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Gläubigerschutz


| 05.04.2006 21:13 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Ich habe vor zwölf Jahren einem Freund (meinem damaligen Finanz- und Versicherungsberater) auf sein Drängen Geld für einen Hauskauf für dessen Familie geborgt. Eigentlich sollte er mich beraten, wie ich das Geld (eine Abfindung) sicher für mein Alter anlege. Er betonte, dass mir das Haus ja immer als Sicherheit bliebe und im Zweifelsfall könnten Schulden ja mindestens 30 Jahre eingefordert werden. Es gab einen konkreten Darlehensplan, aber keinen Eintrag für mich ins Grundbuch, da dann ja (laut seiner Aussage) die Bank nicht mehr mitspielen würde. Dann erfolgte eine Scheidung, er verspekulierte sich und hielt keine Ratenzahlung ein.
Schon lange besitze ich rechtskräftige Titel. Immer dann, wenn eine EV angedroht war, hat er auch mal wieder ein wenig gezahlt. Inzwischen aber hat er sich völlig verspekuliert, es gibt andere Gläubiger, hohe Unterhaltsschulden. Da er auf Druck der anderen auch eine EV leisten musste, ist mein letztes Druckmittel weg. An mich hat er schon seit vielen Jahren nichts mehr gezahlt. Derzeit lebt er offiziell von Hartz IV, ist nun bei einer Schuldnerberatung. Die prüft - nach seiner Aussage - ob es eine Privat- oder Geschäftsinsolvenz wird. Danach will er sich wieder selbständig machen.
Ich hatte immer auch kleinste Ratenzahlungen akzeptiert - es gab vom Schuldner nie eine Geste guten Willens. Ich habe mehrmals Verhandlungen angeboten, gesagt, dass ich mich auch über monatliche 20-Euro-Raten freuen würde - nichts. Was kann ich tun?
Habe ich noch irgendeine Chance?
Sehr geehrte Damen und Herren,

leider kann ich Ihnen nicht viele Hoffnungen machen. Bestenfalls erhalten Sie einen Teil der Forderung.

Ich gehe davon aus, daß Sie alle Zwangsvollstreckungsmaßnahmen versucht haben.

Wenn Ihr "Freund" schon bei der Schuldnerberatung ist und hohe Unterhaltsschulden bestehen, wird Ihr "Freund" ernsthaft ein privates Insolvenzverfahren erwägen und wahrscheinlich auch beantragen.

Die Schuldnerberatung wird nun versuchen die Schulden zu ordnen und mit allen Gläubigern einen Einigungsversuch starten. Im idealen Fall erklären sich alle Gläubiger mit dem vorgeschlagenen Plan einverstanden. Dann ist bereits die erforderliche außergerichtliche Einigung erfolgt. Verweigern die Gläubiger die Zustimmung, dann ist die außergerichtliche Einigung gescheitert.

Dann muß der Schuldner einen Insolvenzantrag in Verbindung mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Wir der Antrag durch des Insolvenzgericht eröffnet, dann trifft es häufig auch bestimmte Maßnahmen zur Sicherung des Vermögens.

Dazu zählt u.a. die Einstellung von etwaigen Zwangsvollstreckungsmaßnamen. Konto- oder Lohnpfändungen durch die Gläubiger sind nun unzulässig. Dies ist natürlich sehr unbefriedigend für Sie. Als Gläubiger sind Sie in der Tat hier nicht ausreichend geschützt.

Meist schließt sich hieran nämlich hier die sog. Restschuldbefreiung an. Auf Antrag wird dies Phase des Insolvenzverfahrens durchgeführt. Ein wichtiger Teil ist die sog. Wohlverhaltensphase. Diese dauert 6 Jahre. In dieser Zeit muß der Schuldner zwar jeder erdenkliche Arbeit annehmen und an den Insolvenzverwalter einen Teil abgeben, doch nach den 6 Jahren erfolgreichem Durchhaltens, ist der Schuldner schuldenfrei. Das Geld, welches der Schuldner an den Insolvenzverwalter abgegeben hat, wird dann an die Gläubiger verteilt. Hier werden Sie bedient.

Problematisch ist aber, daß die Unterhaltsforderungen sämtliche Vorgehen. D.h. zuerst werden die Unterhaltsschulden bezahlt und dann die anderen Forderungen. Daher befürchte ich, daß Sie leer ausgehen werden.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt









Nachfrage vom Fragesteller 06.04.2006 | 11:38

Vielen Dank für Ihre Antwort. Diese Tatsachen kenne ich. Die Frage bezog sich darauf, ob es noch eine Möglichkeit gibt, die Insolvenz zu verhindern. Beispielsweise durch einen Hinweis, dass er seine Tätigkeit als Versicherungsmakler und Finanzberater missbraucht hat. Alles andere habe ich ausgeschöpft und auch bitter gelernt...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.04.2006 | 12:18

Nein, leider nicht.

Bewertung des Fragestellers |


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