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GmbH Insolvenzverfahren - ja oder nein?

| 11.04.2010 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


Guten Tag,
folgender Sachverhalt:

Der GF (Gesellschafter-Geschäftsführer) einer GmbH - genauer einer UG - hat fristgerecht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde durch das Amtsgericht bestellt und hat seine Arbeit aufgenommen. Der GF musste den Insolvenzantrag stellen, weil die Erlöse die in den kommenden Tagen anstehenden Asgaben nicht mehr gedeckt hätten. Eine andere Finanzierung war nicht möglich.
Es liegt also kein "Betrug" vor. Keine Insolvenzverschleppung, keine Privatentnahmen oder sonstige Vorteilsgewährungen. Alles ist absolut sauber gelaufen.

Der GF ist selbst auch Gläubiger, da er der UG ein Darlehen gewährt hat.
Vermutlich wird das Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt werden.

Jetzt stellt sich für den GF folgende Frage:

Was ist für ihn besser? Wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird oder wenn es mangels Masse abgelehnt wird? Gerade auch im Hinblick auf die weitere berufliche Zukunft des GF und seine persönliche Bonität. Die Ablehnung des Insolvenzverfahrens könnte er ja dadurch verhindern - er ist ja selbst auch Gläubiger - dass er die Verfahrenskosten vorschießt. Nur, soll er das tun?

Was sind konkret die Vorteile/Nachteile für den GF bei beiden Szenarien (Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder Ablehnung)?
Was ist eure Empfehlung?

Danke für kompetenten Rat!
Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Es ist nach dem vorliegenden Sachverhalt nicht empfehlenswert einen Kosnetnvorschuss zu leisten. Dieser verbessert Ihre Situation nicht. Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt ist offenbar keine ausreichende Masse vorhanden, die die Kosten des Verfahrens decken würde. Für die gesicherten Gläubiger kann es sich manchmal empfehlen, selbst einen Massekostenvorschuss gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 InsO aufzubringen, um die Abweisung des Insolvenzeröffnungsantrages mangels Masse auszuschließen und die Durchführung eines geregelten Insolvenzverfahrens zu ermöglichen, das die praktische Durchsetzung der Absonderungsrechte gewährleistet. In Ihrem Fall, wo Sie zwar ein Darlehen gegeben haben, dies aber nicht gesichert ist und zudem als Gesellschafterdarlehen zu werten ist, ist nicht ersichtlich, weshalb ein Kostenvorschuss von Ihnen geleistet werden sollte.

Ein rechtskräftiger Abweisungsbeschluss nach § 26 InsO führt zur Auflösung einer GmbH / UG, vgl. § 60 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG. Hieraus ergibt sich für Sie als Geschäftsführer keine andere Situation, die für Ihre berufliche Zukunft Auswirkungen hätte, als bei der Durchführung eines Insolvenzverfahrens.

Etwas anderes könnte dann gelten, wenn Sie in der Krise der Gesellschaft schon Rückzahlungen auf Ihr Darlehen erhalten hätten. Hat ein Gesellschafter der Unternehmergesellschaft nämlich einen Kredit gewährt und lässt sich diesen kurz vorher zurückzahlen, dann muss er mit diesem Betrag ein Jahr lang für Forderungen der Gläubiger haften. In einem solchen Fall müssten Sie daher Interesse an der Abweisung der Verfahrenseröffnung haben.

Ansonsten würde sich die Eröffnung für Sie nicht weiter auswirken: für Verbindlichkeiten der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft steht den Gläubigern als so genannte Haftungsmasse nur das Vermögen der Gesellschaft zur Verfügung. Kein Gläubiger hat die Möglichkeit, auf das private Vermögen der Gesellschafter zurückzugreifen.

Somit wäre der Kostenvorschuss für Sie ohne Auswirkungen und kann daher nicht empfohlen werden.

Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2010 | 15:07

Guten Tag Herr Meivogel,
besten Dank für Ihre rasche Antwort.

Ich habe allerdings gelesen, dass sich bei der Abweisung des Insolvenzverfahrens u.a. folgende Nachteile ergeben:

1. Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft auf mögliche Strafdelikte ( z.B. Insolvenzverschleppung, Bankrott usw.)
2. Der Unternehmer wird in das öffentliche Schuldnerverzeichnis eingetragen, der Eintrag bleibt 5 Jahre bestehen.
3. Die Gläubiger können die im Vorverfahren eingestellten Zwangsvollstreckungen in das pfändbare Vermögen aufnehmen

Was bedeuten diese drei Punkte konkret für mich als GF?

Danke für Nachricht und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2010 | 20:23

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Nachfragen kann ich wie folgt antworten:

1.
Die automatischen Mitteilungen über die Abweisung mangels Masse sind das Gegenstück zu den Prüfungen die der Insolvenzverwalter bei der Eröffnung durchführt. Somit ergibt sich kein Unterschied zwischen eröffnetem oder abgewiesenen Verfahren. In beiden Fällen wird also geprüft ob sich Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Vorgehen finden.

2.
Die Rechtsperson die hier eingetragen wird ist nicht der GF sondern die Gesellschaft.

3.
Die Vollstreckung gegen eine aufgelöste Gesellschaft ist nicht möglich. Die von Ihnen zitierte Regelung betrifft natürliche Personen als Insolvenzschuldner.

Bewertung des Fragestellers 11.04.2010 | 15:11

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