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GmbH-Insolvenz: Was bekommen Gläubiger, wenn keine Einigung erzielt wird?

13.08.2015 11:08 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

eine GmbH mit zwei 50/50 Gesellschaftern befindet sich im Insolvenzverfahren. Es sieht so weit alles optimistisch und konstruktiv aus. Es gibt einen großen Gläubiger (Investor) und zwei winzige Gläubiger (Berater, Vermieter).

Was passiert jedoch, wenn es zu keiner Einigung kommt und wenn zur selben Zeit kein Käufer für die Nutzungsrechte und Werke der GmbH gefunden wird?

Was bekommt insb. der große Gläubiger im Gegenzug?

Sollte der Gläubiger dann nichts erhalten, z.B. wegen des GmbH-Status, warum sucht ein Insolvenzverwalter überhaupt nach einer Einigung mit den Gläubigern?

Ich bin sehr an einer Einigung mit dem größten Gläubiger interessiert, versuche aber zu verstehen, warum ein Insolvenzverwalter überhaupt vermittelt/sucht und worin die größte Gefahr für den Investor/großen Gläubiger und ggf. Gesellschafter besteht.

Mit freundlichen Grüßen

13.08.2015 | 12:19

Antwort

von


(489)
Albstraße 45
73249 Wernau
Tel: 07153/9964381
Web: http://www.kanzlei-fuer-wirtschaftsrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1.) Das Insolvenzverfahren ist ein Verwertungs- bzw. Gesamtvollstreckungsverfahren. Da nach Ihrer Sachverhaltsschilderung das Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen der GmbH bereits eröffnet ist (diesem voraus geht das Insolvenzantragsverfahren bzw. das Insolvenzeröffnungsverfahren), ist der Insolvenzverwalter gehalten und verpflichtet, die Vermögenswerte der GmbH zu verwerten.

2.) Gleichwohl ist der Insolvenzverwalter prinzipiell einmal an einer Fortführung des Geschäftsbetriebs der GmbH und sodann an einer Übertragung des Geschäftsbetriebs der GmbH bzw. deren Vermögenswerten im Gesamten interessiert. Durch eine solche Übertragung bzw. einen solchen Verkauf der Vermögenswerte im Gesamten an einen Investor erzielt der Insolvenzverwalter in der Regel das Maximum an geldwertem Vorteil bzgl. der Verwertung der Vermögenswerte. Deshalb sucht der Insolvenzverwalter in einer ersten Phase meist nach Kaufinteressenten bzw. Investoren, welche die Vermögenswerte der GmbH im Gesamten übernehmen. Ich unterstelle aus Ihrer Sachverhaltsschilderung, dass der Insolvenzverwalter hierüber (auch) mit den Gläubigern verhandelt und nach einer gewinnbringenden Einigung sucht.

3.) Sollte ein Verkauf bzw. eine Übertragung der Vermögenswerte im Gesamten an einen Käufer nicht möglich sein, hat der Insolvenzverwalter die Vermögenswerte der GmbH einzeln zu verwerten. Dies kann bei Nutzungsrechten, Aufträgen, halb fertig gestellten Erzeugnissen etc. schwierig sein, da die Kosten der Verwertung die jeweiligen Liquidationswerte kaum übersteigen können. Eine Einzelwertung generiert, im Vergleich zu einem Gesamtverkauf, daher zumeist weniger bzw. sogar gar kein Vermögen für die Masse.

4.) Aus dem vom Insolvenzverwalter generierten Vermögen zugunsten der Insolvenzmasse (durch Gesamtverkauf oder Einzelverwertung der Vermögenswerte der GmbH) werden sodann, nach Abzug der Kosten des Insolvenzgerichts und der Vergütung des Insolvenzverwalters, die Gläubiger entsprechend den vom Insolvenzverwalter anerkannten Forderungen quotal befriedigt (vgl. § 38 InsO ). Der Großgläubiger wird, sofern keine Sicherungsrechte bestehen, nicht gesondert behandelt. Er nimmt die selbe Stellung wie ein Kleingläubiger ein (Unterschiede bestehen u.a. nur bei der Möglichkeit der Einflussnahme auf das Insolvenzverfahren). Dem Vermieter kommt im Rahmen der Befriedigung zumeist als Absonderungsgläubiger eine besondere Stellung zu, vgl. § 49 InsO .

5.) Die Gläubiger könnten in einem Insolvenzverfahren schlimmsten Falls nur eine marginale Quote auf Ihre noch bestehenden offenen Forderungen erhalten. Dies wäre dann der Fall, wenn die vom Insolvenzverwalter generierte bzw. verwertete Insolvenzmasse nur knapp über den Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens (§ 54 InsO ) liegt.

6.) Der von Ihnen angesprochene, haftungsbegrenzende "GmbH-Status" wird in einem Insolvenzverfahren zumeist "aufgeweicht", da dem Insolvenzverwalter ggf. Haftungsansprüche gegen die Gesellschafter und den Geschäftsführer bzw. Ansprüche auf Einlagenzahlung ggü. den Gesellschaftern zustehen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. iur. H. Traub
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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