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GmbH - Stammkaptial - Haftungskapital


12.10.2007 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Guten Tag,
wir haben vor eine GmbH zu gründen.

Folgender Fall:
Der Gesellschafter zahlt 25000€ an STammkapital ein. Im folgenden halben Jahr gibt es verschiedene Umsätze, wobei die Erträge genau die Kosten decken (Geschäftsführergehalt nicht inbegriffen).
In dem halben Jahr zahlt die Gesellschaft ca. 15.000€ an Gehalt an den Geschäftsführer und 10.000€ Darlehen an den Gesellschafter (=Stammkapital).
Nun tritt Konkurs ein. Stammkapital (Haftungskapital) ist aufgebraucht. Es gibt div. Gläubiger. Der Gesellschafter kann das Darlehen nicht mehr zurückführen.

1. Gibt es hier eine Durchgriffshaftung auf den GF, da die Darlehensauszahlung zu Lasten des Stammkapital erfolgt ist?

2. Wenn ja, hätte es ausgereicht, wenn Anlagevermögen (Maschinen, Büroausstattung) mindestens i. H. v. 25.000€ vorhanden gewesen wärem?

3. Kann die Gesellschaft nach Einzahlung des Stammkapitals die vollen 25.000€ vor jeglichem Umsatz an den Gesellschafter als Darlehen auszahlen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundliche Gruß

-- Einsatz geändert am 12.10.2007 11:05:23
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Inwieweit es eine Durchgriffshaftung auf den Gesellschafter gibt, hängt von der Konstellation der Darlehensgewährung ab. Hierauf kommt es aber nicht unbedingt an, da ein Anspruch im Insolvenzverfahren sich auf mehrere Rechtsgrundlagen stützen läßt.

So kann der Insolvenzverwalter den Anspruch gegen den Gesellschafter aus dem Darlehensvertrag durchsetzen. Des weiteren bestünde u.U. ein Rückzahlungsanspruch, wenn der Insolvenzverwalter den Darlehensvertrag und dessen Auszahlung anfechten würde.

Eine Durchgriffshaftung bei einer GmbH wird bei folgenden Fallkonstellationnen bejaht:

- Existenzvenichtender Einbriff
- Durchgriffshaftung gegen GmbH-Gesellschafter wegen Vermögensvermischung
- Unterbilanzhaftung des Alleingesellschafters einer vermögenslosen GmbH

2. Wenn ausreichend Anlagevermögen vorhanden ist, was den Einsatz des Eigenkapitals auf der Aktivseite rechtfertigt, fällt unter Umständen ein Durchgriffsanspruch gegen den Gesellschafter weg, jedoch bleibt der Anspruch auf Rückzahlung des gewährten Darlehens aus dem Darlehensvertrag und ggfs. eine Anfechtungsmöglichkeit des Insolvenzverwalters bestehen.

3. Eine Auszahlung eines entsprechenden Darlehens ist per se möglich. Probleme tauchen immer erst dann auf, wenn die GmbH Ihren Zahlungsverpflichtungen (Insolvenz) nicht mehr nachkommen kann. Dann besteht die Möglichkeit, wie beschrieben, den Gesellschafter direkt in Anspruch zu nehmen. Denn das Darlehen muss angemessen verzinst und zu einem bestimmten Termin zurückgezahlt werden. Problematisch könnte eine solche Darlehensgewährung auch im Hinblick auf die steuerliche Einordnung als verdeckte Gewinnausschüttung sein, mit einer entsprechenden steuerlichen Belastung. Insoweit sollte ein entsprechender Darlehensvertrag durch eine Kollegen mit dem Schwerpunktgebiet Steuerrecht im Vorfeld geprüft werden.

Ich hoffe Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben. Für eine weitergehende Beratung stehe ich gerne zur verfügung.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2007 | 10:15

1. Gibt es hier eine Durchgriffshaftung auf den GF, da die Darlehensauszahlung zu Lasten des Stammkapital erfolgt ist?

Unter "GF" meinte ich den Geschäftsführer und nicht den Gesellschafter. Gibt es somit eine Durchgriffshaftung auf den Geschäftsführer, da die Darlehensauszahlung zu Lasten des Stammkapital erfolgt ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.10.2007 | 22:52

Sehr geehrter Ratsuchender,

bevor ich Ihre Nachfrage bearbeiten kann, bitte ich um Eingabe der korrekten Adress- und Kontodaten, damit der von Ihnen eingesetzte Betrag auch abgebucht werden kann.

Mit besten Grüßen

Schröter
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 21.10.2007 | 23:03

Hinsichtlich der Darlehensgewährung bedarf es im Insolvenzfalle nicht eines Fallbeispieles der Durchgriffshaftung, da der Geschäftsführer für die Rückzahlung des Darlehens persönlich handelt. Im übrigen bin ich bei Ihrer Schilderung dacon ausgegangen, daß der Geschäftsführer mit einem der Gesellschafter personengleich ist.

Soweit dies nicht der Fall ist, haftet der Geschäftsführer aus dem Darlehen. Soweit die Darlehensgewährung nicht von dem Gesellschaftervertrag abgedeckt ist und eine Kompetenzüberschreitung vorliegt, haftet er auch auf Schadensersatz. In diesem Falle kann der Schaden höher sein als die ausgereichte Darlehenssumme.

Ich hoffe die Beantwortung hilft Ihnen weiter.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
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