Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.393
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

GmbH-Abwicklung: Veröffentlichung im Bundesanzeiger nicht möglich

17.10.2017 08:35 |
Preis: 35,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Ordnungsgeld Bundesamt für Justiz wegen Nichtveröffentlichung Jahresabschluss

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, weil ich einen fachlichen Rat benötige im Zusammenhang mit der Abwicklung einer GmbH.

Im Dezember 2012 habe ich mit meinem damaligen Partner eine GmbH gegründet. Beide als Gesellschafter und beide als Geschäftsführer. Im Dezember 2013 habe ich die GmbH jedoch aus privaten Gründen verlassen, bin jedoch nicht als Geschäftsführer zurückgetreten, da sich damals schon Probleme abzeichneten und ich nicht wusste, ob ich mir damit nicht Ärger einhandeln würde. Damals hatten wir besprochen, die GmbH demnächst zu verkaufen oder aufzulösen. Die Monate sind verstrichen und ich habe immer nur gehört, dass alles gut läuft, doch ich erhielt dann im Oktober 2013 ein Schreiben von einem Anwalt, der eine Forderung geltend machen wollte, dort flog dann das ganze Drama auf.

1. Mein Geschäftspartner hat das ganze Jahr keine Miete mehr gezahlt und auch andere Forderungen verursacht, sodass die GmbH schon seit längerer Zeit zahlungsunfähig war.

2. Aufgrund das Vertrauensverlustes bin ich sofort mit ihm zum Notar und habe die Auflösung der GmbH beschlossen, habe mich ab Dezember 2013 auch im Gesellschafterbeschluss entlasten lassen, was jedoch eher von geringen Wert ist und habe mich als alleiniger Liquidator benennen lassen. Das dies ein großer Fehler war, ist mir mittlerweile bekannt, da ich nun seit dem Tag alleine hafte.

3. Die Problematik beginnt damit, dass der Steuerberater das Handtuch geworfen hat, weil weder ich ihm, noch mein Geschäftspartner auf Nachfrage vernünftige Steuerunterlagen einreichen konnte, weder für 2013 noch für die darauffolgenden Jahre. Die GmbH hat den Geschäftsbetrieb offiziell im März 2013 eingestellt. Es sind derzeit Forderungen in Höhe von 17.000€ angefallen.

4. Aufgrund der fehlenden Steuerunterlagen ist es mir nicht möglich gewesen, den Jahresabschluss für die Jahre durchzuführen und ergo konnte ich meiner Veröffentlichungspflicht nicht nachkommen. Nun habe ich ein Schreiben von dem Bundesanzeiger erhalten mit einer angemessenen Fristsetzung und der Androhung einer Strafzahlung, sollte ich die Veröffentlichung nicht vornehmen. Dies ist mir jedoch nicht möglich und wird es mir auch nicht sein, denn mein ehemliger Partner sieht in den Finanzunterlagen nicht durch, verweigert die Mitarbeit und ich weiß nicht, was ich tun kann.

Daher meine Frage, was ich dem Bundesanzeiger mitteilen soll und was mögliche Folgen sind.

Ich versuche gerade mich privat mit den Gläubigern zu einigen, dass ich einen Teil der Forderungen übernehme, die GmbH somit schuldenfrei wird und ich sie ohne Insolvenz abwickeln kann. Halten Sie diese Möglichkeit für sinnvoll und aussichtsreich? Bei einer GmbH-Insolvenz wird jeder Gläubiger leer ausgehen, denke ich.

Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Hinsichtlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses können Sie allenfalls eine Fristverlängerung erreichen, werden aber um die Einreichung der betreffenden Abschlüsse nicht umhinkommen. Denn neben der gesetzlichen Verpflichtung der Offenlegung des Jahresabschlusses ist dies auch Voraussetzung für die Liquidierung der GmbH.

2. Gegen die Ordnungsgeldbescheinigung des Bundesamtes für Justiz besteht die Möglichkeit der Beschwerde. Allerdings sind die von Ihnen vorgetragenen Gründe nicht geeignet eine Ordnungsgeldentscheidung abzuwenden. Die Höhe des Ordnungsgeldes in der ersten Ordnungsgeldentscheidung wird sich auf rund EUR 50,- belaufen. Erfolgt nicht innerhalb der gesetzten Nachfrist eine Veröffentlichung steigt das Ordnungsgeld auf EUR 2.500,-.

3. Aus meiner Sicht bestehen folgende Möglichkeiten:

Sie lassen aus den vorhandenen Unterlagen einen Jahresabschluss erstellen, auch wenn nicht alle Unterlagen hierzu vorliegen. Lassen Sie sich hierzu von den kontoführenden Banken eine Kontoverdichtung zusenden, mit denen der Steuerberater dann die Buchungen und die Erstellung des Jahresabschlusses vornehmen kann. Eine Änderung/Korrektur des Jahresabschlusses ist jederzeit möglich.

Sollte eine Veröffentlichung der Jahresabschlüsse nicht zeitnah erfolgen können, werden die Verbindlichkeiten der Gesellschaft weiter steigen, so dass aufgrund der schon bestehenden Verbindlichkeiten eine Verpflichtung zur Beantragung des Insolvenzverfahrens besteht, § 64 Abs. 1 GmbHG i.V.m. § 19 InsO.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63204 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle und informative Antwort. Hat mir sehr geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle und kompetente Antworten! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasche und kompetente Beantwortung meiner Fragen. Genau das wollte ich. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER