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GmbH Gesellschafteranteile

| 07.03.2014 09:19 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: In der Insolvenz der GmbH besteht für die Gesellschafter keine Nachschusspflicht, wenn ihre Einlagen bereits ganz oder teilweise verbraucht sind. Alle Gesellschafter haften mit ihren Einlagen in gleicher Weise für die Schulden der GmbH, unabhängig von der Höhe oder dem Anteil der Einlage am Kapital

Unsere GmbH hat ein Stammkapital von 1 Mio €, das eingezahlt wurde, aber aus wirtschaftlichen Gründen fast nicht mehr da ist. Zwei Gesellschafter haben 95% Anteile, ein Gesellschafter 5%. Der Minderheitsgesellschafter ist der Geschäftsführer. Nun habe ich gelesen, dass bei einer Insolvenz das Stammkapital nicht zwingend noch vorhanden sein muss.

In Bezug auf die Haftung, was bedeuten bei einer regulären Insolvenz die Gesellschafteranteile ? Ist der Minderheitsgesellschafter genauso betroffen? Wer haftet wie bzw. mit wieviel?

Spielt die Höhe des Stammkapitals eine Rolle bei der Insolvenz?
Eingrenzung vom Fragesteller
07.03.2014 | 09:29

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es stimmt, was Sie gelesen haben:

Ordnunsgemäß eingezahltes Gesellschafterkapital muss bei der Insolvenz der GmbH nicht mehr (vollständig) vorhanden sein. Die Einlagen der Gesellschafter können (vor einer Insolvenz) der GmbH auch für den laufenden Geschäftsbetrieb verbraucht werden.

Es gibt lediglich die Verpflichtung des Geschäftsführers, wenn über 50% der Einlagen verbraucht sind, eine Gesellschafterversammlung einzuberufen und die Gesellschafter auf den Kapitalverlust hinzuweisen (§ 49 Abs. 3 GmbHG). Unterlässt er dies, macht er sich strafbar (§ 84 GmbHG).

In der Insolvenz haftet jeder Gesellschafter nur mit seiner Einlage (§ 13 Abs. 2 GmbHG). Ist zum Zeitpunkt des Eintritts der Insolvenz die Einlage bereits teilweise oder vollständig verbraucht worden, trifft den Gesellschafter - egal, ob Mehrheits- oder Minderheitsgesellschafter, und gleichgültig, wie hoch die Höhe der Einlage oder ihr Anteil am Stammkapital ist - keine Nachschusspflicht. "Haften" bedeutet in diesem Fall lediglich, dass der/die Gesellschafter die eingezahlte(n) Einlage(n) bei der Abwicklung der Gesellschaft auf Grund der Insolvenz nicht mehr zurückerhalten, die Einlage also "verloren" ist. Soweit die Einlage bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch nicht verbraucht ist, wird die Einlage aufgewandt, um die Verfahrenskosten zu bezahlen; was danach noch übrig ist, wird anteilig an die Gläubiger der Gesellschaft zur Befriedigung ihrer Forderungen verteilt. (Dies betrifft alle Einlagen, egal wie hoch sie sind, oder welchen Anteil sie am Gesamtkapital der Gesellschaft bilden.)

Lediglich dann, wenn die Einlage vom Gesellschafter zum Zeitpunkt der Insolvenz noch nicht vollständig oder ordnungsgemäß eingezahlt worden war (oder nach der Einzahlung offen oder verdeckt wieder an den Gesellschafter ganz oder teilweise zurückgezahlt wurde), zieht der Insolvenzverwalter den noch nicht eingezahlten bzw. zurückgezahlten Teil der Gesellschaftseinlage vom Gesellschafter ein. [Wird ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft mangels Masse nicht eröffnet, können die Gläubiger der Gesellschaft, wenn keine ordentliche Liquidation stattfindet, den Anspruch der Gesellschaft auf Ein- bzw. Rückzahlung der Einlage gegen den Gesellschafter pfänden und sich zur Einziehung überweisen lassen. Ansonsten hat in diesem Fall der Liquidator die Einlage einzuziehen.]

Um es noch einmal zu wiederholen: Wurde die Einlage vollständig und ordnungsgemäß (also nicht durch Aufrechnung mit Gegenforderungen, etwa aus Aufwandsersatz, Darlehen oder Gehalt -> Grundsatz der realen Kapitalaufbringung) eingezahlt und nicht nachträglich wieder zurückgezahlt (dies ist auch verdeckt möglich, z,B. durch überhöhte "Vergütungen", Aufwendungen oder Mieten), dann muss der Gesellschafter, unabhängig von der Höhe seiner Einlage oder deren prozentualen Anteil am Gesellschaftskapital, in der Insolvenz nichts nachschießen, auch wenn die Einlage bereits ganz oder teilweise verbraucht ist. Er erhält bei der Abwicklung der Gesellschaft aber seine Einlage auch nicht mehr zurück.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 07.03.2014 | 10:59

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