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Glaeubiger Antrag auf Insolvenz

12.03.2009 02:55 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Ich bin nach Arbeitslosigkeit vor zwei Monaten wegen eines Jobs nach England gezogen. Ich habe in Deutschland hohe Schulden welche ich wohl trotz nun besserem Einkommen in England nicht abzahlen kann. Ich haette in Zukunft (nach 6 Monaten Lebensmittelpunkt in England) das Recht auf eine UK Insolvenz, welche aber dann natuerlich meine Kreditauskunft in England ruinieren wuerde. Deshalb wuerde ich ggf. gerne mit den Glaeubigern versuchen einen Vergleich zu finden.
Ich habe aber die Bedenken, dass die deutschen Glaeubiger ggf. IN DEUTSCHLAND die Insolvenz beantragen um eine Inso in UK fuer mich zu blockieren.
Meine Frage: Kann ein deutscher Glaeubiger das Insolvenzverfahren eines Schuldners, welcher nachweislich in England lebt, in Deutschland beantragen oder muesste der Glaeubiger diese im Land des Wohnortes des Schuldners beantragen?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nach § 3 InsO ist ausschließlich das Insolvenzgericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Bei unselbstständiger wirtschaftlicher Tätigkeit ist das der Wohnsitz des Schuldners (§ 13 ZPO). Handelt es sich um ein Unternehmen, ist der im Handelsregister eingetragener Sitz maßgeblich.

Nachdem Sie in England den Mittelpunkt Ihrer hauptsächlichen Interessen haben, wird sich die Zuständigkeit deutscher Insolvenzgerichte trotz der Tatsache, dass Ihre Schulden in Deutschland begründet wurden und ausschließlich deutsche Gläubiger vorhanden sind haben auch nicht aus der EuInsVO ergeben, welche die internationale Zuständigkeit der Insolvenzgerichte regelt. Denn nach Art. 3 Abs. 1 EuInsVO sind für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Gerichte des Mitgliedstaats zuständig, in dessen Gebiet der Schuldner den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen hat. Darüber hinaus regelt die EuInsVO nicht die innerstaatliche örtliche Zuständigkeit. Diese richtet sich weiter nach nationalem Recht, in Deutschland gilt somit § 3 InsO. Im Ergebnis werden die Gläubiger den Eröffnungsantrag nach Art. 102 § 1 Abs. 1 EGInsO i.V.m. § 3 Abs. 1 InsO bei dem Gericht stellen müssen, in dessen Bezirk Sie Ihren allgemeinen Wohnsitz haben.

Ich hoffe Ihnen, eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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