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GmbH Insolvenz, da überhöhte Rechnungen vom Unternehmensberater ?


| 30.12.2012 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Hallo ,
kurze Schilderung der Sachlage:
Mitte 2011 gründete ich eine GmbH (Stammkapital 25.000,00 €; hatte eigentlich vorher vor, nur mit einer UG zu starten; mein Steuerberater riet mir dann aber, gleich eine GmbH zu gründen, die 25.000,00 € könnten für die laufenden Geschäftskosten mit verwendet werden). Die Geschäfte liefen gut. Hatte mich daraufhin entschlossen ein 2. Geschäft zu eröffnen (ca 80 km vom Hauptgeschäft entfernt in einer anderen allerdings kleineren Stadt). Auf Nachfrage bei der zuständigen Mitarbeiterin meines Steuer-beraters, da das Stammkapital der GmbH so gut wie "aufgebraucht" war, ob ich der GmbH einen privaten Kredit gewähren kann, bejate sie. Somit stellte ich der GmbH ca. 20.000,00 € zur Verfügung. Desweiteren verzichtete ich sporatisch auf die Zahlung meines eigenen Gehaltes, weil ich durch den Gründungszuschuß vom AA und andere Einkünfte finanziell abgesichert war - diese Gehälter laufen bzw. liefen in den BWA´s als Kosten weiterhin mit.
Die Geschäfte im 2-ten Geschäft liefen dann doch nicht so, wie erwartet (Geschäft 1 hat Geschäft 2 mittragen müssen) und die GmbH geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Diese finanziellen Engpässe wurden von mir durch private "Mini-kredite" teilweise aufgefangen. Da ich nicht genau wusste, wie ich mich jetzt weiter verhalten soll und muss, bat ich einen Unternehmensberater um Hilfe. Dazu muss ich sagen, dass ich die Reisleine zu spät gezogen habe das 2-te Geschäft aufzugeben.
Der Unternehmensberater kontaktierte die meisten Gläubigern und vereinbarte mit denen Ratenzahlungen, die fistgerecht bedient wurden. Nach einigen Wochen meinte er dann, dass die Werbung usw. angekurbelt werden müsse (dies läuchtete mir auch ein). Im Gegenzug für seine geleistete Arbeit wolle er eine bestimmte %-tuale Beteiligung an der GmbH - seine geleistete Arbeit werde daraufhin gestundet. Ich stimmte unter Vorbehalt der Prüfung erst einmal verbal zu. Innerhalb von wenigen Tagen vereinbarte er einen Notartermin zur Unterzeichnung eines "notariellen Kaufangebots" von 1 €. daraufhin teilte ich Ihm mit, dass ich ohne anwaltlichen Rat erst mal gar nichts unterschreiben werde.Laut Beratervertrg verpflichtete er sich, mir einen Arbeitszeitnachweiss zur Verfügung zu stellen. Um Nachvollziehen zu können, in welchem Umfang er mit den gläubigern verhandelt hatte, stellte er mir nach Aufforderung einige Unterlagen zur Verfügung. Diese Unterlagen waren allerdings so lückenhaft, dass ich Ihn aufforderte, mir korrekte Arbeitszeitnachweise zukommen zu lassen. Dies ist nicht geschehen, nur das die erbrachten Leistungen notwendig waren.
Ich verwende bewusst keine "Zahlen" und Daten, nur soviel es geht hier um einge tausend Euro, die der Unternehmensberater verlagt. Da seine horente Rechnung nicht auf einmal zu bezahlen ist, bat ich um Ratenzahlung. Seine geforderten Raten sind so hoch gegriffen, dass diese die GmbH nicht tagen kann. Bei Nichterbringung seiner Forderungen droht er ein umgehendes Mahnverfahren an und ev. gerichtliche Schritte gegen mich.

Nun meine Fragen:
1.) Ist es möglich, nachträglich die schon geleisteten privaten Kredite in das Stammkapital mit aufzunehmen?
2.)Meine gestundeten Gehaltsforerungen zu "streichen", so dass ich sozusagen erst einmal unentgeldlich für die GmbH gearbeitet habe und arbeiten werde?
3.)Da mit allen Gläubigern eine Ratenvereinbarung existiert (außer die mit Ihm - wobei, wie erwähnt, seine Rechnungen zu hoch sind) besteht hier immer noch eine Insolvenzgefahr?
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

1.) Ist es möglich, nachträglich die schon geleisteten privaten Kredite in das Stammkapital mit aufzunehmen?

