Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

GmbH - Einstellung Mangels Masse § 207 Inso


18.08.2006 09:15 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Jahre 2003 als Geschäftsführender Gesellschafter Insolvenzantrag für meine überschuldete GmbH gestellt. Im gleichen Zuge habe ich damals im Rahmen des Regelinsolvenzverfahrens auch einen Insolvenzantrag mit Stundung der Verfahrenskosten sowie Restschuldbefreiung über meine Person gestellt.

Es wurden 2 Insolvenzverfahren eröffnet, im Verfahren in Bezug auf mich als Privatperson befinde ich mich bereits in der Wohlverhaltensperiode, bei erfolgreichen bestehen wird mir die Restschuldbefreiung annerkannt.

Im Verfahren in Bezug auf meine Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH habe ich jetzt ein Schreiben bekommen, daß das Verfahren nach § 207 Inso Mangels Masse eingestellt werden soll.

Da bei Antragstellung der Insolvenz für die GmbH keine Möglichkeit besteht (juristische Person) Stundung bzw. Restschuldbefreiung zu beantragen eröffnet sich mir an dieser Stelle eine Wissenslücke.

Meine Fragen hierzu:

Was habe ich zu befürchten wenn das Verfahren nach § 207 Inso eingestellt wird?

Zählt meine laufende Wohlverhaltensperiode mit der angekündigten Restschuldbefreiung auch für dieses Verfahren( Anträge wurden zur gleichen Zeit eingereicht)oder bleibt mir nur die Möglichkeit wieder Insolvenzantrg zu stellen mit der Aussicht nie eine Restschuldbefreiung in Bezug auf meine Tätikgeit als Geschäftsführer der GmbH erreichen zu können?

Vielen Dank für die beantwortung der Fragen
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Es handelt sich hierbei um zwei selbständige Insolvenzverfahren,
ein Verfahren gegen Sie als Privatperson, was auch die Tätigkeit als Geschäftsführer der GmbH einschließt
und ein Verfahren gegen die GmbH als juristische Person,

wobei eine Restschuldbefreiung für die GmbH nicht vorgesehen ist.

Durch die Einstellung des Verfahrens Mangels Masse gem. § 207 InsO erhält der Schuldner, hier die GmbH, die Verfügungsbefugnis über Ihr vermögen zurück. Allerdings wir die GmbH gem. § 60 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG aufgelöst und im Handelsregtsiter gelöscht. D.h. die GmbH ist nicht mehr existent, das Insolvenzverfahren abgeschlossen.

Auswirkung auf Sie und das Regelinsolvenzverfahren sind allenefalls denkbar, soweit die GmbH Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt hinterlassen hat. Die Steuerschulden können nicht mehr im Rahmen eines Insolvenzverfahrens reguliert werden, so daß das Finanzamt möglicherweise Sie als Geschäftsführer gem. § 69 i.V.m. § 34 AO in Anspruch nehmen kann, soweit Sie steuerlichen Pflichten, die Ihnen als Geschäftsführer obliegen verletzt haben.

Die Wohlverhaltenspersiode und die Restschuldbefreiung wird durch das Insolvenzverfahren gegen die GmbH bzw. deren Einstellung nicht beeinträchigt, außer ein Gläubiger, der gegen die GmbH und auch gegen Sie persönlich Forderungen hat, stellt einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung.

Soweit Sie noch Gehaltsansprüche gegen die GmbH haben, ist durch die Einstellung des Verfahrens nicht mit einer Insolvenzquote zu rechnen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 18.08.2006 | 12:50

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung der Fragen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, gehen die vorhandenen Gläubiger (bis auf das Finanzamt) der GmbH bei einer Einstellung Mangels Masse nach § 207 leer aus wenn keine persönlichen Forderungen oder Versagensgründe als gesellschafter/geschäftsführer vorliegen.

Meine Fragen hierzu:

Bleiben die offenen Forderungen bestehen, und können diese von mir als Privatperson nach meinem privaten Insolvenzverfahren wieder eingefordert werden oder werden diese mit der Löschung der GmbH verworfen?

Ist es sinnvoll, bei Aufrechterhaltung der Forderungen erneut Insolvenzantrag zu stellen obwohl keine Restschuldbefreiung für GmbH Verbindlichkeiten erlangt werden kann?

Vielen Dank & Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.08.2006 | 13:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Forderung gegen die GmbH beleiben bestehen und könnten auch eingefordert werden, wenn nicht die GmbH als juristische Person nicht mehr existent ist. Insoweit fehlt Ihnen für die Einforderung ein Gegenüber, bei dem Sie Ihre Forderung geltend amchen können. Im übrigen dürften die Forderungen nach Abschluß Ihres Verfahrens, soweit Sie nicht tituliert sind, verjährt sein. §§ 195, 199 BGB.

Bei einem erneuten Insolvenzantrag würde auf den bestehenden Beschluß der Einstlung verwiesen, so daß ein erneuter Antrag nicht entsprochen wird. Gegen den Beschluß der Einstellung des Verfahrens mangels Masse steht Ihnen nur die sofortoge Beschwerde nach § 216 InsO zu.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER