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GmbH - Sitz in Deutschland, Sitz der Geschaeftsleitung in USA - Steuern

| 31.03.2013 08:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Zusammenfassung: Zu den Pflichten des inländischen Arbeitgebers aus § 41a EStG in Bezug auf die Anmeldung und Abführung des geschäftsführenden Gesellschafters mit Wohnsitz im Ausland

Ich hatte vor ein paar Monaten schon eine Frage gestellt, hinsichtlich meiner jetzt anstehenden Auswanderung in die USA.

Diese Frage betraf die Weiterfuehrung meiner deutschen Ein-Mann-GmbH von den USA aus.
Die Frage wurde im Hinblick auf das neue Mobilitaetsgesetz dahingehend positiv beantwortet, dass dies mittlerweile moeglich sei und eine Aufloesung der deutschen GmbH nach Verlegung des Sitzes der Geschaeftsleitung in die USA nicht mehr noetig ist. Vorausgesetzt natuerlich, dass der Geschaeftsfuehrer jederzeit nach Deutschland ohne Beschraenkungen einreisen kann, sollte dies im Rahmen seiner Taetigkeit noetig werden. Diese Moeglichkeit ist bei mir gegeben.
Die GmbH bietet Internetdienstleistungen an, die ohne weiteres vom Ausland aus auch gegenueber Kunden in Deutschland erbracht werden koennen.

Nun interessiert mich aber der steuerliche Teil der Auswanderung hinsichtlich meines Geschaeftsfuehrergehalts. Ich bin alleiniger geschaeftsfuehrender Gesellschafter. Ich erhalte monatlich ein Gehalt von meiner GmbH.

Da mit den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, gab mir die zustaendige deutsche Oberfinanzdirektion die Auskunft, dass ab meinem definitiven Wegzug (inkl. ordnungsgemaesser Abmeldung meines Wohnsitzes in Deutschland) keine Lohnsteuer/Einkommenssteuer mehr in Deutschland auf das Geschaeftsfuehrergehalt abzufuehren waere, da ich in den USA mit meinem Welteinkommen steuerpflichtig bin und dort dann eine Steuererklaerung abzugeben habe und auch meine Einkuenfte (Geschaeftsfuehrergehaelter), die von der deutschen GmbH gezahlt werden in den USA versteuert werden muessen.

Das leuchtet mir ein.

Die anfallenden Arbeiten (Internetdienstleistungen, Website-Services, SEO) werden ausschliesslich von den USA aus erbracht, ich habe dort auch meinen staendigen Wohnsitz und meinen Lebensmittelpunkt und bleibe natuerlich auch laenger als 183 Tage in den USA anwesend.

Die Kunden der GmbH befinden sich momentan noch ausschliesslich in Deutschland.

Nach Auskunft des zustaendigen Amtsgerichts, welches das Handelregister fuehrt, muss die Verlegung des Sitzes der Geschaeftsleitung (!) in die USA eingetragen werden im deutschen Handelsregister, was ich noch mit Hilfe eines Notars erledigen werde. Der Sitz der Gesellschaft als solches bleibt aber in Deutschland.

Natuerlich ist mir klar, dass die GmbH mit Sitz in Deutschland als eigenstaendige juristische Person ihre Gewinne in Deutschland weiter zu versteuern hat (Koerperschaftssteuer).

Auch nehme ich an, dass die Gewerbesteuer weiter in Deutschland am Sitz der eigentlichen GmbH gezahlt werden muss (?).

Meine Frage nun:
Ist die Auskunft der Oberfinanzdirektion so richtig (Einkommensteuer/Lohnsteuer nicht mehr in Deutschland aufs Geschaeftsfuehrergehalt zahlen, also Bruttoauszahlung an mich und dann Versteuerung in den USA) und beziehen sich diese steuerlichen Regelungen auch auf die Einkuenfte aus nichtselbststaendiger Taetigkeit von GmbH-Geschaeftsfuehrern?
Oder gibt es da eventuell im deutschen Steuer-Dickicht wieder eine andere spezielle (Sonder-)Regelung fuer derartige Gehaelter?


Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Vorab zu Ihrer eigentlichen Fragestellung, ja es ist richtig, dass juristische Person GmbH auch weiterhin an ihrem Sitz gewerbesteuerpflichtig ist .

Nach § 41a EStG ist der Arbeitgeber zur Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer verpflichtet. Dies hat nach den dort aufgeführten Regelungen zu erfolgen.
Personen mit ständigem ausländischem Wohnsitz unterliegen der beschränkten Einkommensteuerpflicht. Das betriefft insbesondere Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Dividenden und Inverstmentanteilen, aus Vermietung ud Verpachtung und aus privaten Veräußerungsgeschäften mit inländischen Grundstücken.
Als geschäftsführender Gesellschafter sind Sie aber nach einem Urteilmdes BFH vom 20.10.2010 VIII R 34/08 als Selbstständiger anzusehen und damit nicht abhängig beschäftigt. Das hat die Folge, dass Ihr Einkommen als Geschäftsführer einer in Deutschland ansässigen Firma nicht dem deutschen Steuerrecht unterfällt und somit die Verpflichtung der GmbH, soweit keine weiteren abhängig Beschäftigten vorhanden sind, entfällt.

Hier verbleibt also zu sagen, dass die erhaltene Auskunft der OFD zutreffend war.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2013 | 00:14

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Wehle,

vielen Dank fuer Ihre Antwort, die mich sehr beruhigt.

Noch eine kurze Nachfrage:

Die Eintragung im Handelsregister hinsichtlich der Verlegung des Sitzes der Geschaeftsleitung - quasie an meine neue Adresse in den USA - ist sicher im deutschen HGB gesetzlich vorgeschrieben und wollte ich in den naechsten Wochen dann auch ueber meinen Notar veranlassen.

Gibt es hier zwingende Fristen, bis wann der Eintrag der Verlegung des Geschaeftsleitungssitzes zu erfolgen hat?
Hat dieser Eintrag Auswirkungen auf den definitiven Beginn (!) der entfallenden Steuerpflicht?
Bisher hies es von Seiten der OFD immer, dass mein Pass-Stempel (Einreise in die USA) gilt fuer den Wegfall der Steuerpflicht in Deutschland. Eine Meldepflicht in den USA gibt es ja nicht.

Vielen Dank schon im Voraus fuer Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.04.2013 | 00:28

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bitte hier zu unterscheiden zwischen der Verlegung des Geschäftssitzes und der Verlegung Ihres ständigen Aufenthaltes/Wohnsitzes in die USoA.
Ersteres ist innerhalb einer Frist von einem Monat zu veranlassen, da ansonsten der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllt werden würde, der entsprechend mit einem Ordnungsgeld belegt werden kann.
Hinsichtlich der Steuerpflicht ist Ihre Abmeldung und Ausreise (Stempel der Einreise in die UsoA) entscheidend.
Auch die Abmeldung in Deutschland sollte für den Wegfall der deutschen Steuerpflicht bereits ausreichend sein, da an diesen sich nach § 1 EStG und § 8 AO die unbeschränkte Steuerpflicht knüpft.

Mit freundlichen Grüßen
und noch einen schönen Ostermontag
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 01.04.2013 | 08:42

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"Vielen Dank nochmals auch fuer die sehr schnelle und umfassende Beantwortung meiner Fragen am Osterwochenende! Klasse!!! "
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung. Gern stehe ich Ihnen auch künftig bei Rechtsfragen auch außerhalb dieses Portals zur Verfügung. Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen Andreas Wehle Rechtsanwalt /Aachen
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