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GmbH Forderung


| 26.11.2007 14:20 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt/in
Kann eine deutsche GmbH, welche einen Titel gegen mich hat, vollstrecken, wenn die GmbH vom Amts wegen aus dem HRB gelöscht ist wegen VErmögenslosigkeit, die Gesellschafterin (Mutterkonzern aus Island) verkauft worden ist, der ehemalige GmbH Geschäftsführer ein
Islander ist, welcher mittlerweile in Rente ist und auf den FAroer Inseln lebt?
Zur weiteren Info ist zu sagen, daß der dt.GmbH-GF auch Geschäftsführer der Islandische LTd war und dort entlassen worden ist ohne daß ein neue GF in D oder Island bestellt worden ist.
Der Titel gegen mich ist nicht übertragen, wahrscheinlich wegen Gläubigerbenachteiligung. Die dt GmbH ist durch eine Rechtsanwaltskanzlei in Hamburg adresslich vertreten.
Es besteht auch weder eine Eröffnungsbilanz noch eine Schluß-oder Liquidationsbilanz. Der Zeitrahmen der Dt.GmbH: Gegründet 1999, 2003 von Amtswegen erloschen.Die Muttergesellschaft ist 2004 verkauft worden und noch in diesem Jahr abgewickelt worden. Eine Schuldenübernahme durch die neuen Islandischen Besitzer ist nicht vereinbart worden.
Die Rechtsanwaltskanzlei vollstreckt nun gegen mich und ich habe bei hiesigen RAen noch keine Antwort bekommen, bzw wie kann ich mich hier zu rechtlich wehren.
Es ist mir klar daß der Titel existend ist. Auf Anfrage an die RAe in HH nach einer Vollmacht wurde mir eine nagelneue Vollmacht vom Januar 07 vorgelegt mit der Unterschrift vom alten dt. GmbH-GF !!
Ich denke daß könnte schon BEtrug sein ?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Die Vollmachtserteilung aus 2007 durfte nicht wirksam sein, da der Geschäftführer die GmbH nicht mehr vertreten kann und die Gesellschaft bereits seit über vier Jahren beendet wurde.

Es wird zwar für die GmbH vertreten, dass für diese noch eine nachträgliche Abwicklung vorgenommen werden kann, soweit sich nach der Löschung ausnahmsweise noch Vermögen anfindet gem. § 264 Abs. 2 FGG. Allerdings wurde dies für solche Fälle von den Gerichten entschieden, sofern die Aktiva (Vermögenswerte) der GmbH wenigstens der Summe aus gesetzlichem Stammkapital und Verbindlichkeiten entsprechen.

Allerdings gibt es auch Meinungen, wonach die Fortsetzungsfähigkeit der GmbH, nach einer Löschung gänzlich ausgeschlossen ist. Dies unabhängig davon, ob die GmbH noch Vermögenswerte hat oder nicht.

Insoweit sollten Sie sich gegenüber der beauftragten Kanzlei auf den Standpunkt stellen, daß wenn die GmbH im Handelsregister wegen Vermögenslosigkeit gem. § 141 a Abs. 1 S. 1 FGG gelöscht wurde, es zur Beitreibung von Altforderung eines Liquidators/Sequestor (§ 66 GmbHG) bedarf, der von Amts wegen zu bestellen ist. Soweit eine solche Liquidation nicht vorliegt, kann dieser Titel nicht gegen Sie durchgesetzt werden.

2. Möglich wäre, dass die Kanzlei die Forderung erworben bzw. abgetreten bekommen hat und hier aus eigenem Recht vorgeht. Hierfür wäre aber eine Titelumschreibung erforderlich, sowie ein Nachweis, dass die Kanzlei Forderungsinhaber geworden ist.

3. Als weitere Vorgehensweise sollten Sie die Kanzlei auf die fehlende Aktivlegitimation durch die Löschung der GmbH für die Vornahme von Vollstreckungshandlungen hinweisen, bzw. um entsprechenden Nachweis bitten. Sollte die betreffende Kanzlei gleichwohl Vollstreckungsmaßnahmen einleiten bliebe Ihnen nur die Möglichkeit einer Vollstreckungsgegenklage, wozu ich dann die Einschaltung eines Kollegen empfehle. Dieser wird in diesem Zusammenhang sicherlich auch den strafrechtlichen Vorwurf prüfen, was mit anhand der Angaben nicht möglich ist.

Neben dem Nachweis der Aktivlegitimation sollten Sie die Herausgabe des Titels anfordern.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2007 | 16:01

Hallo
danke für die schnelle Rückantwort-ich bin sprachlos welche Kompetenz hier mir entgegenkommt.
Ich habe mittlerweile die EV abgelegt und die Privatinsolvenz beantragt-dieses Unternehmen ist der einzige Gläubiger.
Was raten Sie mir, was ich jetzt tun sollte, vorallem kann ich nicht zu Ihren Kollegen gehen, da die Forderung gegen mich ca 300.000 € ist und die HOnorarkosten bei weitem die finanziellen Verhältnisse sprengen würde. Soll ich dies auch zu Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bringen ??
Danke nochmals für die Mühe, es war das Geld wirklich wert.
Mit freundlichen Grüßen
V.Kraus
email: vk@oceansalmon.de

Ergänzung vom Anwalt 28.11.2007 | 01:03

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Nachfrage. Sie können mit einem Kollegen eine entsprechende Honorarvereinbarung treffen, so daß Sie im betreffenden Fall genau abschätzen können, was an Gebühren auf Sie zukommt.

Da die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt ist, wird der Treuhänder den Gläubiger zur Anmeldung der Forderung auffordern. Erfolgt keine Forderungsanmeldung des einzigsten Gläubigers wird das Verfahren vorzeitig mit entsprechender Befreiung von den Verbindlichkeiten beendet.

Von einer Strafanzeige würde ich ohne Pürfung durch einen Kollegen zunächst absehen.

Im Fall einer Anschlußberatung, für die ich gerne zur Verfügung stehe, kann ich Ihnen die einschlägige Entscheidung gerne heraussuchen.

Ich hoffe, daß Ihnen dies weiterhilft.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
Bewertung des Fragestellers |


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