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GmbH Anteile nach Scheidung

03.01.2011 12:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich werden uns scheiden lassen. 2003 haben wir geheiratet. Kein Ehevertrag. Gesetzlicher Zugewinn. Scheidung ist noch nicht eingereicht.

Ich habe 2000 aus meiner Einzelfirma eine GmbH gegründet.
Ich bin alleinige Geschäftsführerin und bekomme ein Gehalt. Mein Mann ist nicht beteiligt, arbeitet aber in der Buchhaltung in der GmbH und wird dafür entlohnt.

Wir überlegen, um später unnötige Anwaltskosten zu vermeiden, meinen Mann bereits jetzt vor einer Scheidung mit 50% und stimmrechtsloser Beteiligung an der GmbH zu beteiligen.

Er bekäme ja ohnehin nach der Scheidung die Hälfte (nehme ich an aufgrund des Zugewinnausgleiches) und eine Auszahlung in Bargeld wäre mir nicht möglich. Außerdem wäre dazu eine Bewertung der Geschäftsanteile nötig, dazu wiederrum ein Gutachter, was alles sehr viel Geld kostet…

Wenn mein Mann also zum Zeitpunkt der Scheidung 50% Geschäftsanteile besitzt (stimmrechtslose allerdings) und ich die anderen 50 % (ich bleibe alleinige Geschäftsführerin) – ist damit der Zugewinnausgleich was die GmbH betrifft abgegolten?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

03.01.2011 | 14:29

Antwort

von


(207)
Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
E-Mail:



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


In Ihrem Fall kommen versorgungsausgleichsrechtliche Regelungen neben gesellschaftsrechtlichen Regelungen zum Zuge.

Das ist immer dann der Fall, wenn die sog. Vermögens-Vergesellschaftung über die Gestaltung der ehelichen Lebensgemeinschaft hinaus geht.

Betreibt ein Ehegatte eine GmbH in der der andere Ehegatte nicht nur untergeordnete Tätigkeiten (gelegentliche Aushilfstätigkeiten) ausübt, sollte ein Gesellschaftsbeschluss über die Verteilung nach Durchführung des Versorgungsausgleiches gefasst werden.


Sie beabsichtigen Ihrem Ehegatten 50 % der Anteile zu übertragen.

Gem. § 1373 BGB: Zugewinn ist Zugewinn derjenige Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen des Ehegatten übersteigt.


Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen Ehegatten, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung zu, § 1378 BGB: Ausgleichsforderung .

Um Den Zugewinn zu errechnen müssen also zunächst Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten ermittelt werden.

Nehmen wir zur Vereinfachung an, Ihr Zugewinn in Ihrer Ehe besteht allein in der Gesellschafterstellung an der GmbH und der Zugewinn Ihres Ehegatten beträgt 0, dann wäre ein Ausgleich tatsächlich so durchzuführen, dass Sie 50 % der Gesellschaft als überschießenden Teil abzugeben hätten.


Dies kann in Ihrem Fall auf gesellschaftsrechtlicher Ebene durchgeführt werden.

Sie sollten in den Gesellschaftsbeschluss konkret aufnehmen, dass diese Anteilsübertragung einzig dem Ausgleich der Zugewinnforderungen Ihres Ehegatten gem. § 1372 BGB: Zugewinnausgleich in anderen Fällen dient.


In dem Beschluss sollte dann ebenfalls aufgenommen werden, dass sich beide Gesellschafter darüber einig sind, dass der Ihrem Ehegatten zugeführte Anteil zugewinnrechtlich 50 % der Gesellschaft und des Gesellschaftsvermögens ausmacht und dass auf die Bewertung durch einen Sachverständigen hiermit verzichtet wird.


Zu bedenken ist, dass die Durchführung des Zugewinnausgleiches nicht zwingend bei einer Scheidung durchgeführt werden muss.
Rechtlich könnte neben dieser gesellschaftrechtlichen Regelung auch noch ein „sonstiger Zugewinnausgleich" durchgeführt werden.

Sollten keine weiteren beachtlichen Vermögenswerte in Ihrer Ehegemeinschaft vorhanden sein, so wäre mit diesem Gesellschaftbeschluss das Vermögen der Beiden Beteiligten getrennt.

Man könnte daneben auch noch per Vertrag einen weiteren Zugewinnausgleich ausschließen, was aber den Anfall der üblichen Gebühren nach sich zieht.


Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung geholfen zu haben.


___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mathias Drewelow
Fachanwalt für Medizinrecht

Rückfrage vom Fragesteller 03.01.2011 | 16:03

Danke für Ihre Antwort.

Es besteht noch mehr für den Zugewinnausgleich. Wobei meinem Mann das wichtigste ist, an der GmbH beteilgt zu sein. Den anderen Zugewinn können wir aber auch später ausgleichen, wenn es dann tatsächlich zur Scheidung kommt.

Macht es nun Sinn, daß jetzt so in einen Gesellschaftsbeschluss einzubauen, insbesonders das hier:
"zugewinnrechtlich 50 % der Gesellschaft und des Gesellschaftsvermögens ausmacht und dass auf die Bewertung durch einen Sachverständigen hiermit verzichtet wird"

auch wenn die Scheidung nicht jetzt und z.b. erst in einem Jahr eingereicht wird. Also soll dann trotzdem der Teil mit den zugewinnrechtlich mit rein?

Wo besteht der Nachteil, wenn wir die GmbH nun ohne Berücksichtigung der Zugewinnfrage aufteilen?

Viele grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.01.2011 | 09:00

Sehr geehrter Fragesteller,


der Nachteil einer bloßen Aufteilung besteht darin, dass bzgl. des Zugewinnausgleiches absolute Offenheit besteht und ein Bewertungsverfahren über die Werthaltigkeit der Anteile durchgeführt werden müsste.

Der Vorteil der Aufteilung der Gesellschaft im zugewinnrechtlichen Sinne liegt darin, dass die formalen und bewertungsrechnerischen Anforderungen des Zugewinnausgleichsverfahrens hier außen vor gelassen werden können.


Mit freundlichen Grüßen
RA Drewelow

ANTWORT VON

(207)

Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
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