Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

GmbH Geschäftsführer mit privater EV - kreditwürdigkeit der GmbH


16.12.2011 21:48 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke



Guten Tag,

hier der Fall:

1. Es soll eine GmbH mit vollem Stammkapital 25k, einem Gesellschafter und einem Geschäftsführer gegründet werden. Dabei werden laufende Geschäfte und Kundenbeziehungen übernommen, was der GmbH vom Stand aus monatlichen Umsatz von 80.000 EUR bringt (ca. 5k Gewinn pro Monat).

2. Der Gesellschafter (100%) hat eine private Insolvenz erfolgreich hinter sich gebracht (Restschuldbefreiung erteilt 2009, keine Vorstrafe o.ä.) und hat nur noch einen Erledigungs-Eintrag in der Schufa.

3. Der Geschäftsführer soll extern bestellt werden, hat jedoch eine private EV abgeben müssen und laufende Kontopfändung, keine private Insolvenz beantragt oder angestrebt. Er möchte seine privatem Verbraucherschulden durch die Arbeit in der GmbH begleichen.

Fragen

1. Wird die GmbH durch die EV des Geschäftsführers und Insolvenz des Gesellschafters zu 100% leiden oder wird bei einer Warenkreditversicherung, Mobilfunkvertrag oder Mietvertrag nur die GmbH als juristische Person überprüft?

2. Falls die Kreditwürdigkeit nicht gegeben ist, welche Möglichkeiten hat das Duo, zusammen eine kreditwürdige GmbH zu gründen und zu führen, bis die privaten Schulden des Geschäftsführers abgetragen sind?

Ich meine, das Stammkapital ist ja in voller Höhe eingezahlt und das sollte ja als Grundlage dienen für die Geschäftfähigkeit gelten?

Es wäre schön, wenn sich nur ein RA mit konkreter Erfahrung in dieser Sache melden würde.

vielen Dank für Ihre Frage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Ihr Problem wird die Bonität sein. Die Ratingagenturen werden Sie aufgrund der Insolvenzen mit einer Bonität bei der Creditreform z. B. schlechter als 300 geführt werden, was bedeutet, dass Sie keinen Leasingvertrag etc. abschließen können. Ihre privaten Insolvenzen "belasten" also die neue GmbH.

Große und auch mittelständische Unternehmen starten zudem häufig Anfragen an Creditreform, bevor Sie mit einem Neukunden Geschäfte machen. Wenn hier schlechte Boniät übermittelt wird, hat das im Geschäftsleben Nachteile für Sie. Besonders im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Banken könnte dies schwierig werden.

Eine Insolvenz verbleibt für 3 Jahre mit einem Eintrag in der Schufa, so dass für diese Zeit die Bonität nur schwer verbessert werden kann.

Das voll eingezahlte Haftkapital spielt für die Bonität eine sehr untergeordnete Rolle, da dieses ja nur unter besonderen Umständen eingesetzt ist. Problematischer ist Ihre durch die Insolvenz verbriefte "Unzuverlässigkeit", die sogar einer Gewerbegründung entgegenstehen kann. Das Problem ist ja auch, dass das Haftkapital in vielen Fällen zwar eingezahlt wird, aber die Gesellschafter "damit arbeiten", was nichts anderes bedeutet, dass damit Verbindlichkeiten beglichen werden. Dies ist zwar zulässig, höhlt die Haftung der GmbH aber aus, so dass in diesem Fall doch wieder der Gesellschafter haftet.

Ihre einzige Möglichkeit ist es, Lieferanten, Banken etc. durch regelmäßige Zahlung von Ihrer Integrität zu überzeugen, so dass Sie nach einiger Zeit nicht mehr nur gegen Vorkasse beliefert werden. Außerdem spielt die Zeit für Sie, nach 3 Jahren wird der Schufaeintrag gelöscht. Zu einer Verbesserung der Bonität würde darüber hinaus eine nachgewiesene, dauerhafte Liquidität führen.

Eine andere Möglichkeit sehe ich zur Zeit nicht, da eine Neugründung nach Insolvenz immer sehr schwierig ist. Wenn aber ausreichend Liquidität vorhanden ist, sollten Sie die schwierige Anfangszeit aber überstehen.

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2011 | 22:48

Sehr geehrte Frau Domke,

Vielen Dank für Ihre Antwort um diese späte Uhrzeit, ich bin jedoch mit dieser allgemeinen Antwort nicht zufrieden.

Entschuldigen Sie bitte, aber diese Informationen stehen in jeder IHK Broschüre bzw. INternetforum.

Wieviele konkrete Erfahrungen mit Neugründungen nach Insolvenz / mit schlechte Bonität haben Sie sammeln können bzw. haben Sie betreut?

Es kann doch nicht sein, daß bei jeder kleinigkeit wie Handyvertrag usw. der Geschäftsführer persönlich überprüft wird?

Dazu ist doch ein unterschriebener Schufaauskunft-Vollmacht der betreffenden Person nötig, sprich Geschäftsführer.

Ich habe dies bei meiner Arbeit in einer GmbH noch nie bei einer Neukundenbestellung vorlegen müssen.

Ich habe speziell nach einem RA gefragt, welcher sich praktisch damit auskennt und von konkreten Fällen und Erfahrungswerten berichten kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2011 | 10:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich habe gerade so einen Fall und es ist genauso, wie ich es Ihnen schreibe. Die Bonität ist das Problem.
Es wird nicht bei "jeder Kleinigkeit" der Geschäftsführer überprüft, es wird eine Schufa- oder Creditreformanfrage gestartet und zwar bei ALLEN Kreditgeschäften.
Sie werden auch nicht danach gefragt, sondern in den Verträgen steht, dass man sich eine entsprechende Auskunft beschafft bzw. es wird einfach gemacht ohne Ihr Zutun.

Des weiteren können Sie für Ihren Einsatz keine Handlungsanweisungen erwarten. Sie zahlen € 45,- im gewerblichen Bereich. Dafür können Sie keine seriöse weitergehende Beratung erwarten. Im übrigen habe ich Ihre Fragen alle beantwortet. Wenn Sie die Antworten schon vorher wussten, brauchen Sie hier keine Anfrage zu starten.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
- Rechtsanwältin -

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER