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Grafikkarte bestellt - Stornierung nach 1 Monat


06.09.2006 19:04 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Hallo liebe Rechtsanwälte,

am 3.8. bestellte ich eine Grafikkarte per Nachnahme. Direkt nach der Bestellung erhielt ich eine Mail mit der Zusammenfassung der Bestellung.
Am 4.8. eine Mail, der Status wurde auf "in Bearbeitung" gesetzt:

"Sehr geehrter Kunde,
Der Status Ihrer Bestellung wurde geändert.
Anmerkungen und Kommentare zu Ihrer Bestellung: Wir haben Ihre Bestellung erhalten und versenden Ihre Ware so schnell wie möglich. Bemerkung Grafikkarte: Liefertermin unbestimmt. Mfg CuTMV
Neuer Status: In Bearbeitung
Bei Fragen zu Ihrer Bestellung antworten Sie bitte auf diese eMail. "

Am 24.8. dann wieder eine Mail, der Status wurde auf "Nachnahme" gesetzt. Ich dachte nun wird endlich geliefert:

"Sehr geehrter Kunde,
Der Status Ihrer Bestellung wurde geändert.
Neuer Status: Nachnahme
Bei Fragen zu Ihrer Bestellung antworten Sie bitte auf diese eMail."

Heute am 6.9. nachdem ich noch immer nichts erhalten habe schrieb ich dorthin, dass ich um eine Lieferung innerhalb einer Woche bis zum 13.9. bitte.
Die Antwort:
"Hallo,
wir können Ihre Bestellung leider nicht ausführen da die GRA PCX Albatron 7900GX2 1GB TV/Dual nicht mehr lieferbar ist.
Wir haben alle Lieferanten kontaktiert aber es ist uns nicht möglich zu liefern.
Bitte entschuldigen Sie die lange Wartezeit.
Wir müssen Ihre Bestellung leider stornieren."

Irre ich mich nun, oder hatten wir einen rechtsgültigen Vertrag, wodurch ich nun auf Lieferung einer gleichwertigen Ware oder auf Schadensersatz bestehen kann?
Oder gibt es irgendwo einen Haken zu meinem Nachteil?

Falls notwendig, hier die AGB des Online-Shops, wobei 2.1 eventuell eine Rolle spielen könnte:
http://www.cutmv.de/shop_content.php?coID=3&XTCsid=66102b5d9e00745d921db98f352a8210

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Sehr geehrter Ratsuchende/r,

es kommt hier entscheidend darauf an, ob der Verkäufer Ihr Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages (Ihre Bestellung) wirksam angenommen hat. Die reine Bestellbestätigung vom 03.08. wird diese Voraussetzungen vermutlich nicht erfüllen.

Anders sieht es mit der E-Mail vom 04.08. aus, in der der Passus "versenden Ihre Ware so schnell wie möglich" relativ unmissverständlich als Annahme zu werten ist. Dies widerspricht auch nicht den AGB, da eine solche Erklärung jedenfalls der Variante "in sonstiger Weise" entsprechen dürfte.

Es ist letztendlich immer eine Auslegungsfrage. In einer ähnlichen Sache hat das zuständige Gericht gerade bei dem ungefähren Passus "nach Eingang der vollständigen Unterlagen beträgt die Lieferzeit noch etwa eine Woche" entschieden, dass dies als wirksame Annahme zu werten sei. Da die als Anfechtung zu wertende E-Mail vom 06.09. nicht unverzüglich erfolgte, spricht durchaus viel dafür, hier von einem wirksamen Kaufvertrag auszugehen. Sie haben daher Anspruch auf die bestellte Grafikkarte und haben aufgrund der Weigerung die Möglichkeit, Schadensersatz zu verlangen. Der Höhe nach ist dieser nach dem Preis zu bemessen, den Sie anderweitig für diese Grafikkarte zahlen müssen.

Die Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs macht daher letztendlich nur Sinn, wenn die Grafikkarte wirklich günstig angeboten wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

---
www.kanzlei-alpers
info@kanzlei-alpers.de

Nachfrage vom Fragesteller 06.09.2006 | 22:22

Hallo und Danke für die Auskunft,

ich habe die Grafikkarte Nvidia Geforce 7900 GX2 bestellt, die es so wohl nicht mehr gibt. Preis sollte sein 341,73€, was durchaus günstig ist, da sie zum fast 150€ teureren Nachfolger lediglich "länger" ist.
Der "Nachfolger" kostet beim günstigsten Händler 477,28€. Muss diese Differenz auch bezahlt werden, auch wenn es sich nun um ein "besseres" Modell handelt?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2006 | 16:40

Im Internet ist die von Ihnen gewählte Grafikkarte ja durchaus noch zu bestellen, wenn auch zu einem erheblich höhrern Preis (hardwareschotte.de liefert z.B: 2 Ergebnisse mit Preisen jenseits der 500,00 €). Wenn Sie den Verkäufer hiermit konfrontieren und einen entsprechenden Schadensersatzanspruch in den Raum stellen, sollte es diesen evtl. davon überzeugen, Ihnen das neuere Modell zu liefern. Ein Anspruch auf Lieferung eines wesentlich teureren Modells dürften Ihnen aller Voraussicht nach nicht zustehen.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

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