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GmbH-Firmensitz in D trotz Wohnsitz im Ausland?

| 14.10.2013 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


16:11

Zusammenfassung: Der Verwaltungssitz einer GmbH kann frei ins Ausland verlegt werden, solange der Satzungssitz nach § 4a GmbHG in Deutschland verbleibt und eine inländische Geschäftsanschrift beim Handelsregister hinterlegt ist, § 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbHG.

Sachverhalt:

Ich bin geschäftsführender Alleingesellschafter meiner GmbH (Handel, keine weiteren Angestellten) und möchte meinen Wohnsitz nach Spanien verlegen. Gleichzeitig soll die deutsche GmbH ohne Bürobetrieb in D fortgeführt werden, da wichtige Geschäftspartner mit meiner spanischen SLU nicht zusammenarbeiten möchten. Alle Geschäftsprozesse (Lager, Versand, Buchhaltung, Callcenter) sind bereits an Fremdfirmen in D ausgelagert, so dass die eigentliche Geschäftstätigkeit der GmbH dort stattfindet, wo ich wohne und arbeite.

Fragen:

Wie lässt sich eine Fortführung der GmbH mit deutscher Rechnungsanschrift kostengünstig bewerkstelligen, wenn ich meinen Wohnsitz nach Spanien verlege?
Ist die Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland unter Beibehaltung des Satzungssitzes im Inland eine Lösung?
Falls ja, muss dann in D eine Betriebsstätte - womöglich mit Angestellten - existieren oder nicht?
Dürfte in diesem Fall die Rechnungsstellung mit deutscher Firmenanschrift erfolgen?
Welche Notar- und Gerichtskosten sind bei einer solchen Firmensitzverlegung zu erwarten?
Und gibt es Alternativen zu dieser Variante?
14.10.2013 | 15:48

Antwort

von


(407)
Nürnberger Strasse 71
96114 Hirschaid
Tel: 095432380252
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Seit Inkrafttreten des MoMiG im Jahre 2008 ist eine Verlagerung des Verwaltungssitzes einer GmbH ins Ausland problemlos möglich. Lediglich der Satzungssitz nach § 4a GmbHG muss sich nach wie vor im Inland befinden. Ferner ist nach § 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbHG die Angabe einer inländischen Geschäftsanschrift erforderlich, unter der die GmbH auch tatsächlich erreichbar ist. Diese Korrespondenzanschrift muss nicht zwangsläufig ein Geschäftslokal darstellen; vielmehr ist auch die Privatanschrift des Gesellschafters bzw. des Geschäftsführers ebenso zulässig, wie die Anschrift eines Dienstleisters der GmbH (z.B. Rechtsanwalt / Steuerberater, zu dem aktives Mandatsverhältnis besteht).

Die Verlagerung des Verwaltungssitzes ist rein faktischer Natur und bedarf weder der notariellen Form, noch der Eintragung ins Handelsregister. Sofern der bisherige Satzungssitz und die bisherige Geschäftsanschrift beibehalten werden, fallen keine Notar- bzw. Gerichtskosten an.

Die Rechnungsstellung kann/sollte von der Anschrift aus erfolgen, die die betreffenden Geschäfte tätigt - in Ihrem Fall also von der spanischen Anschrift aus. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt von Bedeutung, dass die im Ausland erzielten Umsätze nicht der deutschen Umsatzsteuerpflicht unterliegen. Diesbezüglich sollten Sie sich aber nähe durch einen Steuerberater beraten lassen, da insbesondere für die weiteren Steuerarten das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Königreich Spanien zu beachten ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thomas Henning, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Thomas Henning

Rückfrage vom Fragesteller 14.10.2013 | 16:02

Sehr geehrter Herr Henning,

danke für die schnelle Antwort. Welche Möglichkeit gibt es darüber hinaus, wenn in jedem Fall eine deutsche Rechnungsanschrift geführt werden soll? Wäre z. B. eine Niederlassung beim Sitz des Steuerberaters denkbar, über die nur ein Teil der Umsätze getätigt wird (nämlich die des Geschäftspartners, der auf eine dt. Rechnungsanschrift besteht)?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.10.2013 | 16:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Ausgehend von § 1 UStG , der grds. nur im Inland erfolgte Umsätze als umsatzsteuerbar betrachtet, sollte eine deutsche Rechnungsanschrift nur dann genutzt werden, wenn der Umsatz (also Verkauf/Lieferung) von einer in Deutschland befindlichen Niederlassung aus erfolgt. Da Sie angaben, dass Lager und Versand ohnehin in Deutschland verbleiben (wenn auch bei Fremdfirmen), liegt es nahe, die Anschrift Ihres Versenders als Geschäfts-/Rechnungsanschrift zu nutzen. Aufgrund der "Untiefen" des deutschen Steuerrechts sollte hierzu aber ein Steuerberater kontaktiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.10.2013 | 08:57

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