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, möchten Sie wissen, ob die aus Ihrem Privatvermögen von Ihnen an die Gesellschaft gegebenen Kredite in das Stammkapital aufgenommen werden können.

Dieses würde voraussetzen, dass das Geld noch im Gesellschaftsvermögen vorhanden wäre.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist aber dieses leider gerade nicht der Fall, so dass diese Möglichkeit nicht mehr besteht.

Unabhängig davon kann ich nicht erkennen, worin der Vorteil von einem solchen Vorgehen liegen sollte.

2.)Meine gestundeten Gehaltsforerungen zu "streichen", so dass ich sozusagen erst einmal unentgeldlich für die GmbH gearbeitet habe und arbeiten werde?

Sofern Sie Gehaltsforderungen haben, sind Sie alleine Schuldner dieser Forderungen gegenüber der GmbH.

Sie können daher über diese Forderungen frei bestimmen.

Es bestünde also die Möglichkeit, diese Forderungen zu stunden, oder sogar vollständig darauf zu verzichten.

3.)Da mit allen Gläubigern eine Ratenvereinbarung existiert (außer die mit Ihm - wobei, wie erwähnt, seine Rechnungen zu hoch sind) besteht hier immer noch eine Insolvenzgefahr?

Eine Insolvenzgefahr besteht dann, wenn eine Insolvenzgrund vorliegt oder in greifbarer Nähe liegt.

Die Insolvenzordnung kennt 3 Insolvenzgründe.

Ein Insolvenzgrund liegt jedenfalls bei Überschuldung, Vermögenslosigkeit oder drohender Überschuldung (wenn man also innerhalb der nächsten drei Monate seine laufenden Verbindlichkeiten nicht decken kann) vor.

Sofern eine dieser Voraussetzungen hier vorliegt, müsste Insolvenz angemeldet werden.

Solange aber die bisherigen Gläubiger durch Raten befriedigt werden und die gegebenenfalls neuen Gläubiger auch aus den liquiden Mitteln befriedigt werden können, sehe ich keine Insolvenzgefahr.
Abschließend kann dieses aber leider nur nach Kenntnis Ihrer genauen Unternehmenszahlen, insbesondere der laufenden und voraussichtlich auf Sie zukommenden Verbindlichkeiten beurteilt werden.

Sie sollten hier unbedingt einen im Gesellschaftsrecht und Insolvenzrecht erfahrenen Kollegen vor Ort beauftragen, falls noch nicht geschehen.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.



Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2012 | 17:09

Hallo Herr Newerla,
vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!
Wie sieht es mit den Forderungen des Beraters aus? Da diese sehr hoch sind und auch seine vorgeschlagene Ratenzahlung die Möglichkeiten meiner Firma sprengen (selbst wenn diese Forderungen teilweise nicht angemessen sind), kann er gegen mich gerichtlich vorgehen? Denn die von Ihm geforderte Gesamtsumme ist nun mal nicht vorhanden.
Bei getroffenen Ratenzahlungen, die nicht in 3 Monaten getilgt werden können, besteht da Insolvenzgefahr?(Eine Ratenzahlungs-vereinbarung läuft beispielsweise über 9 Monate).
Grüße an die Nordseeküste GKB

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.12.2012 | 17:19

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für den Nachtrag.

Sofern die Raten innerhalb der nächsten 3 Monate nicht getilgt werden können (oder auch nur eine Rate!) besteht eine drohende Überschuldung und somit ein Insolvenzgrund/Insolvenzgefahr.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wollte der Berater doch für seine Tätigkeit kein Geld, sondern eine Unternehmensbeteiligung.

Dann hat er auch nur hierauf einen Anspruch.

Sofern Sie aber diese Vereinbarung nicht nachweisen können, bleibt es bei der Zahlungspflicht.

Dann kommt es darauf an, was vereinbart war. Dieses (also die konkrete Höhe) müsste dann der Unternehmensberater aber nachweisen können.

Sollte er die konkret vereinbarte Höhe und auch seine Tätigkeit (!) nachweisen können, hätte ein gerichtliches Vorgehen Aussicht auf Erfolg, andernfalls nicht.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.12.2012 | 17:10


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