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GmbH Verkauf - Unterlagen

| 11.05.2012 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beabsichtige meine GmbH zu Verkaufen, bei der ich alleiniger Eigentümer bin.

Die GmbH hat aktuell Liquiditätsproblem, jedoch eine gute Auftragslage. Das Liquiditätsproblem wird der neue Gesellschafter durch eine Kapitalerhöhung beseitigen.

Der Käufer übernimmt die gesamte GmbH sowie angemietete Räumlichkeiten, Leasing-Fahrzeuge, Darlehen etc.

1. Was passiert wenn der neue Gesellschafter das Liquiditätsproblem nicht in den Griff bekommt und Insolvenz anmeldet (Haftung meinerseits)?

2. Welche Unterlagen muss ich behalten und Aufbewahren (Buchhaltung, Lohnbuchhaltung, Verträge) etc.?

3. Wo findet eine nachträgliche Steuerprüfung statt?

4. Was passiert bei einer nachträglichen Steuerprüfung wenn irgendwelche Unregelmäßigkeiten gefunden werden?

5. Die GmbH schuldet mit aktuell ca. 20.000 €. Kann ich diese bei Verkauf nehmen (Liquiditätsproblem)?

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Zu 1.
Als ehemaliger Geschäftsführer würden haften, wenn Sie bei Vorliegen eines sogenannten Insolvenztatbestandes nicht innerhalb von 3 Wochen einen Insolvenzantrag gestellt haben, § 64 GmbHG. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen dürfte der Insolvenzverwalter von Ihnen persönlich Erstattung aller Zahlungen beanspruchen, die nach Insolvenzreife von der Gesellschaft geleistet wurden. Insolvenztatbetstände sind die Zahlungsunfähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldun, §§ 16 ff. InsO.

Zu 2.
Als Geschäftsführer und Gesellschafter empfiehlt es sich Kopien aller Unterlagen zu behalten aus denen sich entlastende Umstände für eventuelle Haftungsansprüche ergeben. Dies beginnt mit den Belegen über die Einzahlung des Stammkapitals. Ausserdem sollten Sie Entlastungsbeschlüsse und Nachweise über positive Sanierungsaussichten nach Eintritt eines Insolvenztatbestandes bei sich behalten, sowie die Buchhaltung für diejenigen Geschäftsjahre, für die noch kein Jahresabschluss festgestellt und verabschiedet worden ist.

Zu 3.
Eine (nachträgliche) Steuerprüfung findet grundsätzlich in den Räumen des Unternehmens statt. Nach Rücksprache mit dem Finanzamt kann die Prüfung aus Praktikabilätsgründen aber auch anderswo erfolgen, z.B. bei Steuerberater oder vor Ort beim Fianzamt (wenn nur vereinzelte Vorgänge geprüft werden sollen).

Zu 4.
Sollte es zu einer Nachversteuerung kommen haftet grundsätzlich die Gesellschaft. Wenn der Nachversteuerung ein deliktisches Verhalten (Steuerhinterziehung) zugrunde liegt, haftet der Täter (Geschäftsführer, Steuerberater, etc.) persönlich, der sich verbotswidrig verhalten hat und muss der Gesellschaft den entstandenen Schaden erstatten. Daneben kommen steuerstrafrechtliche Maßnahmen gegen die handelnden Personen in Betracht.

Zu 5.
Wenn die Gesellschaft über ausreichende Liquidität verfügt kann Ihre persönliche Forderung ohne bedenken beglichen werden. Etwas anderes würde dann gelten, wenn durch die durch die Rückzahlung das Stammkapital der Gesellschaft angegriffen werden würde. Insoweit darf eine Rückzahlung an Sie nicht erfolgen. Dies gilt allerdings dann nicht, wenn die Forderung aufgrund eines von Ihnen an die Gesellschaft gewährten Darlehens besteht, § 30 GmbHG.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen zur Zufriedenheit beantwortet habe und stehe gegebenenfalls gern für eine kostenlose Nachfrage zu meinen Antworten zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2012 | 16:46

Zu 1.
Ok

Zu 2.
Das es sich empfiehlt ist mir klar. Gibt es aber Gesetzliche Vorschriften, das ein ehemaliger Gesellschafter / Geschäftsführer Unterlagen aufbewahren MUSS? Wenn Ja, welche und für wie lange?

Zu 3.
Ok

Zu 4.
Ok

Zu 5.
Ok

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2012 | 17:20

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Für Unterlagen der Gesellschaft (Buchhaltung, Steuerunterlagen, etc.) bestehen gesetzliche Aufbewahrungspflichten ausschließlich Seitens der Gesellschaft, respektive für die Geschäftsführung. Als Gesellschafter sind Sie zur Aufbewahrung nicht verpflichtet, es sei denn die Gesellschaft ist führungslos.

Nach einem Wechsel der Geschäftsführung müssen sätmliche Unterlagen der Gesellschaft an die neue Geschäftsführung übergeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 18.07.2012 | 19:59

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