nach dem UrhG geschütztes Werk darstellt.

Die Nutzung einer solchen urheberrechtlich geschützten Grafik ist aber nur mit Ihrer Zustimmung zulässig. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihrem bisherigen Auftraggeber nur einfache, nicht übertragbare Rechte zur Nutzung in der eigenen Firma eingeräumt haben. Daher darf die andere Trainingsagentur Ihre Grafik auch nur mit Ihrer Zustimmung nutzen. Hieran ändert auch die Bearbeitung der Grafik grundsätzlich nichts – eigentlich hätte die Agentur Sie sogar um Erlaubnis fragen müssen, bevor Sie die Grafik bearbeitet hat, siehe § 23 UrhG.

Eine Nutzung der Grafik ohne Ihre Zustimmung wäre daher als Urheberrechtsverletzung im Sinne der §§ 97 ff. UrhG zu werten, sodass Ihnen dann u.a. Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche zustehen würde.

Insofern können Sie durchaus selbstbewusst in die Honorarverhandlungen gehen. Was finanziell angemessen wäre, kann ohne Kenntnis aller Details natürlich nicht beurteilt werden, Sie sollten sich aber insbesondere an der geplanten Dauer und dem Umfang der Nutzung durch die Agentur orientieren. Einen hilfreichen Ansatzpunkt können in solchen Fällen durchaus die Honorarempfehlungen für Grafiker bieten. So bietet z.B. der Berufsverband der Grafik-Designer (www.bdg-designer.de) einen Honorarrechner online an.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2014 | 14:16

Hallo,
danke für Ihre Informationen!
Die Punkte helfen mir für meine Argumentation schon weiter.
Ein Problem und eine Nachfrage tut sich noch auf:
Der Honorarrechner ist nur für Mac Systeme verfügbar :-(.
Sollte ich die Agentur auf Schadensersatz und Unterlassung "verklagen"?
Sind finanzielle Ansprüche eher im Bereich von 500 Euro oder wie ich denke eher 3000 - 5000 € angemessen? Die Grafik soll über Monate hinweg bei vielen Kunden (mehrere Hundert falls das Pilotprojekt positiv läuft) der Pharmafirma eingesetzt werden und stellt ein zentrales Trainingstool dar, was auch den Firmenkunden als Druck ausgehändigt werden soll und in deren Alltag für Beratung und Verkauf eingesetzt werden soll.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2014 | 17:59

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Suchen Sie einmal im Internet nach Hororarempfehlungen Grafiker, vielleicht finden Sie dort etwas für Ihr System (es gibt meines Wissens z.B. auch eine vergleichbare iPhone-App). Bestimmt besitzt auch jemand aus Ihrem Freundeskreis einen Mac und kann aushelfen.

Den angemessenen finanziellen Ausgleich kann ich ohne Kenntnis aller Details natürlich schwer beurteilen, allerdings sollte er sich bei dem von Ihnen genannten Nutzungsumfang schon im höheren vierstelligen Bereich befinden. Alternativ zu einer Einmalzahlung könnte hier auch eine regelmäßige Lizenzzahlung je Kunde vereinbart werden – dann würden Sie auch in Zukunft vom Erfolg profitieren. Diese Variante dürfte vor allem dann interessant sein, wenn der zukünftige Umfang der Nutzung und die Anzahl der Nutzer noch nicht konkret abgeschätzt werden kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 01.02.2014 | 03:46

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