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GmbH Gründung und Insolvenz

03.10.2014 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Ich habe vor Jahren meinen Namen für jemanden gegeben (Gewerbe) und daraus resultieren noch ca. 230.000 € Verbindlichkeiten. Insolvenz habe ich nie beantragt, wollte dieses aber jetzt endlich durchziehen. Nun habe ich die Möglichkeit eine GmbH zu übernehmen. Die Einlage würde ich von einem Bekannten als Darlehen bekommen ( 25.000,-- Euro). Kann ich mich als Gesellschafter/Geschäftssführer eintragen lassen? Wenn ich z.B. 1500 € monatlich als Geschäftsführergehalt beziehe und es verbleibt dann jährlich noch ein Gewinn, was passiert damit? Geht dieser in die Insolvenzmasse?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihren Darstellungen können Sie Geschäftsführer einen GmbH werden. Das wäre lediglich dann ausgeschlossen, wenn Sie sich bspw. wegen Insolvenzverschleppung (§ 15a Abs. 4 InsO ) strafbar gemacht hätten. Für diesen Fall sieht § 6 Abs. 2 S. 2 Nr. 3 a) GmbHG einen Ausschlussgrund vor. Wenn Sie also für das Gewerbe, für dass Sie Ihren "Namen gegeben" haben, antragspflichtig waren, sollten Sie die Antragspflicht prüfen lassen. Insbesondere, wenn Sie Geschäftsführer einen juristischen Person waren oder sind, welche überschuldet oder zahlungsunfähig ist.
Vor dem Hintergrund, dass das ganze nach Ihren Darstellungen schon vor Jahren passiert ist, sollten Sie auch einmal die Verjährung der Forderungen prüfen lassen.

Hinsichtlich Ihrer Einnahmen gilt grundsätzlich folgendes:
Was zur Insolvenzmasse gehört, regelt § 35 Abs. 1 InsO .

"§ 35 Begriff der Insolvenzmasse
(1) Das Insolvenzverfahren erfasst das gesamte Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Eröffnung des Verfahrens gehört und das er während des Verfahrens erlangt (Insolvenzmasse).
(2) u (3)..."

Das bedeutet, dass zunächst einmal sowohl die Gehälter (aber siehe unten), die Sie bekommen, als auch Ihre Gesellschafteranteile in die Insolvenzmasse fallen. Der Insolvenzverwalter wird diese, sofern sie werthaltig sind, auch zu Geld machen. Die Gewinne der GmbH fließen erst einmal der GmbH zu. Nehmen Sie Gewinnausschüttungen vor, die Ihnen persönlich zufließen, so fallen auch diese in die Insolvenzmasse.

Von den 1500 € Monatsgehalt fällt nicht der gesamte Betrag in die Insolvenzmasse.

Nach § 36 Abs. 1 InsO ist ein Teil pfändungsfrei.
"§ 36 Unpfändbare Gegenstände
(1) Gegenstände, die nicht der Zwangsvollstreckung unterliegen, gehören nicht zur Insolvenzmasse. Die §§ 850 , 850a , 850c , 850e , 850f Abs. 1 , §§ 850g bis 850k , 851c und 851d der Zivilprozessordnung gelten entsprechend.
(2)u.(3)..."

Nach § 850c ZPO stehen Ihnen mind. 930 € monatlich zu, die nicht in die Insolvenzmasse fallen. Auch wenn Sie bspw. Mehrarbeit leisten, steht Ihnen nach § 850a Nr. 1 ZPO die Hälfte der aus der Mehrarbeit erzielten Einkünfte zu.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 03.10.2014 | 13:49

Wenn ich es richtig verstanden habe, fallen die 25.000 Euro ( die für die GmbH Gründung erforderlich sind) ebenfalls in die Insolvenzmasse?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.10.2014 | 18:40

Das kommt darauf an:

Wenn das Insolvenzverfahren erst eröffnet wird, nach dem die 25.000 € Einlage geleistet wurden, fällt es nicht ohne weiteres in die Insolvenzmasse, da es dann ja schon der GmbH "gehört". Der Insolvenzverwalter kann den Betrag aber mglw. mittels Anfechtung wieder von der GmbH heraus verlangen.

Sollten Sie das Darlehn erst nach Insolvenzeröffnung erhalten, fällt es in die Insolvenzmasse. Sie können dann nicht darüber verfügen.

Auf den einen oder anderen Weg wird der Insolvenzverwalter wohl die 25.000 € zur Masse ziehen können. Das hängt aber auch davon ab, ob er lieber die Gesellschaftsanteile verwerten möchte oder nicht.

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