Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

GmbH Insolvenz

11.05.2013 14:12 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Guten Tag,

die A GmbH hat bei einem Großhändler über einen Zeitraum von 2 Monaten Waren im Gegenwert von 100.000 Euro unter erweiterten Eigentumsvorbehalt eingekauft. Das vereinbarte Zahlungsziel betrug 60 Tage. Die A GmbH verfügt selbst nur über ein Stammkapital von 25.000 Euro. Die gekaufte Ware wurde adhoc an die B GmbH verkauft mit Zahlungsziel 50 Tage. Es wurde angenommen, dass die A GmbH den Großhändler pünktlich bezahlen kann, nachdem die B GmbH in Leistung getreten ist. Nun hat die B GmbH Zahlungsschwierigkeiten und kann die Rechnungen nicht bezahlen. Wie soll sich der Geschäftsführer der A GmbH verhalten? Schnellstmöglich Insolvenzantrag stellen? Was hat der GF der A GmbH bezüglich Durchgriffshaftung zu befürchten? Kann eine Insolvenz der A GmbH verhindert werden, wenn der Großhändler ein Zahlungsaufschub gewährt?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

1. Wie soll sich der Geschäftsführer der A GmbH verhalten? Schnellstmöglich Insolvenzantrag stellen?

Vorab: Um eine abschließende Antwort oder gar Handlungsempfehlung geben zu können, müsste der Sachverhalt in allen Einzelheiten und insbesondere die finanzielle Situation der A- GmbH in allen Einzelheiten bekannt sein.

Dieses zu berücksichtigen ist im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne leider nicht möglich, weshalb ich Ihnen bereits an dieser Stelle anraten möchte, einen im Gesellschafts- und Insolvenzrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der abschließenden Klärung der Sach- und Rechtslage und anschließend gegebenenfalls der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen zu beauftragen.

Dennoch möchte ich versuchen, Ihnen eine erste grobe Einschätzung zu geben.

Der Insolvenzantrag müsste gestellt werden, wenn ein Insolvenzgrund vorliegt. Dieses wäre nach der InsO die Zahlungsunfähigkeit, die Überschuldung aber auch bereits eine drohende Zahlungsunfähigkeit.

Hier besteht eine fällige Forderung des Großhändlers, die nicht bedient werden kann. Es liegt also akut eine Zahlungsunfähigkeit vor, so dass viel für die Insolvenzbeantragung spricht.

Dieses könnte vielleicht geregelt werden, sofern der Großhändler der einzige Gläubiger ist bzw. dessen Großforderung ausschlaggebend ist und wenn der Großhändler an einer Lösung interessiert ist. Hierzu weiter unten unter 3.

2. Was hat der GF der A GmbH bezüglich Durchgriffshaftung zu befürchten?

Ich gehe davon aus, dass Sie die Durchgriffshaftung insbesondere des Großhändlers gegenüber dem GF meinen.

Eine solche Durchgriffshaftung kommt nur im Ausnahmefall in Betracht.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Link mit vertiefenden Infos zu diesem Thema beigefügt:

http://www.vdb-gmbh-insolvenz.de/GmbH-Insolvenz-Geschaeftsfuehrer-Risiko/durchgriffshaftung-gmbh-geschaeftsfuehrer-gmbh-gesellschafter.html

Ob hier ein Fall der Durchgriffshaftung gegeben ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen, da ich den ganzen Sachverhalt nicht kenne. Eine solche Haftung kommt aber insbesondere dann in Betracht, wenn zu spät Insolvenzantrag gestellt werden sollte.

3. Kann eine Insolvenz der A GmbH verhindert werden, wenn der Großhändler ein Zahlungsaufschub gewährt?

Das wäre im Einzelfall unter Umständen möglich, wenn damit auch die drohende Zahlungsunfähigkeit (Insolvenzgrund!) vermieden werden kann.

Drohende Zahlungsunfähigkeit liegt grob vereinfacht dann vor, wenn die Gesellschaft die aktuell fälligen Forderungen sowie die Forderungen, die in den nächsten 3 Monaten fällig werden, voraussichtlich nicht begleichen können wird.

Eine Insolvenz ließe sich nur dann unter Umständen vermeiden, wenn mit dem Großhändler erstmal eine Stundung vereinbart wird in Verbindung mit einer Ratenzahlungsvereinbarung, welche die A-GmbH mühelos bedienen kann.

Der Schlüssel kann hier nur eine gemeinsame Lösung mit dem Großhändler sein. Diese sollte gegebenenfalls mithilfe eines Kollegen vor Ort (s.o.) gemeinsam ausgearbeitet werden.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70465 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, kompetente und ausführliche Beratung! Dankeschön!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Habe etwas gewartet auf die Antwort, aber mein Angebot von € 25 war ja auch das Minimum, das man bieten kann, da stürzt sich nicht jeder Anwalt sofort darauf. Alles OK, ganz gutes System. Wer es sehr eilig hat, muss halt etwas ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen